Dampfboot 62 t
wurde es» ähnliches Boot zu Glasgow in Schottland gezeigt. Erstim I. 1812 machte man einen Versuch im Großen mir einemDampfbsote auf dem Flusse Clyde in Schottland. Seitdem ge-hen 16 bis 17 Dampfboote regelmäßig zwischen MaSgow undGreenock auf der Clyde hin und her. Ein solches Boot, das frühvon Glasgow abgeht, kommt Abends wieder dahin zurück, obgleichdir Entfernung beider Städte von einander g deutsche Meilen be-trägt. In England waren im I. 1815 nur 2 Dampsboote aufder Themse, und 1 zu Hüll in Horkshire; alle drei waren„vonGlasgow dahin gebracht worden. Zwei davon machten die Über-fahrt aus Schottland längs der Ostküste Englands, nachdem mandie Räder der Dampfmaschine ausgehoben hatte, während schönerWitterung, mit Segeln; das dritte hingegen lief, durch die Kraftder Dampfmaschine bewegt, aus der Mündung der Clyde aus, um-fuhr die ganze West- und Südküste Englands, und war so daserste Dampfschiff, das sich auf das hohe Meer gewagt. — Die ge-wöhnliche Einrichlung eines solchen Dampfbootes ist folgende. ImVorder- und Hintertheile des Fahrzeugs befinden sich Cajüten fürPassagiere, wenn er als Packetboot gebraucht wird, oder leererRaum für die Waaren. Im mittelsten Theile des Fahrzeugs istdie Dampfmaschine. Der Dampfkessel steht rechts, wenn man vondem Hintern Theile des BootS nach vorn hin sieht, auf der Stri-bordseite; der Cylinder und das Schwungrad am Backbord. Durchdas Herauf- und Heruntergehen des Kolben wird an jeder Seitedes Boots, durch einen mit einer Kurbel versehenen Arm einsenkrechtes Nad mit Schaufeln nmhergedreht, welches den unter-schlächiigen Wasserrädern der Mühlen gleicht, deren jedes unge-fähr 11 Fuß im Durchmesser und zs Fuß Breite hat, und ausdickem Eisenblech verfertiget ist. Bon diesen Rädern ist der vierteTheil des Halbmessers unter dem Wasser eingetaucht; dieser untereTheil, und jede Schaufel, die in die unterste Stelle kommt, dientstatt des Ruders. Um alles lärmende Getose zu verhüten, wel»ches durch das Eintreten der Schaufeln i» das Wasser verursachtwerden könnte, gibt man den Schaufeln eine solche Stellung, daß«ine jede gegen die Axe schief steht. Alle schneiden bei ihrem Ein-tauchen in das Wasser unter einem schiefen Winkel ei», statt ge-gen dasselbe zu schlagen. Dieses macht, daß die Schaufeln sanftu>ll! gleichförmig auf das Wasser wirken. Durch das außerordent-«ch schnelle Umhertreibcn der Schaufelräder wird der geschwinde^inng des Schiffes oder Bootes bewirkt. Gewöhnlich legt ein sol«e Ahrzeug g gsg 7 Seemeilen in einer Stunde zurück; bei gu-tem Winde und einem nicht zu sehr bewegten Meere kann es wodlti bis 12 Seemeilen in einer Stunde machen. Unter dem Kessel»er Dampfmaschine muß ununterbrochen ein lebhaftes Feuer unkev-Mten werden; man rechnet, l daß dazu in 24 Stunden 5 Tonnen"e,«kohlen erforderlich sind. Der Rauch wird durch eine weile,«s s,hr dickem Schmiedeeisen gefertigten cylindrilchen Rohr««geführt, und diesen Schornstein benutzt man zugleich als Mast-«um; man eine Segelstange mit einem Segel darauf. Derfern ^ dem Kessel wird von Backsteinen gebaut, die durch ei»Bünder fest zusammengehalten werden; die hölzernenx.?ll>swände umher werden mit Eisenblech beschlagen. Um denist-",?!« die Hitze fast unerträglich für jeden, der «»'nicht gewohnt1» »er Schürer «der muß immsr zugegen seh», weil unter de»