Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
363
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Dreitkopf

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noch jetzt eine Menge Schriftarten fehlen, ohne die er Nach seinemSinne nicht« Ganze« zu haben glaubte. Besonders verwarf erDidots griechische Typen, die er für zu gezerrt und überhauptfür ganz geschmacklos hielt. Bekanntlich ging bald darauf Ungerin Berlin die Bedingungen Didots ein, und erhielt den Besitz derdidotschen Lettern. Als nun endlich in unsern Zeiten der Vorschlaghäufig wiederholt wurde, die deutsche Schrift wegen ihre« gothi-schen Ansetzn« ganz abzuschaffen und dafür die geschmackvollere la-teinische einzuführen, erklärte er sich mit Lebhaftigkeit gegen die-se« Unternehmen und gab dagegen die bekannten Grunde an. Erlegte nun aber auch thätiger Hand an die Verschönerung der deut-schen Schrift, indem er derselben da« gothische Ansetzn und dieEcken möglichst zu benehmen suchte, und machte dazu unaufhörli-che Versuche. Selbst der Tod fand ihn noch unter dergleichen Be-schäftigungen, ohne daß da«, was er zu Stande gebracht hatte,noch ganz befriedigte. Übrigen« glaubte er, daß,die Buchdrucker-kunst, so wie die Schriftgießerei, seit ihrer Erfindung si» merk-lich verschlimmert haben, und daß man z. B. jetzt nicht mehr imStande sey, irgend ein Buch wieder so schön zu drucken, wie derPsalter von Faust ia.57 und ein von.Valentiii Pabst in Leipziggedruckter.Catechisnilis, der sich in seiner Bibliothek befand undden er für ein Muster von typographischer Schönheit bielt. Daßer neben seinen Bemühungen um die Buchdruckerkunst auch nochim Jahre-175g die Kunst, Roten mit beweglichen Typn zu dru-cken , auf die Stufe der Vollkommenheit brachte, auf welcher siejetzt steht, ist bekannt. Diese Erfindung hat überhaupt dazu bei-getragen, daß die Notenstecherei sehr vereinfacht und erleichtert -worden ist, indem man jetzt die Noten mit Bunzen in metallene-Platten schlägt, und dadurch den Druck schwarzer und zugleichwohlfeiler gemacht hat. Hierauf versuchte er es, selbst Landkartenmit beweglichen Typen zu drucken, wobei die Berechnung für dieGestalt der Typen noch ungleich schwerer als beim Notendruckwar, weil man e« hier mit einer so großen Menge ganz verschie-dener Typen zu thun bekam, die doch gleichwohl alle zu einandevlrn den verschiedensten Zusammensetzungen passen muhten. Auch',das Geschäft des Setzers war hier, wie leicht zu erachten, dielschwerer. Sein eiserner Fleiß überwand indessen alle diese Schwie«.rigkeiten; er erfand wirklich im Jahrs 1776 diese Kunst und gastn> den folgenden Jahren drei damit angestellte Versuche heraus,«>t als Beweis der Möglichkeit dieses Verfahrens in der Geschichte»er Buchdruckerkunst niemals in Vergessenheit gerathen werden»Trotz dessen sah Breitkopf vyn selbst ein, daß diese Art zu ver-fahren niemals zum wirklichen Gebrauche bei dem Drucke der Land-dienen könne. Noch vielmehr war es bloß Versuch der^togllchkeit und reine Bizarrerer, daß er darauf bedacht war, auchWildnisse mit beweglichen Lettern zu copiren, wovon er jedoch die"icht öffentlich, sondern höchstens nur seinen BetrautenPersonen, mit denen er von Kunstangelegenheitcn spre-^en konnte, mitgetheilt hat. Ein Jahr vor seinem Tode versuchteetwas ungleich Nützlicheres möglich zu machen, waSöahin für unausführbar gehalten hatte, auf dessen Be»sowohl der König von Frankreich als auch die heill-d-e k ^ Rom mehrere Tonnen Goldes umsonst verschwen-

Mten, vnd dessen Erfindung ihn nur eine Kleinigkeit kostete.