Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Brüvergemetnve

ü-enanstatt in Herrnhut und die Knabenanstalt in Rlesky stehen ii,vorzüglichem Flor; beide gehören, wie die Kinderanstalten zuFuln eck, dem Hauptgcmeinorte in England, der gesammten llo>,tat, welche darin die Wallen arm verstorbener Beamten und Die-ner erziehen läßt. Allgemeine Uiiitätsanstalten sind auch das Pä-dagogium in Barby, welches für Knaben, die sich den Stu-dien widmen wollen, die Stelle eines Gymnasiums, und das Se-inrnarium oder 6oI!sAiu»i scaciemic-i-m zu Riesky, welArtdie Stelle der Universität vertritt. Letzteres ist vorzüglich zurBildung der Prediger bestimmt, und macht aus den Ruhm einirtiefen, ausgebreiteten Gelehrsamkeit keinen Anspruch. Überhauptverengen die vielen disciplinarischen Rücksichten, welche die Herra-huter nehmen, den Blick zu sehr, als daß sich jemals ein freut,wissenschaftliches Streben bei ihnen hätte zeigen können. IhnPrediger, die ohnehin keinen besondern Stand ausmachen, erhi-tzen sich in ihrer Bildung nur selten viel über die ungelehrte»Bruder, und wenn einige in ihren Lehrvorträgcn durch Salbungund Herzlichkeit zu ersetzen wissen, was ihnen an Gedankenfülleund Beredsamkeit abgeht, so fällt die Kunstlosigkeit Anderer nichtselten ins Triviale und Abgeschmackte, was um so leichter gesche-hen kann, da auch Unstudirte zu Lehrämtern gelangen, und über-all bei der Wahl mehr auf persönlichen Glauben, Anhänglichkeitan die Sache der Gemeinde und praktische Brauchbarkeit, als aufvorzügliche Talente und wissenschaftliche Bildung gesehen wird.Daher trifft man unter den Herrnhutischen Beamten mehr erfah-rene, klug? und anstellige Menschen, als eigentliche Gelehrte, »istdie Mehrzahl der Brüder und Schwestern lebt in einer Beschränkt-heit und Unkunde dessen, was nicht gerade in der Gemeinderecipirt ist, oder ihr besonderes Gewerbe betrifft, wobei siede»aus der Abgeschlossenheit ihres Systems und aus ihrer Absonde-rung von der übrigen Welt hervorgehenden Geisteszwang, dlo»ihrer Seelenpflege merkbare Herrschaft über die Gewissen und diegeistliche Vormundschaft, in der sie von ihren Obern erhalten wer-den, weniger -.rückend finden mögen. Darum konnte aber an-der veränderliche Geist der Zeit sie weniger, als man bei W»>vielseitigen Hand-lsv-rkehr denken sollte, berühren; und wenn Inauch leit mehreren Jahrzehenden Manches in den Formen ihmLiturgie und Verfassung geändert haben, so blieben sie doch bl«jext ziemlich frei vom Einflüsse der Mode. Dies zeigt sich.Ebloß in dem Stillstände ihrer Denkart, sondern auch in ihre"Sitten und Trachten Noch immer sieht man bei ihnen dieden Unterschied der Stände wenigstens äußerlich ausgleichende än-liche Kle-dung, die Brüder grau und braun, die Schwestern wirihren glatt anliegenden Häubchen, an denen die Farbe deS Hals-bandes das Ehot andeutet, zu dem sie gehören; feaerroth tragers die jungen Mädchen, blaßroth die ledigen Schwestern, via"die Ehefrauen und weiß die Witwen. Noch immer werden anoeals unschuldige Gesellschaftsspiele nicht bei ihnen geduldet, Karund Würfel sind nicht einmal in ihren Gcmeinlogis (Gastysuie -gu sind n; auch Tanz und Romanenlectüre gestatten sie n:a:^ 'überhaupt kein Vergnügen, das die Geschlechter, die ssMden Spaziergänger, einander vermeiden müssen, Susammenv. - 'So wird das Erwachen der Geschlechtsliede vor der Ehe ei-Weise verhütet, und selbst junge Leute, die man mit ei»