6y4 Deutsches Theater
Schauspiele, Götz von Bkrlichingen, die engen Gränzen der Lü-herigen Bühne durchbrechend (seit 1773), einen neuen Flug rahm,und jenem Geschmack selbst kräftig entgegenwirktet Aber auch hierfanden sich Nachahmer, durch welche die deutsche Bühne aus einigeZeit in ein neues Extrem verfiel. Das deutsche -Theater wurdemit neuen Sittenschauipielen. überschwemmt, in denen, WGchlegel vemerkk, nicht« bifforisch ist, al« die Namen und anbei!Äußerlichkeiten, nichts ritterlich als die Helme, Schilde undSchwekt-r, nicht« altdeutsch als vermeintlich die Rohheil, soajidie Gesinnungen eben so modern als gemein. Sie begünstigt!«eine andere Art von Natürlichkeit, und brachten dadurch merkliejder tragischen Schauspielkunst, großen Schaden. Man vergaß, desder zarte Sinn, das Pflichtgefühl für Religion und Minne, wiees in der wahren Ritterzeit galt, in der Regel alle Rohheit d«Darstellung ausschließt. „Aber der Stiefel, das Klirren bei
Schwertes ic sollte die Kraft personificiren; die Herren betrug»sich wie die Knappen, und das harte Wort, das der Zorn heraus,schleudern sollte, wurde oft zu gemeinem Schimpfworts, Nachhererweckten jene großen Dichter durch ihre Werke den Geist der ech-ten Tragödie wieder, und hoben dadurch die Schauspielkunst»eine höhere Sphäre. Man gedenke eines Flecks, einer Welsu. A., denn hier beginnt die Blüthe des deutschen Theaters,Ihren idealen Darstellungen strebten viele mit ungleichem Erfolge-,in Dramen, antiken, historische» und romantischen Stoffs, »at-Jndeff-n darf man nicht läugnen, daß hier auch ein Unterschiedzwischen dramatischen und theatralischen Gedichte»kam, w lcher nicht zum Vortheil der deutschen Bühne war. Mmehr durch unmittelbare und persönliche Einwirkung jener groß»Dichter machte die Darstellungskunst, namentlich von been künstln-beeiden Weimar aus, bedeutende Fortschritte. Die hier sich labbeeide Schauspieler schule zeichnet sich im höher» Style blichihre Kunst, ein poetisches Ganzes zu bilden, aus. Ihr. gMüber steht die berliner Schule, an deren Spitze der deuWRöstens Jffland, stand. Das Hauptstreben ist Heer ausrenkveduelle bis ins Einzelne ausgebildete Charakter; eichn>Mgerichtet, worin der Meister so einzig war; und diesem Streben g-Oang, messen, ist die Sphäre der Familiengcmählde und sogenanMCharakterstücke, welche Jffland in seinen monotonen Dramen M! -für den Gchauspier als für ein poetisches Publicum gearbeitet hob ^Die durch ihn entstandene Schule bildete den ConversationSloo M ,
höchsten Feinheit aus. In eigner Größe stand Madame KethM» ,hier. In der Mette beider Gattungen stehen die kotzeieuelV i
Schauspiele, deren höchster Zweck Neuheit und Überraschung, ^nichfaltigkert und Rührung ist, und daher bei dem großen^"fen der Schauspieler die meisten Freunde fand. Indessen roman ihnen Kenntniß des Theaters, Witz und Leichtigkeit des anlogs nicht absprechen; Ersodernisse, welche man an den leie.o, "und charakterlosen Werken derer, .welche oft mit höherem -
aber nach ästhetischen Theorien arbeiteten, nicht sindet. ^Oper, welche durch die Blüthe der deutschen Musik emporwuchserreichte zwar in poetischer Hinsicht ihre Ausbildung '
fand sie leichter ihren Boden in dem Gebiete des Romschon und trug dadurch einige Zeit den Sieg über das squ n-davon. Pantomimen und Ballets hoben sich vorzüglich o»rq> ^
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