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Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Brandenburg

den fast alle ihre Besitzungen in Pommern zurückgeben. Unterdes-sen erhielt er sich doch bet seinem großen Ansetzn in und außer-halb Deutschland bis an sein Ende, Und starb 1688, nachdem ernoch vorher den schwibusischcn Kreis für seine Unfoderungen alleinige schlesische FürsteNthumer erhalten. Friedrich Wilhelm derGnoße war nicht bloß für seine Größe und Macht besorgt, soii'-'dcicn er versetzte auch sein Land in den blühendsten Zustand, in-dem er es durch Ankömmlinge aus Deutschland und aus den Nie-derlanden bevölkerte, die durch den Krieg verarmten Familien un-terstützte, den Städten wieder aufhalf, neue Dörfer anlegen ließ,und Ackerbau und Handlung beförderte, 1662 einen Eanal (mühl-roser oder Friedrich - Wilhelms - Canal) aus der Spree in dieOder ziehen ließ, eine Handlungsgesellschaft zu Emden errichtete,u-ad zuerst die Posten in seinen deutschen Ländern einführte. Ins-besondre aber gereichte es seinen deutschen Landern zum großenSllitzen, daß er nahe an 20,000 französische reformirte Flüchtlingeaufnahm. Er begünstigte auch Gelehrsamkeit und schöne Künste,und stiftete die Universität zu Duisburg, die königliche Bibliothekzu Berlin u. s. w. Das Ansehn, mit welchem Friedrich Wilhelmregiert hatte, war in der That dem königlichen ähnlich gewesen.Sein Sohn Churfürst Friedrich Hl. setzte sich 1701 zu Kö-nigsberg die Königskrone auf, und hieß seitdem Friedrich l-, Kö-nig von Preußen (s. Preußen). — Die Mark Branden-burg, eine der größten Landschaften des obersächsischen Kreiselin Deutschland, welche gegen Westen an Braunschweig, gegen Nor-den an Meklenbutg und Pommern, gegen Osten an das Groß-herzogthum Posen, und gegen Süden an Schlesien, die Lall'sitz, Sachsen und das Herzogthum Magdeburg gränzt. Nehat einen Flächeninhalt von 6Ü7 Quadratmeilen, keine Berghvkcl Sand, mitunter aber auch fruchtbaren Boden, ist also viel-stentheils fruchtbar an Getraide, reich an Holz, Wolle, Fisch/'rcien, Eisen, Flachs, Hanf, Hopfen, Tabak, Viehzucht und reichan Manufakturen und Fabriken, so wie sie auch zur Handlungsehr bequem ist, da sie viele Canäle und Flüsse, und viele daranliegende Städte hat. Die meisten Einwohner sind der lutheri-sche!,, die übrigen aber der reformirte!, Religion zugethan. E»haben sich insbesondre von 1635 bis 1638 viele französische Flücht-linge, Lothringer und Wallonen (welche größtentheils vorhermder Unterpfalz ansässig waren, und daher Pfälzer genannt wer»den) in diesem Lande niedergelassen. Unter der Regierung Fried-richs II. sindi bis 1777 in der Churmark ungefähr 7500, und in derReumark 2600 Colonistenfamilien eingesetzl worden. Die ganzeZahl der Clvileinwohaer betrug im Jahre 178Z 937,224 Seriell.Das Land wird von der Elbe (mit der Havel), Spree-Oder, Warte, Netze, Ucker durchströmt. Es sind hier vielSeen und der Friedrich-WilhelmS-Canal. Die Mark Brande»-burg wird in Lie Churmark und Reumark eingetheu-I. Dir Churmark begreift 1. die Altmark, zwischen dPriegnitz und den Herzoglhümern Magdeburg und Luneburg-der Hauptstadt Stendal; 2. die Priegnitz, MischenAlt- und Mittelmark und dem Herzogkhume Magdeburg, nurHauptstadt Perleberg; Z. die Mittelmark gränzt anReumark, Lausitz, Chursachsen und die Priegnitz, mit der Ha pstadt Berlin; 4. die Uckermark, zwischen der Mitteln!