3i4 Bolingbrocke
als all«« zu überwinden; die Whigs, die Pairs. die Bank, xsostindische Compagnie, Maüborough, Eugen, den Kaiser, Hollant, ^iidie Eifersucht aller europäischen Mächte, die Schwäche seiner effi- -g.nen Königin , die Unentschlsssenheir, die Unklughcit, ja sogar de» erNeid aller seiner Collagen. Drei Jahre waren zu der Vollendn«- er»dieses großen Werkes nötvig. Er selbst ging im Jahre 1712 all eo!Gesandter nach Paris, wo er sowohl von Ludwig XlV, als reu diiden Parisern selbst, wie ein Wesen höherer Art aufgenoirmk» si«wurde; und in dem darauf folgenden. Jahre ward der so sehnlich sstgewünschte Friede zwischen Frankreich und England abgeschlossen, geVielleicht wäre es für den Ruhm Bolingbrocke's zu wünschen go sowesen, daß dieser Friedensschluß das Ende seiner Laufbahn ausg» Istmacht hätte, denn wir finden ihn in dem noch übrigen Theile sei- psnee Lebens, dem Ungestüme seiner Leidenschaften, einem Wechst! wider Gesinnung und einer so sonderbaren Art, sich auf diese odtt vojene Partei zu schlagen, Preis gegeben, daß dadurch die Redlich- dekeit seiner Gesinnungen, seine Vaterlandsliebe, überhaupt sei» niganzer Charakter nicht wenig verdächtig gemacht werden. Es ent- de
stand nämlich aus den gegenseitigen Reibungen der Tory's m>d ai
Whigs ein solcher Zwiespalt in der öff. nttichen Meinung, daß die soMinister laut und hart getadelt, der Friede für ein Unglück ails- t«
geschrien und die protestantische Thronfolge für in Gefahr erklärt gi
wurde. Wenn jemals das englische Ministerium einer vollkcinnu- einen Eintracht bedurft harte, so war es in diesem Augenblicke, wo d-
dasselbe von so vielen Seiten angegriffen Und bedroht wurde, Nichli li
desto weniger brach zwischen dem Großschatzmeister Grafen Oxford d«
und Bolingbrocke gleich nach dem Abschlüsse des Friedens ein ver> saderblicher Streit aus. Es ist nicht leicht, zwischen diesen beide« E
berühmten Männern eine Partei zu Ergreifen. Swift, der Freund g
beider, aber besonders mit dem Großschatzmeister sehr vertraut, ei
beschuldigte letzteren, an dem Untergänge ihrer Partei, und best«- v>ders an dem Unglücke des Staats die größte Schuld gehabt zu Ahaben. Andere urtheilten von diesen beiden Männern, daß zwei «Minister, welche bei einer so gefährlichen Lage der Dinge nicht i»>Stande waren, ihre persönlichen Zwistigkeiten zu vergessen, scheu ^allein a»S diesem Grunde, so große Talente sie auch übrigens ha-bcn mochten, unfähig gewesen wären, einen Staat zu regiere«. e.
Wie dem nun auch sey, so setzte die Königin Anna, welche reu f'
derk Grafen von Oxford auf das heftigste gereizt wurde, dieß«vier Lage vor ihrem Tode ab, und ernannte Bolingbrocke an des- «'
sen Stelle zum ersten Minister. Aber Annens Tod veränderte aufeimnal
die ganze Scene. Georg I. von Hannover bestieg den Thron, und d» -Whigs triumphjrten so vollkommen, als es bis dahin noch niemals derFall gewesen war; denn kaum war das Leichenbegängniß der Konigi«beendigt, und schon wurden die Minister derselben >m Uüterhaussihrer schleckten Staatsverwaltung laut und öffentlich angeklagtOxford wußte sich zu vertheidigen und widerstand dem Sturme, ^
Bolingbrocke hingegen, dem es nicht gelingen wollte, sich duMScheingründe bei dem Hofe von Haünover zu rechtfertigen, ^
welchen man eben so sehr beneidete als haßte, ward vorn KSmg ^Georg, noch während seiner Abwesenheit in Deutschland, abgelck - ^
und entfloh, da er erfahren hatte, daß die Gegenpartei ihn fi
das Schaffst bringen wollte, nach Frankreich. Bon Jacob 1,, zunter welchem Namen der sogenannte Prätendent, oder derlier de St, George, seiner künftigen Besteigung des engum