Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
437
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Carl IV.

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Man glaubt einstimmig, daß Cardano einige neue Fälle erfand,die in Larlalea's Regel nicht begriffen zu seyn schienen, daß erdie Vervielfältigung der Wurzeln der höhern Gleichungen undendlich da« Daseyn negativer Wurzeln, deren Gebrauch er jedochnicht kannte, auffand. — Cardano's Leben ward vielfältig denn.ruhigt, nicht nur durch die Angriffe seiner Feinde, sondern auchdurch seine eigenen Laster, die man aus dem Bilde.kennen lernt,welches er selbst in dem Werke Oe vira xropri» von sich ent-wirft. Die Freimüthigkeit darin geht so weit, daß diejenigen,die ihn mit Nachsicht beurtheilt haben, genöthigt gewesen sind,anzunehmen, daß er Anfalle von Tollheit gehabt habe. — Erstarb wahrscheinlich im I. 1576. Seine sämmtlichen Werke, derenAnzahl sich auf mehr als fünfzig beläuft, sind zu Lyon i66z inzehn Foliobänden gesammelt erschienen.

Carl IV-, deutscher Kaiser, aus dem Hause Luxemburg,war izi6 geboren. Sein Vater, Johann von Luxemburg, Königvon Böhmen, ist berühmt in der Geschichte durch seinen ritterli-chen Geist, dessen Opfer er. in der Schlacht von Crecy wurde.Die Stieitigkciten des Kaisers Ludwig V. mit dem Könige vonBöhmen, dem Vater CirlS, die Wahl des letztem an die Stelledes von Clemens VI. excommunicirien Kaisers, der Sieg, denLudwig über seinen Nebenbuhler davon trug und sein plötzlicherTod mitten unter seinen Erfolgen können hier nur flüchtig er-wähnt werden. Die Geschichte Carls beginnt erst von dem Zeit-punkte, wo das Schicksal ihn von einem Mitbewerber befreite,d"f>nit gültigen Rechten «ine große Überlegenheit der Talente undKräfte verband. Nachdem Ludwig am Listen October 1Z47 umge-wmme» war, konnte Carl von Luxemburg, der das KönigreichBornen geerbt, und den 1346 fünf Churfürsten zum Kaiser er-wählt hatten, sich schmeicheln, ohne Hindernisse einen Thron zuden ihm daS Schicksal zu verleihen schien; aber die Mit-tel selbst, die ihn auf den Thron gehoben hatten, erweckten ihm«egncr. Die ReichSkürsten sahen in ihm nur ein niedriges Werk-zeug des Papstes, und sträubten sich, den Sklaven eines ehrgeizi-;en und anmaßenden Priesters zu ihrem Herrn zu machen. Nochnicht zehn Jahre verflossen, seit Deutschland auf dem Reich'S-^ die kräftigsten Maßregeln gegen die Ansprüche des.A"^n Stuhls geuomme» hatte. Carls IV. Wahl war der erstedie berühmte Constitution von IZZ8, welche dieserH>ne erste Regicrungshandlung unter >die Füße trat.Demnach vereinigten sich der Erzbischof von Mainz, den Clemenshatte, die Churfürsten von Brandenburg und derHerzog von Sachsen - Lauenburg, der sich eine Wahl-zu Lahnstein, erklärten Carls Wahl für nullaer- L wählten Eduard III., des letzten Kaisers Schwa-ch,^,-- damals mit Frankreich in Krieg, be-tät 5 -^."^"ten der Churfürsten nur, um sich der Neutral,'«a.lw»-n. """ Böhmen zu versichern und schlug die ihm an-aus, Eben so fruchtlos war die Wahl des Land.den Friedrichs des Strengen, worauf Carls Feinde

aendkwse!»!- von Schwarzburg, einen der weisesten, tu-

Nackd-^ ^ unerschrockensten Krieger seiner Zeit, wählten,lassen die Gültigkeit seiner Wahl rechtlich untersuche»

, berechnete er nicht die Gefahr, der er entgegenging, son-