Gedächtnißkunst
auffassen und leicht wieder hervorrufen kann. Als Erfinder imss w-cd von den Alten der griechifche Dichter Simonidcsoe> nrt (50" Jahre vor Chr.). Die Veranlassung zur Erfind»,!zdi ler Kunst wird so erzählt: Simonidcs befand sich bei einem rei-ch n uno «rg,sehen,n Manne, Namens Skopas, nebst vielen an-dern Gasten zu Tische und sang nach damaliger Sitte ein Lobliedauf ,,en Wirth, worin er aber zur Ausschmückung des Gedichts,v-elleichr, auch weil sicb vom Skopas eben nicht viel Rühmliches'sa-gen ließ, mehr eum Lobe des berühmten Heldenpaars, Castor undVollvr, als zum Lobe des Skopas sagte. Dieser nahm das kärg-l che Lob, Las -bm d r Dichter svcudete, übel auf, und gab dür-fet -n nur die Haltte des versprochenen Elirenioldcs für sein Lo!>-l'.'d mit der Äußerung, die andere Hälfte möge er sich vcm Ei-st" und Poll-ix zabien lassen. Bald darauf "wurde Simomdeia L d m Speisesaale gerufen, weil ihn zwei junge ÄLnner tru-gen: zu . sprechen wünschten. Er fand zwar, als er herausrain,B in nd, während seiner Abwesenheit aber stürzte der Spciscsest«in und er chlug den Skopas mit allen seinen übrigen Gästen. «istnun ei- Verwandten d r Erschlagenen die aus den Ruinen drr-vorae o eneu Leia nam? wegen ihrer Entstellung nicht erkennenkonnt , um sie gehörig zur Erde zu bestatten, so wußte Süne-n-des indem er sich erinnerte, in welcher Ordnung die Gäste jst!ich' n h'tl n, den Lei'chn 'M incs Jeden aus den Ruinen heravr-ruftnd.n D"'e Begebenheit, der man das, wenigstens beigemischte,^abe'.ha tc leicht ansieht, soll den Simonides auf den Gcdant ngebraßt hat-en daß, wenn man dem-Gedächtnisse eine Reihe Mo- st tlun n -inpräaen wolle, man die Vorstellungen >"Bilder verw-ndeln und die-e nach einer bestimmten Ordnungin >>ewiss' belannte Theile des Raums oder Ortes (z. B. duWän e eines Zimmers, die man in eine bestimmte Anzahl kteiiu-rer Vierecke eintheilt) vertheile» müsse, indem alsdann dies: duSe le norchwibenr-en Orte die Bilder und diese wieder die ent-sprechenden Vorstellungen in der verlangten Ordnung der-vo:rufen wurden. Sim.onides sel'-st soll es auch in dieser Kunstzu - ,o>u solcken sserrr'akeit gebracht haben, daß er nicht nur alteund reMenschen an Gedächtniß übertraf, sondern auch dasselbe bis ins
h he Alter behielt. Dock behaupten einige alte Schriftsteller, er habe M
St rkung seines Gedächtnisses auch physische Mittel oder A^zneie»gebraucht. Mau hat in neuern Zeiten die fast in Vergessenheitgeritkene Gedacht»,ßkunst des Simonidcs wieder hervorgesuast-und sich bestrebt, ihr mehr Vollkommenheit und Anwendbarkeitauf alles, was dem Gedächtniß anvertraut werden soll (Begebe"'betten, Worte, Zahle» u. s. w.) zu geben. Besonders haben Win dielen Hinsicht Schenkel und sein Schüler Sommer, tubeGe schon im Anfange des siebzehnten Jahrhunderts mncmomMVersuche machten, in den neuesten Zeiten aber Areti», Kapvor, Feinaigle und sein Schüler Guivart ausgezeichnet. Mnige derselben sind auch als Gedächtnißkünstler becumgerei l,um Proben ihrer Geschicklichkeit abzulegen und das Publicum zuG> lernen dieser Kunst zu ermuntern, Es scheint aber, als nmdies. Kunst mehr darauf abzwechte, durch auffallende Gemacht kknnfistücke Staunen zu erregen, als die Gedächtnißkraft selbst 'gestalt zu erhöhen, daß sie alles leicht auffaßt, lange auf.ew d