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stakt verband er eine lebhafte Phantasie, richtiges G'esühl und edne treffende Beurtheilungskraft. So war es ihm möglich, sich-bald die Eunst des Publikums zu erwerben. Nach Berfluß eine«halben Jahres folgte er einem Rufe des Theaters zu Paffau, wel-ches damals unter der Leitung des Schauspielers Schöpf stand.>D-cser für jene Zeit sehr verdienstvolle Künstler war, ungeacht«mancher Gebrechen, welche dem denkenden Anfänger nicht äntgili-gen, Eßlair's Lehrer und Vorbild und für diesen von wescntlichmNutzen. Daß aber auch Schöpf dem aufkeimenden Talent bei jSchülers Gerechtigkeit widerfahren ließ, bewies er dadurch, doser ihn im, Jahr 1798 bei Organisation des deutschen Schauspiel!in Prag unter Quardasoni's Leitung ausdrücklich dahin berief.Kurz zuvor hatte sich Eßlair mit seiner ersten Gattin, welche kei-ne Schauspielerin war, vermählt, und hoffte nun durch sciii«Kunst soviel erwerben zu können, als zu Bestreitung seiner ökono-mischen Bedürfnisse erfodeclich >bar; allein hierin halte er sichgetäuscht. Zwar erkannte das Publikum die Kuustlcistungen deijungen feurigen Mannes durch ungetheilten Beifall an, aber duTheaterunternetzmer war zu keiner Erhöhung des Gehalts zu be-wegen, weil er wohl wußte, daß Eßlair die prager Bühne, wei-che damals sehr vorzügliche Mitglieder auszuweisen härte, um seinKunsttälcnt weiter auszubilden, nicht so leicht verlassen würde.Neben den unausgesetzten geistigen Anstrengungen auch noch mittäglichem häuslichen Mangel kämpfend, erlag endlich seine so»ßfeste Constitulion, und dies bewog ihn, unterstützt von einem be-währten Freunde, dem geachteten Deklamator Solbrig, Prag i»verlassen, und für sich und die Deinigen eine ergiebigere Steile ,aufzusuchen. Im Jahr rMo kam Eßlair zum erstenmal mchStuttgart, wo das damalige Hoftheater an Haselmaier verpachtet ^war. Eßlair erhielt nach den herkömmlichen Prüfungsdarstellnn-gen sogleich ein Engagement, allein hiemit.war leider wiederumein sehr mäßiger «Gehalt verbunden, so daß er keine Ausstcht hatte,seine zerrütteten Bermögensunistände zu verbessern. Es ist wirk-lich ein Beweis des herrlichsten Talents, daß unter solchen widm <gen Verhältnissen dieser Mann in der Kunst nicht zurückgingoder stehen blieb, sondern vielmehr bedeutende Fortschritte machte.Aber in seine vier engen Wände eingeschlossen, den häuslichenJammer immer vor den Augkn und mit dem Gefühl des Unver-mögens, sich aus dieser Lage zu retten, hätte er schwerlich dieschon damals den Meister bewährenden Darstellungen geben kön-nen. Es trieb ihn daher hinaus in die freie Natur und Lagelang verweilte er in den waldigen Umgebungen SluttgartS umstudirte hier mit lauter Stimme die ihm zugetheilte Rolle. EureVorbilder sah er in dieser Epoche nur selten; ihm blieb nichts,als die Erinnerung an die Leistungen eines Lange, Brockmau»,Marchan d, Hur, Junker u. a. und die ihm inwohnende un-versiegbare Geisteeguclle. Nach Auflösung der augsburger Puhm-wclche, wie die Stuttgarter, unter der Leitung Haselmalergestanden hatte, und zu deren Emporbringung Eßlair nach Augs-burg verpflanzt wurde, ging dieser auf das Theater in Nürnberg-Wäbrend er nun dort das Publicum durch seine Darstellungen ergötzte, nagte der Kummer über die häuslichen Leiben an seineHerzen. Endlich brachte der im Jahr 1806 erfolgte Tod seinersten Gattin eine bedeutende Veränderung in sein Kunstleben. 8>