Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
622
JPEG-Download
 

622

Lümpfdvvt

Roste fleißig geschärt werden muß, um zu verhüten, daß b»Steinkohlen nicht in eine Mass- zusammenbacken. Der oben er.wähnte starke Verbrauch an Brennmaterialien macht, daß dirDampfboote zu sehr weiten Reisen, und besonders zu Waarcii-transporten, nicht wohl gebraucht werden können; desto wirblige,re Dienste können sie als Aviso - und Courierschiffe in Kriegszeileiileisten, und überhaupt zur Beschleunigung des Postenlaufs, beson-ders in den Sommermonaten, wo öfters Windstillen auf dem M«.re eintreten, für Reisende und Depeschen mit großem Lorcheile an?der See gebraucht werden. Durch die Reise, we.che das obener-wähnte Dampfboot von der Clyde aus bis in die Themse auf off.ner See gemacht hat, ist es außer Zweifel gesetzt worden, daß dirrudernden, durch eine Dampfmaschine in Bewegung gesetzten Schau-felräder, auch auf stürmischem Meere ihren Dienst nicht versagen,und daß sie das Dampfooot durch die Wellen zwar langsamer, allin ruhiger See, aber doch immer noch mit einer Geschwindigkeitforttreiben, welche die gewöhnliche eines Schiffs übertrifft. DerBortheil, den die Dampfboote an Seeküsten und auf Fluffen ge-währen, scheint jetzt hinlänglich bewährt zu seyn. In Deutsch-land erschien das erste Dsmpfboot aus dem Rheine bei Cöln ami2ten Zunr 1816. ES kam von Rotterdam und war nach Frank-furt am Main bestimmt; seine Einrichtung war ganz die oben be-schriebene. Die Wglze, welche durch die Dämpfe in Bewegunggesetzt wurde, hatte an jedem ihrer beiden Enden ein Rad mit achtSchaufeln, durch deren Kraft das Fahrzeug dergestalt fortbew-gtwurde, daß es bei der damaligen starken Wasserhöhe gegen dieheftigste Strömung schneller fortging, als es von Pferden hättegezogen werden können. Es hatte die Fahrt von Rotterdam bllCöln in etwas mehr als 5 Lagen gemacht. Am igten Juni ka«es schon wieder nach Cöln zurück, ohne bis Frankfurt gekommenzu seyn. Man schien sich überzeugt zu haben, daß dieses Fahr-zeug zur Schifffahrt auf dem Rheine nicht ganz geeignet sey. Faßzu gleicher Zeit kam auch ein Dampfboot in Hamburg an; es hat-te von Cuxhaven bis Hamburg, wider den Strom, lo Stunde»zugebracht. Es war 6z Fuß lang, 22z Fuß breit, >md die indemselben angebrachte Maschine arbeitete mit der Kraft von RPferden. Es wurde als Postschiff zwischen Hamburg und Cutha-ven gebraucht, und ging dreimal die Woche hin und her; der Bei-fall, den diese Einrichtung anfangs fand, schien in der Folge sichzu vermindern. Diese beiden Boote, so wie das vor einiger Maus England nach Paris auf die Seine gebrachte, und das de»Engländers Baird zu Petersburg, welches täglich regelmäßigeFahrten zwischen Petersburg und Cronfladt macht, und bazuZStunden braucht, waren alle in England gebaut worden, aberin Deutschland selbst hat Humphreys das erste Dampfboot zuchelsdorf an der Spree erbaut, das bis jetzt die Fahrt -wische»Berlin und Charlottenburg regelmäßig macht. Ein Borfall,sich am zten Juni 1816 in dem Gebi-'te der vereinigten nordamk-rikanischen Staaten ereignete, machte einen sehr großen und sdie Sache selbst nachtheiligen Eindruck. Ein großes Dampfboot l gzu Mariette auf dem MWsippi vor Anker, um eine Ladung kameinzunehmen. In dem Augenblicke, als man d,e Anker aufz öwollte, wurde die Entwickelunq der Dämpfe zu stark, un° ^Dampfkessel sprang. Die Explosion war fürchterlich. All« ««