Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
753
JPEG-Download
 

Englische Literatur und Wissenschaft 75z

unter Hengist und Horsa immer fester sich setzten, mußte ilt einerReihe von A50 Jahren auch die sächsische Sprache ihreI Ein-fluß zeigen. Dänen drückten ihr hernach wieder ihr Geprägeauf, und endlich unter Wilhelm dem Eroberer die Normannen.So ist denn die englische Sprache ein Gemisch aus rein Engli-schem, Lateinischem, Angelsächsischem, Dänischem und Normanne-schein. — Jedes Volks ursprüngliches Leben enchält als solchesdie Elemente desselben, das Erkennen und Darstellen, oder wisman diese Doppelseiren des Lebens nennen will, noch in ungeson-derter, kräftiger Einheit, und dir geschichtliche Entwickelung, wel-che späterhin erfolgt, ist nur ein Auseinanderfalten dieser Einheitund ein Hervortreten einzelner, früherhin gebundener Momente.Nan „eNnt diese Periode die mythische, und weil, dem Geasagten gemäß, Mythus, als Darstellung religiöser Idee, und Ge-schichte in dem gewöhnliche» Sinne noch »»getrennt sind, so hatman sie überall als die Zeit und das Gebiet der Fabel bezeichnetund als unfruchtbar für die Geschichte ausgeschlossen. Wie Nundie«, wenn einmal ALstraction eingetreten ist, allerdings nicht ge-mißbilligt werden mag, so ist doch anderer Scits Nicht zu läug-nen, daß auch der ausgesondert« und für sich betrachtete MythusGegenstand der ergiebigstem Forschung werden, und eine Ausbeuteder herrlichsten Ideen geben kann und wirklich gibt. Auch Aibiorrhatte eine solche Periode, wodurch es seinen gemeinsamen Antheils» dem Menschheirserbe, der Religion, erwies, und als Gliedein die Reihe eintrat. Wir enthalten uns jedoch, hier von diesenPlNode zu bandeln, theils weil eS diese nicht unmittelbar gilt,theils weil sie zu reich ist, als daß sie hier mehr denn obige An-deutung gestattete. Erinnern wir aber an Kdnig Artus, anb>e Tafelrunde, an den fronen Graal, an den thetivenMorlin, so eröffnet sich hier dem Kundigen ein reicher, sich weitverzweigender Kreis von Fabeln voll tiefen Sinnes und schönerDeutsawkeit. Eben so übergehen wir das in die Blüthe SchießendeS Geistes in der Scholastik, welches an sich gewiß köchstmerkwürdig ist, und doch nur in Beziehung auf den beschränkten-iligrjff von Bildung eines Volks, üls lediglich durch seine Lite-ratur Darstellbares und Dargestelltes, oder auch auf die gereifteAvvcht dieses Strcbens, — mithin, genauer angesehen, nurIEflich Barbarei genannt werden kann — eine Bemerkung, dieer den Engländern vielleicht eher als anderswo sich aufdrängt,jhrs Thätigkeit unmittelbar auf daS bürgerliche Leben ge-' und viele tvackere Gelehrte, welche doch eben Bewahre»

? "vhaber der Bildung sind, gleichwohl nicht als Schrisisteller

So wird denn, nach obigen vorläufige» Einschrän«"^n und ihren Gründen, auch bier jene Zeit als Ausgangs-wo der Kaufmann William Eaxton, bei sei->"vckkehr von eiuer weiten Reise, die Buchdruckerkunst nachvnd brachte, und in Westinikstcr, von 1474 an ungefähr, übte.

. Wunder aber war es, daß er, im Geleise der Zeit fortschrei,zuerst mythisch religiöse'Werke bekannt Machte, deren Ge-die im ganzen Norden allgemein verbreitete Sage vonö« Franke» und Sachsen au« Troja war? — eineErst jetzt Vielleicht seine Würdigung finde«Zett wvnn er ferner Elassiker übersetzt lieferte in einer

C-I», ° .^^Hüche Literatur in England noch unangebaut war,k'i-. (Suppi. Bd.) 48