Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
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Deutsche Literatur

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kunst müchkig zu einer neuen Bildung hin. Erst durch letzterekonnte eine gelehrte Literatur, wie sie Deutschland vorallen übrigen Völkern sich erworben hat, und welche nur auf mög-lichst leichten und allseitigen Umtausch der Unsichren und Kennt-nisse beruht, möglich werden. Bortheilhakt wirkte zu dieser neuenBildung der Untergang des griechischen Reichs (145g), dessen Ge-lehrte nach Italien entflohen, und von hier aus die Keime einerneuen Bildung durch Erhaltung und Fortpflanzung alter Gelehr-samkeit ausstreuten. Der freie Geist aber, welchen dar Studiumder alten Sprachen, vorzüglich auf Universitäten, aufregte, be-wirkte und begünstigte die großen Bestrebungen der Reformation.Zu den Männern, welche schon früher durch Verbreitung der soge-nannten Humanioren die höhere Cultur förderten, gehört vorzüg-lich ei» Rudolph Agricola (1402—1485), Lehrer an der uni-bersttät zu Heidelberg, Kvnrad Seiles (145Y—l.508), der erste ge-krönte deutsche Dichter in Wien, der Polyhistor Johann Tetthe-mius (1462—1516), vorzüglich aber Reuchlin, Professor in Tü-bingen (454—1522) und Ulrich von Hatten (starb 152z), Melanch-thvn, Joach. EamerariuS und der berühmte Erasmus von Rot-terdam. Endlich war auch die Aufhebung des Faustrechts und dieStiftung eines allgemein,» Landfriedens unter Maximilian I., demhroßen Beförderer der banste und Wissenschaften, so wie dieGründung einer fester» Reichsverfaffung, und ein hoher Grad vonWohlstand sehr für die aufblühende freiere Cultur. III. Die Pe-tlode der neuern Literatur geht von der Reformation bis aufunsere Zeiten. Man kann diesen Zeitraum füglich in folgendeUntkrabtheilungen eintheilen r 1. Don der Reformation bis zum«nsang des Mjahrigen Kriegs (1613). 2. Vom Zojähtigen Kriegebis z«m Ende des 7jährigen Krieges (1765) Z> Von da bis aufunsere Zeiten. — Bon dem durch Wohlstand blühenden Chur-snchfen ging die große Revolution aus, welche alle geistigen Kräftew freie Bewegung setzte. Die Streitigkeiten Mit den Gegnernderselben ermunterten zu gelehrter Ausbildung und übten die Gei-steskraft ihrer Vertheidiger. Ja Luther, dem echten deutschenManne'/ der die Freiheit des Geistes von willkürlichen SatzungenA>k sträftiger deutscher Zunge predigte, und die Urkunden des«Mstenrhvms so meisterhaft in dentsche Sprache übertrug, baßman ihn von jeher mit Recht den Stifter der deutschen ProsaMannt hat (obgleich auch die deutschen Übersetzungen der Clas-stkkr zur Bildung der Prosa beitrugen), verband sich der mild« undSchinn Reuchiins, Melanchthon, und wie jener öffentlichunv mehr nach außen, so wirkte dieser mehr im «till-n durch Ver-besserung der '

Schuln, und Verbreitung gelehrter Kenntniß zu

einer freieren Bildung, und ^ protchantis^die Churfürsten und Herzog- von Sachsen, «n Schalen,

nmyungen durch Anlegung von Lehranstalten , ? des löten

welche auf die Universitäten vorbereiteten (fllt «akdolischtN

Lichrhnnderts), und Bibliotheken. Während w dem carror

Deutschland die gelrhrre Cultur durch ritchUche Vsonders mit Hülfe der Jesuiten, gehemmr würd. .borenl°gi« und Philologie in den ptotestantischcn "„^^elvunit,dch in Sachsen und seinem damaligen gelehrt rh..;Wittende.g, freundlich die Hand. Nur als de 4 .vilvlr>gi'ch>Protestantischen Kirche fester wurde, gcrreth das Ph S>

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