Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
811
JPEG-Download
 

Fonrana (Domn-eso) dtt

bei Nt'chk das Capital, sondern nur die Summe bezahlt und em-pfangen wird, um welche der Stand der Stocks am Verfalltagevon dem Stande am Tage bei Abschlusses diffecirt. Obgleich dieGesetze diese Art Handel verbieten, und die Erfüllung der Der?bindüchkeit nur von der Ehre der Parteien abhängt, so werdendennoch ungeheure Geschäfte darin gemacht. Man vergl. hiemitden Art. Effectenhandel im dritten Theile.

Fontana (Domsnico). Mehrere Gelehrte und Künstler Ita-lien haben den Namen Fvntana geführt, Domenico Fontana warein berühmter Baumeister des löten Jahrhunderts, geboren r-zgzzu Mili, einem Dorfe am Comer-See. In seiner Jugend lricver fleißig Geometrie; als er zwanzig Jahr alt war, ging er nachRom, studirte die Antike und die besten unter den neuern Mei-stern, und machte sich bald rühmlich bekannt. Der Cardinal Mou-tairo (nachmals Papst Sirt V.) nahm ihn als Architekt an. undtrug ihm den Bau einer Capelle in der Kirche Sta. Maria Mag-giore, und eines Palais^ in dem Garten dieser Kirche auf. Mon,talto hatte, wie viele andere italienisch« Große, den Wunsch, fer-nen Namen durch imponirende Werke zu verewigen. Fontana solltedaher Deine Kosten bei diesem Baue sparen. Aber dem Cardinalsehltst endlich das Gelb duzu, und der Bau würde unterbrochenworden seyn, wenn Fontana nicht die Kosten aus seinen eignenMitteln hergegeben, und so den Bau vollendet hätte. Montaltowußte es ihm sehr Dank, und als er bald darauf auf den päpst-lichen Stuhl kam, bestätigte er ibn in seiner Stelle als Architekt,und ließ durch ihn ein anderes Palais in der Nahe der Bäder desDiocletian bauen. Sirt V. wollte den großen Obelisk, der nunauf dem Platze vor der Peterskirche steht, damals aber nock zumTheil unter Trümmern versteckt lag, aufrichten lassen, — ein Un-ternehmen, das schon mehrere Päpste vorhin beschlossen, aber stet«durch die Schwierigkeiten abgeschreckt, unterlassen hatten. Fontanaerhielt den Auftrag dazu, und führte ihn (1586) glücklich aus.Der Papst ehrte und belohnte Fontana dafür reichlich. In derFolge richtete Fontana noch drei andere Obelisken, die man zumTheil erst unter den Ruinen gesunden hatte, an verschiedenen freienPlätzen auf. Unter den übrigen Gebäuden, die er auf BefehlSirr V. vollführte, und die den Fürsten, der sie anordnete, ebenso ehren, als den Baumeister, der sie ausführte, zeichnen sich dievatikanische Bibliothek und die Wasserleitung, Kgua ke'Ico, aus.Auch unter Clemens VIII. vollführte Fontana verschiedene Bau»und Veränderungen mit den antiken Denkmälern. Endlich aberbeschuldigte man thu, daß er Gelder, die er zum öffentlichen Diensterhalten hatte, unterschlagen habe. Er verler feine Stelle ampäpstlichen Hofe, erhielt aber sogleich einen Ruf als Architekt underster Ingenieur des Königs beider Sicilien, und begab sich igysnach Neapel. Hier baute er verschiedene Cauäle, um die Über-schwemmungen abzuleiten, eine Straße längs des MscruserS undden königlichen PalasDin der Hauptstadt, der aber in der Folg«sthr verändert worden ist. Sein Plan, einen neuen Hafen beiNeapel anzulegen, wurde erst nach seinem Tode durch einen andernBaumeister ausgeführt. Fontana starb zu Neapel 1607. Sein^ahn, Julius Cäsar, wurde sein Nachfolger als königlicher Archi-tekt. Von Domenico Fontana ist ein Werk vorhanden, das zuAsm iZg-, Mit ly Kupfertafeln herauskam, und iv welchem er die