Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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558
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Z58 Coimbra Colle

Fortificationskunst sind glänzend und anerkannt. Er hat fast all!holländischen Plätze befestigt. Berg-op-Zoom hielt er für smMeisterstück. Man hat ihm den Beinahmen des holländisch!»Bau bau gegeben. Er würde höher stehen, wenn man Vauba»den französischen CLhorn genannt härte, da beide Zeügk-noffen waren. Ihr System ist ganz verschieden. Bauban wirk,!durch Manöver und berechnete Anwendung des Geschützes undder Menschen; er schonte beide und ermüdete und zerstückelte dirKräfte des Feindes. CLhorn zerschmetterte durch die Masse beiGeschützes und der Menschen; er opferte beide der schnellen undgewaltigen Wirkung. Baubans Effecte waren auf Berechnunggegründet, deren man immer Herr ist; CLhorn gründete die sei-nen auf Macht, die dem Krieger nicht stets zu Gebote steht.Dennoch bleibt sein System ein großes, reiches Muster für die B«festigungs- und Bclagerungskunst, und auf den Grund, den er ge-legt , ist manches schätzbare Gebäude aufgeführt worden. ,

Coimbra, eine ansehnliche Stadt Portugals in der ProvinzBeira an der Nordseite des Mondego. Sie ist der Sitz cimrUniversität, welche 1290 gestiftet und 1773 bedeutend- verbessertworden, und welche 800 Studirende zählt und eines reichen, un-ter den Erzbischof von Braga gehörigen Bisthums. Aas prächti-ge Jesuitencollegium ist nach Aufhebung des Ordens von der Kro-ne eingezogen worden. Nicht unbedeutend sind die Leinewand-und Fayancemanufacturen. Im I. 175g litt auch Coimbra vieldurch das Erdbeben, Die Gegend umher ist mit Ölbäumen uissWeinbergen besetzt. Zuweilen haben sich die portugiesischen Püt-zen Herzoge von Coimbra genannt.

Colardeau (Charles-Pierre), ausgezeichneter und berühm-ter franz. Dichter, geboren 1732 zu Janville im Orleanischen, b«-schäftigte sich von Jugend auf mit der Dichtkunst. Sein ersteiWerk war 1758 eine freie versisicirte Übersetzung des Briefes dnHcloise an Abailard von Pope, welche von den Franzosen sehr ge-schätzt wird. Die dem Lasso nachgeahmte Heroide i> llo-

Iiaaä fand mindern Beifall, wiewohl sie sich durch Eleganz u»dWohlklang ebenfalls empfahlt. Seine Tragödien -fsr-wke undCalixro, die 1758 und 1760 aufgeführt wurden, gefielen nicht.Sre beweisen, daß der Berfasser zwar den Mechanismus einerglänzenden Bersification, aber kein theatralisches Talent besah-Es fehlt beiden Stücken an Handlung und scenischer Anordnung,ihr Colorit ist finster und trübe, aber nicht tragisch. Die lodere,die eine Nachahmung der ichöne» Büßerin von Rowe ist, erreichtihr Original nicht. Die Ode auf die Vaterlandsliebe, der Tem-pel von Gnidus^ zwei Nächte von Uoung in französischen Versen,die Briefe an Minerte und an Duhamel, die Menschen desmetheus, eine Nachahmung des milton'schcn Gesanges von Adamund Eva, enthalten anziehende Einzelnheiten und sind im Ganzewohlklingend versisicirt. Sie erwarben ihm den Beifall der franMischen Akademie, die ihm im I. 1776 den durch den Tod °e»Duc de Saint-Aignan erledigten Platz verlieh; aber nowseiner Aufnahme starb er. Ein sanfter Charakter machte ihn -gänzlich und seinen Umgang angenehm. Seine Werke sind ggmelt erschienen. !

Cvllö (Charles), ein bekannter französischer ^hcaterdiy

war 1709 zu Paris geboren. Seine frühe Verbindung nur» ,