84 §
Brandenburg
streitbarste Volk, welches Julüus Cäsar in Deutschland kannte,und weiches zwischen der Eibe, Saale und Weichsel, ja sogareine Zeit lang von, Rhcine. und der Dcnau bis an die Oiise«wohnte. Unter jhnm hatten besonders die Semnonen in derheutigen Mittelmark, und die Lvngobarden in der Altmarkihren Sitz. ^ Bald wurden jedoch (5 nach Chr. Geb.) die Longa-bardcn genöthigt, über die Elbe zu gehen, wurden aber daraufvon Marbord, dem Könige der Markomannen, welcher damalsBöhmen beherrschte, bezwungen. Nachdem sie sich darauf im I.ly in den Schutz des Cheruskers Arminius begeben hatten, ver-ließen sie bei der großen Völkerwanderung, nebst den Semnvnrn,ihr Vaterland, und stifteten das lombardische Reich in Italien.In die verlassenen Lander rückten nun Wenden oder slavische Völ-ker, von denen die Milzen die vornehmsten waren. Diese baute»mehrere Städte, unter denen Brannibor (Brennabor,Brandenburg) sich auszeichnete. Die Witzen wurden nun mitden Franken und Sachsen in Kriege verwickelt, welche letztern diejetzige Lltmark, welche zu Ostphalcn oder Ostsachsen gerechnetwurde, besetzt, hatten, und nachher (789) unter die BotmäßigkeitCarls des Großen geriethen. Dieser unterwarf sich auch die Mil-zen, welche sich ,edoch unter seinen Nachfolgern wiederum unab-hängig machten, und (902- Sachsen und Thüringen durch häufigeEinfälle beunruhigten. Endlich unterjochte Heinrich, der Königder Deutschen, die Wenden völlig, eroberte Brannibor, überwanddie Heveller an der Havel und die Relharier in der Uckermarr.Zur Bcschützung der sächsischen Gränze wurden (931) besondereGrafen eingesetzt, welches die ersten Markgrafen von Niedersach-se», oder von der wendischen Mark waren. Markgraf Gero undMarkgraf Dietrich besiegten zwar die Wenden, doch erneuertensich die Kriege mit ihnen von Zeit zu Zeit mit abwechselndemGlücke. Übrigens hießen die Markgrafen von Niedersachsen (derjetzigen Altmark) auch Markgrafen von Stade, seitdem diese Markan die Grafen von Stade gekommen war. Der Graf Lutherwar von diesen der erste, und Udo IV. der letzte. Über dreihun-dert Jahre hatten diese Kriege der Wenden mit den deutsche»Ländern an der Elbe gewährt, als der Kaiser Lothar (11Z8)Albrecht den Bär, Grafen von Ascanien, mit der Nordmark,die auch die Markgrafschaft Soltwedel (Salzwedel) hieß, belehnte.Dieser Albrecht, der Bär machte der Herrschaft der Wenden in die-sen Gegenden ein Ende, und nannte sich zuerst Markgraf vonBrandenburg. Er bemächtigte sich auch der Mittclmark, Priegm?und Uckcrmark, und legte Berlin entweder selbst an, oder mach»»s doch vielmehr zur Stadt, so wie ihm auch Stendal und an-dere Orte ihren Ursprung verdanken. Albrecht hinterließ zweiSöhne. Der älteste, Otto I., folgte in der Markgrafschaft Bran-denburg, und war der erste bekannte Erzkämmerer des deutsche»Reichs. Seine Enkel, Johann I. und Otto III., eroberten eVerlorne Uckermark, einen Theil der Ncumark, Lebus und 0°Land Sternberg, stifteten neue Städte, z. B. Frankfurt, und
gras Perm an n oer Lange (ver eucilyei, unv ^ -"-'HDiezmsnn, stifteten 1267 zwei Linien: jener kaufte izoosein, der Mnßcn besaß, die Niederlausitz ab. Waldemar.dem Hause Anhalt (1308), der während der Minderjährig