Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
317
JPEG-Download
 

Dvrnbarvirsn Bomben 3 >7

"B ombardiren, eine Stadt, eine Festung, einen Hafentts u. s. w. heißt, selbige hauptsächlich mit Wurf und schwerem Ge-

u«' schütz, nämlich aus Mörsern, Haubitzen und Kanonen beschießen,ht" Die Regeln zu einem Angriffe mit Wurfgeschütz und Belagerung«-kanonen sind folgende: i. kein Theil der Stadt darf verschont^ bleiben, wonach die Batterien angelegt und die Geschütze gerichtet»lü werben müssen; 2. das Feuer muß ununterbrochen, bis der End-^ zweck erreicht ist, fortgesetzt werden; Z. bei den Seestädten kreuzen"s> leichte Schiffe an den Küsten herum, um die vom Feinde etwa abge-s" schickten Brcmder anzuhaken und in die offene See zu führen; auf0«' dem Lande ist stets eine zahlreiche Cavallerie zur Hand, um dielchk von der Besatzung gemachten Ausfälle zurückzutreiben. Die Regelntuh bei der Vertheidigung sind: 1. das Pflaster wird auf allen Gassensfft aufgerissen, die Dächer abgedeckt und das Gebälk mit Erde undNist belegt; allenthalben 'wird Wasser in Bereitschaft gehalten;

Z. alle Batterien der Festung spielen gegen den Belagerer, undüe» man sucht durch Ausfalle die Stücke desselben zu vernageln oder sonstu'», unbrauchbar zu machen; 4. den feindlichen Schiffen schickt manBrandet entgegen. — Bombardiercorps ist die zur Bedie-le nung des Wstrfgeschützes (der Mörser, Bombenpöller und Haudit-sSi zeich ersoderliche Mannschaft.

Bomben sind große hohle eiserne (vormals auch metallne,zuweilen länglich runde) Kugeln, mit einer in das Füllt och«0» eingekitteten hölzernen Brach dröhre und zwei kleinen Hand-ür> haben, welche aus Mörser» oder P ollern geworfen werden."g> Gefüllt werde» sie mit Pulvdr und Brandzeug oder Satz,d. i. eine gewisse Mischung des Pulvers mit Salpeter und Schwe-0"' fel, und zwar eine bundertpsündige Bombe mit 15 Pfund Pulver

lins und an Loth Vrandzeug, eine üopfündkge mit ech Pfund Pulver

sir und 14 Loth Brandzeug, euic zopfündige mit gs- Pfund Pulver

cht^ und y Loth Braudzeug, eine lopsündige mit i Pfund Pulver

lmo und 5 Loth Brandzcug. Durch die Brandröhre wird das PulverBombe entzündet und diese in Stücken zersprengt, wodurchM Häuser ^zerschmettert und in Brand gesetzt werden. Die Längehe» und der der Brandrührc, so wie die Richtung des Mörsers,

M muffen jedes, so berechnet (vom Brandzeuge heißt dieß tempirt)

Bombe gerade in dem Augenblicke, wo sie den zuae treffenden Gegenstand berührt, weder ffrüher, noch viel später,^sbpire, d. i. zerspringe. Die Bomben werden unten etwas, ^rer als oben gegossen, damit sie nicht auf die Brandröhre fallen-v ^ L^uer ersticken; doch werden sie jetzt auch häufig concen,

? i gemacht, weil man gefunden hat, daß die Brandröhre dcn-

^ »allen oben bleibt. Die Idee der Bomben ist sehr alt.

7ten Jahrhunderte warf man Feuerkugeln aus irdene»

> l ^^^n B l y he n oder Mangen (Art. Wurfmaschi-mit Handschleudecn von Eisendrath. Im I. i2gzKönig von Aragonicn, bei der BelagerungI, Gattung großer Schwärmer, vom 4 Pergament-es welche beim Niederfallen zersprangen. Dann ko-se« der E^e Kugeln, die man glühend fortschleuderte. In

er« qismttJahrhunderts erfand der Fürst Rimini Sie-er- best^d-n D-alatesta die Mörser und Bomben. Diese

ui< ten 6'"« hohlen metallenen, mit Pulver gefüll-

' durch Ketten zusammen gehaltenen Halbkugeln, welche durch