Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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4Z« Carl IV.

der« nahn, die ihm angebotene'Würde an und ward am 3 ten Fek.^34y zu Frankfurt gekrönt. Dieser allgemein geachtete, mit daKriegskunst seiner Zeit «nstig vertraute Gegner würde Carl furcht-bar geworden seyn, der nur Ranke zu machen, aber nicht irkämpfen verstand. Carl ließ ihn vergiften. Diejenigen, die Tä»-thern in seinen letzten Augenblicken umgaben, entrissen ihm einEntsagung, welche ihnen Carl theuer bezahlte, der eben s» frei-gebig war, wenn er der Sättigung seines Ehrgeizes galt, al!ungerecht und raubsüchtig, wenn er seiner Habsucht genügen körn-te. Carl, der von seinen Nebenbuhlern befreit war, strebte j»!mit allen Kräften, sein« Feinde an sich zu locken. Er vermähl»sich mit dex Tochter des Churfürsten von der Pfalz,, belehnte d»Churfürsten von Brandenburg mit Tyrol, und bracht« es dahin,daß er einstimmig zum Kaiser gewählt und zu Lachen gesolltwurde. Kau,» aber war er gekrönt, so bemächtigte er sich dnReichsinsignien und ließ sie nach Böhmen bringen, trotz sei»«ausdrücklichen Versprechens, sie in Nürnberg oder Frankfurt auf-bewahren zu lassen. So bewies er schon in den ersten Tagen sei-ner Regierung sein« Treulosigkeit Und seine Habsucht. Seine uvrechtmäßigen Räubereien benutzte er zu ungerechten Erwerbung«,Er bestach seinen Schwiegervater, den Churfürsten von der Pfalzeinen großen Theil der Oberpfalz dem Lehnhofe von Böhmen i»unterwerfen. Diese» Gerichtshof, den er als das passendste Wirbzeug zur Unterjochung Deutschlands betrachtete, dehnte seine 8»richtsbarkeit üver einen großen Theil Deutschlands au«. 2« A1354 begab sich der Kaiser nach Italien, um sich von dem Papß»krönen zu lassen; aber auch diese Gunst erkaufte er durch Bedivgungen, die ihn dem Spott und der Verachtung preis, gaben. Averpflichtete sich ohne Heeresmacht zu erscheinen. Nachdem er l»Mailand zum Könige von Italien geweiht worden, bestätigte«die Visconti im Geuuß aller Usurpationen, die er ihnen zu nst-men versprochen hatte. Er vernichtete alle Verfügungen sei»»Großvaters, Heinrichs VII-, gegen Florenz, und durch«»"zu Padua geschlossenen Vertrag trat er letztere Stadt nebst Beroaaund Bicenza an Venedig ab. So seine Rechte verhandelnd »»>vertauschend, kam er nach Rom, ward von einem Abgeordneten d«Papstes gekrönt» wagte aber nicht, uur einen einzige» Tag h>«zu verweilen. Die Bitten einiger Römer, im Namen des Reue»die Stadt als sein Eigenthum zurückzufedern, lehnt« er ab, »»»entsagte in einem eigenen Vertrag jeder Oberherrschaft über Rs«,den Kirchenstaat, Ferrara, Neapel, Sicilien, Sardinien und vo»sica, ja er versprach eidlich, nickt ohne de« Papstes Erlaub»»wieder nach Italien zu kommen. Mit Schmach chedeckt, von b«Guelfen verspottet, verwünscht von den Gibellinea, kehrte Da-nach Deutschland zurück, wo ev die berühmte goldeue Bulle «nck-die bis auf die neuesten Zeiten ein Grundgesetz des teutschen Reiswar (s. Bulle). Er erwarb sich dadurch einig- Anspru-he a«die öffentliche Dankbarkeit; diese Ansprüche wurden aber o» 'ausgelöscht durch deck allgemeinen Unwillen, den -die m» >«Bewilligung von dem päpstlichen Nuntius gemachten Antrüge 'regten, zum Vortheile des Papstes ciue'Lbgabe ""iu^hre», lren Betrag dem zehnten Theile der Einkünfte aller gastliche»tcr gleichkäme. Alle Mitglieder des Reichstags widersetzt n lnachdrücklich; und Carl wurde durch seine Ängstlichkeit, d"forsten zu besänftige», so weit fortgerissen, daß er a«kun«S