Brüdergemeinde
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verheirathen will, sehen und sprechen sich in der Regel nicht eher,als bei einer unter Aufsicht der Ältesten veranstalteten Zusammen»kunsk. Wer gegen die Gemeinordnung und Sittlichkeit fehlt, wirderst durch liebreiche Ermahnungen, und wo diese nichts fruchten,durch den Bann gezüchtiget, der in der Ausschließung vom Abend-mahle und andern Zurücksetzungen besteht, oder endlich «cranlaht,aus der Gemeinde zu treten. Eins der wirksamsten Mi ttel, jedeUnßttlichkeit von ihnen abzuhalten, ist die anhaltende und ange-messene Beschäftign» g, die sie allen Gliedern ihrer Gemeindezu geben wissen. Ihre Arbeitsamkeit und Gsschrcklichkeit >n Kün-sten und Handwerken, die Ausbreitung und Lebhaftigkeit rhresHandels ist rühmlich bekannt, und ohne die Industrie wäre esauch unbegreiflich, wie sie die bedeutenden Ausgaben für ihre öf-fentlichen Anstalten und Unternehmungen bestreiken konnten. DieSage von einer Heilandscasse, in welche jedes Mitglied sein Ver-mögen werfen müsse, ist gänzlich ungegründet. Allerdings aberverwaltet die Unirätsältcsten - Eonfcrenz eine der-ganze« Gesell-schaft angehörende Casse, welche durch die Einkünfte von denGemeingütern, durch den Gewinn an ic> Prscent von allen Han-delsartikeln der Gemeinde, durch jährliche Beiträge der Mitglie-der und durch Vermächtnisse erhalten wird. Die Avgaben jedescvntribuablen Bruders mögen im Durchschnitt jährlich gegen 10Thaler betragen. Wenn man sie aber auch geringer anschlägt, somüssen die Einkünfte der Casse sehr bedeutend seyn, da sich ge-genwärtig die Gesammtzahl der beitragsfähigen Mitglieder auf100,000 beläuft. Die Summ« aller Seelen der Brüderge-meinde wurde, mit Einschluß der Negergemeinden, schon im I.1780 auf 500,000 geschätzt. Ss hat sich diese Gesellschaft, die imJahre 1727 nicht über Z bis 400 Seelen zählte, allmählig ver-größert und erweitert. In der Obcrlausitz zeichnen sich die Ge-memorte Herrn Hut, Nicsky bei Gürlitz, und Kleknwelkebri Bauhen, in Schlesien Gnaden frei bet Schweidnitz, Gna-denberg bei Bunzlau, Ne usalz und Gnadenfeld bei Cosel^/-Ansehnlich sind 'auch die Gemeinden zu Neudietendorfbei Erfurt, zu Ebersdorf bei Lsbenstein, zu Christians-seld im Echleswigschen, und zu Seyst bei Utrecht. Außerdemgibt es geduldete Herrnhutergemcinden mit eigenen Versammlungs-L. Dasei, Amsterdam. Harlem, Copenhagen,^/"ckhvlm, Berlin, Reuwied, wohin die 1758 von Her-renyag und Marjxiiborn im Vsenburgjschen vertriebene Gemeindeund ei» besonderes Stadtviertel anbaute, Petersburg? .M"kqu. In Rußland wurden sie 1764 privilegirt, undvauten den durch den Verkehr mit den Tataren und Kalmücken^würdigen G-meinort Sarepta im astrachanischen Gouvcrne-ni« 0 besonders aber haben sie in England Eingang gefunden,eine Parlamentsacte vom Jahre 1749 als eine alte. fluche Kirche anerkannt sind. Überall haben sie sich beS Schu-,^F"ungen würdig bewiesen. Sie gehören wegen ihrer. ^lchkcit, Industrie und Genügsamkeit zu den besten GtoatS«„ «buchten überall die Landesgesetzc, und tragen die bur-«b sie gleich in der Vcrwültung ihres Gcmein-^^00 kirchlichen Einrichtung unabhängig zu bleibenUbier-"' Colonien außer Europa entstanden durch ihre
inoyen, denn fortwährend haben sie das verdienstliche Ge-