Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
781
JPEG-Download
 

Eß Evlair 7s»

er wagte es bald, sich auch in die Staatsangelegenheiten zu mi-schen. Er war sogar so kühn, dem Könige selbst Vorstellungenüber die Berfahrungsweise des Friedensfürsten zu überreichen, wo.für er ober, wie sich erwarten ließ, vom Hofe entfernt wurde.Indessen blieb er in genauer schriftlicher Verbindung mit seinemZögling und leitete dessen Schritt« bi« zur berüchtigten Reise nachBayonne im Jahr 1807. Das Nähere über diesen wichtigenZeitpunkt in der Geschichte Spaniens wird man im NeuntenBande dieses Werks unter Spanien finden. In Bayonnehatte Napoleon mehrere Unterredungen mit Escoiquiz, diedurch ihn selbst und de Probt bekannt geworden und höchst merk-würdig sind. Sein früheres System für Ferdinand VII. war ge-wesen, ihn durch eine Heirath mir Napoleon in nahe Verbindungzu bringen und so dem Friedensfürsten entgegen zu wirken. JaBayonne war sein System dagegen die Ehre, die IntegritätSpaniens und die Erhaltung der legitimen Dynastie. ESwar ihm zugestanden, Ferdinanden nach Valen^ay zu be-gleiten, er wurde aber darb von Napoleon nach BourgeS exilirt,«0 er mehrere Jahre bis zu seines Königs Rückkehr nach Spa-nien zubrachte. Er folgte diesem, ward eine Irrt lang Minister»von diesem unbeständigen Svuverain aber bald ins Exil geschickte

Eß (Carl von) und Leander von Eß; der erstere Pfarre»zu Huyburg bei Halbcrstadt, der letztere Benediktiner der AbteiMarienmünster im Fürstenthum Paderborn und später Pfarrer zuSchwabeuburg im Fürstenthum Lippe, selt 18IZ außerordentklcherProfessor der Theologie und katholischer Pfarrer zu Marburg, auchMitdirector des dasigen Schuilehrer-SeminariumS, beide Bettern,und der katholischen Lehre zugelhan, haben sich durch ihre mitvielem Beifall aufgenommene und für alle christlichen ReligionS-parteien brauchbare Übersetzung der heiligen Schrift«»des R. L. (Snlzbach bei Seide!) rühmlichst bekannt gemacht.

"Essen z ist im Allgemeinen jede Auflösung eines Körpers undseiner Hauptbestandtheile in Weingeist oder Wein. DergleichenEssenzen gibt es in der Medicin viele, ,. B. Rhabarbercffenz,Myrrhenesscnz, u. s. w. — Essenzen nennt man insbesonderedie uns aus Paris, Montpellier und andern französischen Plätze»zukommenden feinen wohlriechenden Wasser, Geister und Öle/ dieals Parfümerie gebraucht werden. — Noch nennt man Essenzdir kostbarste und vollkommenste Sorte des Tokayer Weins.

Eßiair (Ferdinand), gegenwärtig (1817) Deutschlands ersterdramatischer Künstler, Hcfschauspielcr und Regisseur des königl.Hosthcater« in Stuttgart, wurde den 2ten F-br. 1772 geboren.Familienrücksichten erlauben bis jetzt weder die genauer« Angab«seiner Ältern, noch die seiner Geburtsorts. Er hatte von Jugendan eine Vorliebe für Menschendarstellung, daher ihm auch all« aufvreses Studium Bezug habenden Gegenstände willkommen waten,^nne frühern Verhältnisse, welche nicht in sein Künstl-rleben ge-hören, hieben ihn bis in sein 2Zstes Jahr von der Bühne entferntund erst nach einigen gelungenen Versuchen auf Liebhabertheaternverrat er in den neunziger Jahren die damals unter der Direc-non Furchregon von Hoffmanns stehende Bühne i» Innsbruck.A" Natur hatte ihn durch geistige und physische Anlagen zum«chauspieler bestimmt, denn mit einem klangvollen angenehmen«srgan,, sprechenden Zügen und einer hohen, kräftigen Helden-»-