Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
396
JPEG-Download
 

Zy6

Buddäus

mit den Räubern und verschaffte» ihnen Munition, und selbst dieMädchen stellten sich ein, wenn sie einen Ball veranstalteten, undtanzten traulich mit ihnen. Den rastlosen Bemühungen der Polizeigelang es'zwar, einzelne Mitglieder von der Bande des Schinder-hannes einzuziehen, ihm selbst stellte sie jedoch lange vergebensnach.- Endlich aber wurde eine allgemeine und sorgfältige Durch,suchung der ganzen Gegend beschlossen. Auf einer dieser Streift-reim-brachte man einen wohlgekleidetcn Mann ein, der sich nichthätte legitimiren können. Es ergab sich, daß es Schinderhaimiwar und er wurde nach Frankfurt gebracht. Sobald er hier an-gekommen war, brachte man ihn vor das Criminalamt. Er gustand sogleich seinen wahren Nahmen und einen großen Theil jei-ner Verbrechen ein, und bat nur, ihn nicht an das linke Rhein-ufer auszuliefern. Dessen ungeachtet wurde er und seine Kamera-den an-das Specialgericht zu Mainz übergeben. Die Verhöre be-gannen den Z4sten October igoz. Schinderhanncs bewies im Ganze»viel Wahrhaftigkeit und schien sich als Oberhaupt der Übrigen zugefallen. Über ihn und neunzehn seiner Gefährten sprach das Tri-bunal' das Todesurtheil aus. Schinderhanncs war einen Augen-blick über diese Sentenz betroffen;-er hatte geglaubt, daß nur ei»Mörder zum Tode verurthcilt werden könne; einen Mord aberstatte er nicht begangen. Die Hinrlchtüng wurde am Listen Nov.

durch die Guillotine vollzogen. Schr'nderhannes, der nochgehofft hatte, Begnadigung zu -erhalten,- bewies bis zum letzte»Augenblick die größte Fassung. Leicht und unbefangen sprang ekauf das Lodtsgerüst und sprach zum Publicum: „Ich habe he»Tod verdient. 7 ' - ,

Buddäus (Wilhelm, eigentlich Bube), der größte franzs-sische Gelehrte seiner Zeit, in Pdvis 1467 geb. und 1540 gest., warkönigl. Bibliothekar, geh. Referendar (ivlairrs äes Regnsrv»),und Vorsteher der Kaufleute (kvevoc äeo sVlarclr-müs). Er stu>dirle zu'Paris und Orleans, aber, ohne Erfolg, da er seine Ju-gend in beständigen Zerstreuungen zubrachte. Erst im 24sten Iah»ergriff ihn der Trieb zu den WMftschaften, aber nun auch mteiner solchen Gewalt, daß er keike andere Beschäftigung mehrkannte,^ als die Studien, denen er selbst an seinem HockzeittageNoch drtzi Stunden widmen konnte/ Seine Gleichgültigkeit gegenalles Übrige spricht sich kräftig in der bekannten Antwdrt aus, die«8 einst einem Bedienten gab, der ihm ganz eilfertig meldete, daßNn 'Haus brepne. „ Sag' er es ," erwiederte er trocken und nureben von seinen Büchern aufblickend, „meiner Frau; er weiß,haß ich mich um die Wirthschaft nicht bekümmere." Buddäus um-faßte alle Wissenschaften, besonders aber Alterthümer und Spra-chen,. und vorzüglich tiefe Kenntnisse hatte er in der gnechisaienSprache. Unter seinen vielen gekehrten Werken sind friu -Ec-^sse ot parrikus ejuo, worin er sehr gründliche AufklaruaaAber die alte Münzkunde gibt, und seine Commentare der gn , -scheu Sprache, welche das Studium der griechischenFrankreich vorzüglich befördert haben-,- die wichtigsten. Sem <-> -IM Lateinischen sowohl als im Französtichen, istdst rauh und durch griechische Worksetzungen wrwickelt. mNicht allein als Gelehrter, sondern auch als Mensch «-d kgchsUNgswerth, und auch allgemein geschätzt. Ludwigthtt ist königlichen-Angelegenbeitzen nach Nom. Franz l-,