Z78 Brüderschaften
schüft dev,H/idenbekehrung mit dem unverdrossensten und versti»- Hsndigsten Eifer betrieben: Ihre erste Mission nach St. Thomasward von Ainzendorf im Jahre 1732 unter Beaünstigung der dä»>- undsehen Regierung veranstaltet. Die meisten und blühendsten kAc- °e»nicn haben sie in Nordamerika gegründet, wo ihr Haupttrt dumBethlehem heißt. Auch in Grönland und auf viel'»Inseln der neuen Welt gibt es Herrnhutische Pflanzungen, und im»selbst zu den Hottentotten am Eap haben sie Glaubensbete» s"»gesandt. Weniger glückliche Fortschritte macht ihre Heidenbekeh-rung in Ostindien; doch ist schon das, was sie bisher geleistet ha- «Oieben, ein unverkennbarer Beweis des göttlichen Segens, der ihnmenschenfreundlichen Bemühungen begleitet. Daß indeß ganz! ^Staaten und Völker ihre Lehre uud Verfassung annehmen, undsich der Bruder emeinhe incorporiren möchten, was wohl biswei-len von den Bewunderern ihrer Tugenden gewünscht worden ist,scheint weder möglich noch dienlich. Der H errn h u ti smuteignet sich nur für kleine Gemeinden ; er würde als Max-me du AHStaatsverwaltung und Polizei, oder auch nur als ResigionSver- " 7 'sassung großer Reiche, seine Vorzüge mit seinem wahren Cdarekttr kverlieren. Bleibt aber die Brüdergemeinde n?-a? sie ist, so wird ^sie sich, ungeachtet ihrer Eigenheiten und der seltsamen Mischn»-von Freineit und Zwang, von Sanftmuth und Härte, von Ei»-fält und Schiauhcit, von Milde und Eigennutz, die man in ihr» ^Verfassung, Denkart und Handlungsweise wahrnimmt, durch -treues F sthalten iires vsttrcfflichen Endzwecks, als ein ehrwür- ^diges Denkmal der Religiosität einer nun verschollenen Zeit, ali scheine schä-rbare Bewahrenn der protestantischen Unterscheidunasbh-ren und als ?:n Muster der stillen Lugenden, die den,Mensche« ^
glücklich machen, noch lange unter uns in Ansetzn und Gedeih«» ^
erhalten. . ' D.
Brüderschaften (geistliche) sind engere Verbindungen zur
Übung der Gottseligkeit in einer bestimmten Form. Die meiste» ^entstanden im zwölft n und dreizehnten Jahrhunderte, und nah-, ^men, tbeils aus gegründeter Unzufriedenheit mit dem Zustand«der Kirche, theils aus Eitelkeit ünd Sucht sich auszuzeichn »,häufig den Eharokter eines Separatismus au, den die eifersuch-tige Geistlichkeit als eine gefährliche Opposition verfolgen zu nun-, ^sen glaubte. Wo» dieser Art waren die Bruder und S>twe-stern d es stere» Geistes, die sich iru dreizehnten Jahrh»»« H„iderte in den Rheinländern zeigten. Geleitet von dem Wahne ei-»er sinnlichen Vollkommenheit, die sie sich nach mißverstandene» ^
biblischen Stellen zuschrieben, sagten sie sich, von der Theilnahme Uj,
am Cultus der Kirche los; hielten den äußern Gottesdienst über- ^Haupt für überflüssig, und glaubten, als die freien Kinder G»rtcs und Nachfolger Christi, keinem Gesetze mehr Unterthan i izg.seyn. Dabei geriethen sie in pantheistische Phantasien, des
sielen hold auf einen Mysticismus, der alle Religion in eilt««!» kholgen mit frommen Gefühlen verwandelt, bald in die Einbil' s S- st,,,alle sinnlichen Triebe ersticken zu können, jeder Versuchung » « reibieten, und ihre Tugend durch Abwerfen aller Klarster un « sch?.gange der Geschlechter auf eiye Probe stellen zu müssen, k « als
den schamlosesten Ausschweifungen Anlaß gab, und ibne Er
Spottn -nnen Schwestr 0 n e s zuz'og; ja einige suchten :yr " reissOHNt duych die Behauptung zu rechtfertigen, daß to.p