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Erpenius Errungenschan 779
wiefern nun unter civilisirten Völkern der Krieg nur die Ent-scheidung eines streitigen Rechts zum Zweck hat, i« so fern gibtauch die Eroberung nicht unmittelbar dein Eroberer ein Eigen»thumsrecht, sondern nur ein Recht, sie zu seiner eigenen Sicher-heit, Erhaltung oder als Ersatz gegen die feindliche Macht zu g e-brauchen, biß die Entscheidung erfolgt.
Erpenius (Thomas), eigentlich Van Erpen, einer dergelehrtesten Orientalisten» geboren zu Gorcum in Holland im I.1584. Seine Ältern hatten sich aus Frankreich der Religion we-gen entkernt. Da ihr Sohn Neigung zu den Wissenschaften zeigte,ließen sie ihn in einem Alter von achtzehn Jahren die UniversitätLeyden beziehn; kaum aber hatte er hier seine Studien begonnen,als er an dem Erfolg derselben verzweifelte, und nahe daran war,sie gänzlich aufzugehen. Bald faßte er jedoch bessern Muth, undkehrte mit so glühendem Eifer zu den Studien Zurück, daß seine Fort-schritte die gerechte Bewunderung seiner Lehrer erregten. Nach GerhardVossius Zeugniß zeichnete er sich vornehmlich in der Metaphysikaus. Gegenwärtig aber beruht sein Ruhm auf seiner Gelehrsam-keit in den orientalischen Sprachen, deren Ekle'. ung er auf denRath Joseph Skaligers begann. Sich in ihrer Kenntniß nochmehr zu vervollkommnen, besuchte er England, Frankreich, Ita-lien und Deutschland, und lernte hier die gelehrteste« Männerkennen, die ihm Rath und Anweisung gaben. Mit besondererFreundschaft nahm ihn der große I. Casaubonus auf. Zugleicherlernte er das Persische, Türkische und die äthiopischen Sprachen.Nach vierjährigen Reisen kam er 1612 nach Holland zurück, undwurde zum Professor der arabischen und andern orientalischenSprachen mit Ausschluß der hebräischen ernannt. Die hebräischeProfessur war damals von einem Andern besetzt. Erpenius ver-waltete sein Amt mit eben so viel Geschicklichkcit als Eifer. Mitbedeutenden Kosten ließ er eine Presse einrichten, um Werke derorientalischen Literatur drucken zu lassen. Im I. i6ic> würde einezweite hebräische Professur zu Lcyden errichtet, und Erpeniusübertragen; bald nachher erhielt er auch das Amt eines onentali-ichen Dolmetschers bei den Generalstaatcn, um die aus Asten undAfrika eingehenden Briefe zu übersetzen, und die dahin zu senden-den abzufassen. Die gelehrtesten Araber bewunderten die Eleganz,mit welcher er sich in ihrer Sprache, die so reich an Feinheiten»st, auszudrücken wußte. Sein Ruf als de« gründlichsten Ken-ners des Arabischen war so allgemein verbreitet, daß er wiederholt
Könige von Spanien eingeladen wurde, um ihm gewisse In-schriften an den maurischen Gebäuden und Denkmälern daselbst zu"klaren. Erpenius war der Verfasser verschiedener Werke, dietheils bei seinen Lebzeiten, theils nach seinem Tode erschienen sind,und bei den Kennern im höchsten Ansetzn stehen, übrigens wollteer cme Ausgabe des Coran mit lateinischer Übersetzung und An-merkungen, einen Pstesaurns »iLNiinatlvris für die arabische Spra«we, und ein arabisches Wörterbuch liefern; aber eine ansteckendeKrankheit, welche ihn befiel, raffte ihn im Jahr 1624 in einem«lrer von 4a Jahren weg. Außer seiner 6irmm»kicr karadrc»;
Oramnisricit Leh>r->io<> und verschiedenen andern grammati-M!.en Werken ist seine wichtigste und berühmteste Arbeit LlniacinrUisrcnia x-n-rcouica, toi. 1Ü25.
Err ungenschaft. heißt das von beiden Ehegatten in» Laust