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Tardanss
war rgor zu Pavia gebore«. Man glaubt allgemein, baß ereiluneheliches Kind gewesen. Er war indeß in dem Hause sei»«Bakers, Facio Cardano, der als Arzt und Rechtsgelehrter wezaseiner Gelehrsamkeit und Rechtlichkeit berühmt war, mit Sovgsillaukerzogen. Zwanzig Jabre alt ging er nach Pavia, um sck,Studien zu vollenLen, und zwei Jahre daraus erklärte er d/iEuklidcs. Mit seinem ZZsten Jahre sing er an zu Mailand d»Mathematik, sodann die Medicin zu lehren. Er kehrte sMnach.Pavia zurück, lehrte einige Zeit zu Bologna, und da er hinsich Streitigkeiten zugezogen, begab er sich nach Rom. Hier w-lier in das medicinische Collegium aufgenommen und erhielt miPension vom Papste. Die Einladungen des Königs von Däiu-mark nahm er in Rücksicht auf das Ciima und die Religion istLandes nicht an. Dcr letztere Grund seiner Weigerung schmisonderbar für einen Mann, welcher der Irr lü.ian angeklagt wachaber die Biographen sind in Ansehung seiner wahre» Religiooi-meinungen wenig einig. Sie führen widersprechende Stellen «»,die nicht b.frcmden dürfe» von einem Manne, der sich in kabbali-stischen Träumereien verlor, der einen Dämon Famttiaris zuha-ben vorgab, von dem er Warnungen erhielte u, s. w. Durch al-le« dies reizte er die Theologen gegen sich aN, welche lebhaft stillOrthodoxie angriffen; man setzte ihn sogar in die Zahl der Ma-sten. Damit that man ihm gewiß Unrecht. Nach unserer Mei-nung war Cardano abergläubisch und hegte Chimären, die mitden herrschenden Meinungen so wenig übereinstimmten, daß misich nicht scheute, die gehässigsten Beschuldigungen gegen ihn vor-zubringen. Er glaubte so fest an die Astrologie, daß er mehre»-unale das Horoscop seines Lebens zog, und die Falschheit sei»«Woraussagungen nicht der Unsicherheit der Kunst, sondern feimUnwissenheit zuschrieb. Seine zwei Schriften, Os »ubtilimt-bistDs I'oi'nrr, -i-nriernie, enthalten des Ganze seiner Physik, seivrrMetaphysik und seiner naturhistorischen Kenntnisse, und könne»als interessante Beweise gelten, auf welche Abwege ber menschli-che Geist gerathen kann. Cardano schrieb auch über die Medici»und gab unter vielem Wust einige glückliche Ideen an. Sein Mals Arzt war so groß, daß der Primas von Schottland, der seitzehn Jahren krank war und die Ärzte des KöitigS von Frankreichund des Kaisers umsonst zu Rathe gezogen hatte, ihn zu sich be-rief. Und wirklich stellte Cardano die Gesundheit dieses Prälatenher. Aber bleiben ihm wirklich Ansprüche auf die Dankbarkeit dcrGelehrten, so ist es in der Mathematik, wiewohl auch hier Man«ches durch sein Betragen zweifelhaft geworden. Die Algebra, wel-che seit ihrer Entstehung nur in Italien bearbeitet worden war,reizte den Wetteifer der Mathematiker, die ihre Entdeckungensorgfältig geheim hielten, um sich bei ihren öffentlichen Wettstrei-ten, zu denen sie sich heraUsfoderte'n, damit den Rang abzugewin-nen. Cardano erfuhr, daß Tartalea die Auflösung der Gleich»"'gen des dritten Grabes gefunden habe, entlockte ihm deren Wu'theilung durch List und unter dem Versprechen der Verschwiegen'heit, machte diese Methode aber dennoch 1545 in seiner Arsbekannt. Es erkob sich ein heftiger Streit darüber, der letzt mq-Mit Sicherheit entschieden werden kann. Die Ehre, der Erstnvun,seinen Namen zu geben, blieb demjenigen, der sie zuerst bet»machte, und noch letzt nennt man sie die Formel Cardano
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