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Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Deutsche Literatur

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angebornes Gefühl. Zu groß gesinnt, ihre Sitten and ihrenCharakter allen Nationen aufprägen zu wollen, schlug derselbe dochüberall Wurzel, wo der Boden nicht ganz ungünstig war, undder Geist der Ehre und Liebe, der Tapferkeit und Treue wurySdann mit mächtigem Gedeihen hervor. Wegen dieser ursprünglichenFreiheit des deutschen Bodens, die eilz unvergänglicherCharakter der Nation ist, erscheint sie auch in guten Zeiten ur.sprunglicher und dauerhafter romantisch, als selbst die orientalischeMährchcnwelt. Ihre Begeisterung war fröhlicher, kindlicher, zweck-loser, nicht so einseitig und zerstörend, wie der Enthusiasmusjener bewunderungswürdigen Fanatiker, die den Erdkreis nochschneller und allgemeiner entzündeten, als selbst die Römer. Einegefühlte Rechtlichkeit, die mehr ist, als die Gerechtigkeit desGesetzes und Ehre, eine kindlich aufrichtige und unerschütterlicheTreue und Herzlichkeit (und wir setzen hinzu Liefe) der Gesurrnunz ist der tiefste und hoffentlich nie ganz zu vertilgende Zugdes deutschen EharakterS. Schon diese Züge, welche auch in denschriftlichen Geistesproducten der Deutschen sich zeigen müssen unawelche nachzuweisen sehr Leicht seyn würde, mußten die deutscheLiteratur zu einem Ganzen verbinden und vor andern bezeichn«!»,wenn auch schon die Geisteswerke der Deutschen aus den versässedenen Perioden ihrer Cultur sich so unähnlich scheinen, als oft dieLiteratur verschiedener Nationen. Denn aus jenem Frei heikS-sinn, welcher der freien Ausbildung der Individuen und Ständeso günstig war, entwickelten sich auch jene Vielseitigkeit der deutschon Literatur und jene Universalität, mit welcher sie die Schatzeund den Ertrag der Literatur fremder Völker aufnahm, zu derihrigen machte und sich in der Geschichte, Wissenschaft und Kritioeinen universellen Standpunkt erwarb. Wo aher Freiheit , ist, dasucht sie sich nach allen Seiten des menschlichen Lebens auszubreitenund in der Tiefe zu begründen. Keine Nation hat daher wie diedeutsche, in allen Fächern des menschlichen Wissens mit gleichemErnste und mit gleicher Gründlichkeit gearbeitet, keine so ver-schiedenartige Ansichten des Lebens in ausgebildeten Formen (Sh-i steine) aufgestellt als die deutsche) keine überhaupt eine so spstema-, tische Geistescultur gezeigt, und die systematischen Ansoderungerr, m stdem Zweige des Wissens so geltend gemacht als diese. Ist'fiue Eigenthümlichkeit der deutschen Literatur? Ja wennauch dieser Freiheitssini: gar oft in Willkür, Zügellosigkeit und invor Literatur in Schreibsucht, Nachahmungslust, Verworrenheit,Mradoxie , Formlosigkeit und Verkehrtheit ausgeartet ist; so wär^Segen die Literatur anderer Rationen nur durch Einseitigiki'^. 7 .'"Uvische Auetoritatenfurcht vor dän Fehlern unserer Literakitu^ ^ deßhalb von nationaler»» Gepräge; wie überall mi:

-oellrinmtheit auch Beschränktheit verbunden ist. Viele Na-"""ten nicht fehlen wie wir. Ja wenn ferner der meyrdei-- durch seine Form zu fesselnde Sinn der Deutsche.-»,.en und seine Zustande nicht verlassen kann, ohne sich^5^*" ö» haben, ihre Gründlichkeit i» jeder Wissen«le» mehr begünstigte, als ihre Poesie und Kunst; s» düc»

hier mit Stolz fragen: besitzen sticht die Deucekeie - Werke von einer Liefe des Gemüths und Innig.«

^ keiner Nation so gefunden ward und den gleißncw.-

«'lycm äußerlich abgerundeter Formen »Veit überktiffl? End-