Egede
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»iqe. Die-hiesige -Universität ist berühmt und stark besucht; esgehört zu derselben eine zahlreiche Bibliothek, eine Naturalien»und Kunstsammlung, und ein gut eingerichteter botanischer Gar»ten. Es sind hier verschiedne gelehrte und patriotische Gesellschaf-ten, und mehrere bedeutende Manufacturen und Fabriken.
Egede (Hans), geb. im Jahr 1636 in Dänemark, 1707Prediger zu Wogen in Norwegen, berühmt als der Apostel derGrönländer. Die ihm zugekommenen dunkeln Nachrichten, daßdas Christenthum schon früher nach Grönland gekommen, betrie-ben, aber durch den Mangel an Lehrern wieder untergegangensey, machten das ganze Mitleid seiner cdeln Seele rege. Vergeb-lich bemüht er sich, bestimmtere Nachrichten einzuziehen. Er er-halt entweder gar keine oder nur die sehr niederschlagende, daßdas östliche Grönland durch Treibeis unzugänglich und das süd-liche von wilden Menschen bewohnt sey. Dadurch steigt seinMitleid biß zur höchste» Angst, die ihn nicht mehr ruhe» undschlafen läßt. Er entschließt sich, alles aufzubieten, um selbstnach Grönland z» kommen, und dessen Einwohnern das Evange-lium zu predigen. Aber diesem Entschlüsse stellen sich fast unüber-stekgliche Hindernisse entgegen: denn Egede hatte Frau und Kind,einen geringen Dienst, kein Vermögen, die Kaufleute in Berge»mögen keine Speculation nach Grönland wagen, die Regierungweis'! seine Bitte um Schiffe, Geld und Mannschaft ab, well siein Krieg mit Schweben verwickelt sey; die Bischöfe von Berge»und Dröntheim loben seinen cdeln Entschluß, rönnen ihm abernicht helfeni Endlich wagt er, die bisher geheim betriebene Sacheseiner Frau zu entdecken, voll Furcht, ihre Liebe dadurch zu ver-scherzen; aber er findet bei ihr die freudigste Entschlossenheit, ihmzu folgen, und die gläubigste Zuversicht eines glücklichen Erfolgsdes tröstlichen Werks. Bon nun an ist sie es, welch? seinen zu-weilen wankenden Glauben stärkt. Die bergischcn und ander«Kaufleute werden der Sache geneigter, Egede bringt eine Eollcctevon ic>,ovc> Rthlr. zusammen, legt sein Amt nieder, erhält nachabgeschlossenem Frieden mit Schweden von der dänischen Regie-rung den Titel eine» königlichen Missionärs für Grönland mitzvv Rthlr. Gehalt, und drei Schiffe, eins, um bort auf Sta-rion zu bleiben, eins, um die Nachricht von seiner Ankunft zu-vuckzubringen, und eins, um auf den Wallfischfang zu gehen.D>e Regierung ermuntert die bergische» Kaufleute, eine grönlän-dusche Handelsgesellschaft zu errichten. Am 2isten Mai 1721 gehtAgede mit 46 Personen, als ihr Oberhaupt, an Bord. DerWallfischfänger scheitert; die beiden andern Schiffe erreichen Grön-land, aber eine 12 Meilen lange Strecke von Treibeis scheint diebandung unmöglich zu machen. Endlich gelingt sie durch Egede'Skühne Entschlossenheit am 4ten Junius. — Der Anblick des Lan-des ,st so kläglich, daß er jeden andern von dem Gedanken anAne Niederlassung abgeschreckt haben würde — nur nicht de»Glaubensheiden Egede. Es wird ein Haus gebaut, und zumHafen der Hoffnung genannt. Aber dem eigentlichen Endzwecke,ver Bekehrung der Grönländer, setzen sich noch größere und fastunüberwindliche Schwierigkeiten entgegen — die Furcht der Grön-"^r den Fremdlingen, ihre traurige Armuth, welche dieluvst armen Gäste im Hafen der Hoffnung mit nichts unterstütz»«nn, ihr, völlige Begriffslssigkeit, der feindselige Kiystsß ihr»