Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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GtMÜthsbewegungrn 889

Champagne geborey. Er war von niedriger Herkunft und zeigtein früher Jugend so wenig Talente, daß er rn der Schule kaumlesen und schreiben lernte und Gehülfe eines Pastetenbäckers wurde.Im zwölften Jahre seiner Ältern beraubt, kam ex nach Freihurgzu seinem Bruder« einem Holzschneider, von welchem er die Aa-saygsgründe der Zeichenkunst lernte. Bald darauf nahm ihn einAnverwandter mit nach Rom, wo er, ohn« Geld und Schutz, sei-nem Schicksal überlassen, von dem vortrefflichen Landschaflsmah-ler Agostiyo Talfi als Farbenreiber und Küchenjunge angenommenwurde. Nebenher erhielt er aber doch auch einigen Unterricht inder Mahler«. Einige Bilder von Gottfried Vals entzückten ihnso, daß er» trotz seiner Armuth, zu diesem Künstler nach Reapctreiste, um an seinen Mustern zu lernen. Und nun entwickelte erein so vorzügliches Genie, daß er selbst bald in der Reihe der er-sten Lanbschaftsmahler stand, besonders nachdem er in der Lombar-dei und iy Venedig die musterhaften Landschaften von Giorgioneund Tizian studirt, und sich die Art der Beleuchtung und des Ko-lorits dieser Meister eign, gemacht hatte. Nach einer Reis« insein Vaterland ließ er sich 1627 in Rom nieder, wo er von denVorzüglichsten geehrt, mit dem Beifall der Kenner gekrönt, und,da seine Werke sehr gesucht wurden, in Wohlstand lebte, bis eriw Jahr >782 am Podagra starb. Die großen Gallerten in Ita-lien, Frankreich, Spanien und Deutschland besitzen von ihm schätz,bare Werke. Vier seiner besten befinden sich in der Gallerie zuKassel, zwei in der dresdener. Bon allen aber das vorzüglichsteund worauf er selbst den meisten Werth legte, ist seine Abbildungeines Wäldchens her Villa Madama. Clemens Xk. machte sich an-He.!<hig, «s ganz mit Goldstücken zu bedecke»; der Künstler aberwollte es durchaus nicht geben, da er eö, nach der Natur copirt,al« Studien brauchte. Bei einem ungemeinen Reichthum derErfindung, kraft dessen er in den Gegenständen einen beständige«Wechsel anzubringen wußte, hatte er ein ernste« tiefes Studium.In der Wahrheit, womit er die Wirkung der Sonn« zu den ver-schiedenen Stunden des Tage«, und die sanften kühlenden Lüfte,die durch die Wipfel Hinspielen und in dos Gemurmel eines, un-ter dem Schatten sich hinschlangclnbcn Baches flüsternd einstimmen»täuschend auszudrücken wußt«, steht ihm nur Kaspar Dughet zur«eite. Alle seine Nebenbuhler aber übertraf er darin, daß er ei-nigen dunkel beschatteten Stellen eine thauige Feuchtigkeit zu lei-hen wußte, die gqnz unnachahmlich ist. Unvollkommen waren da«Legen sein« Figuren, und er wußte dies selbst so gut, daß er zufügen siegte, er verkaufe die Landschaften und gebe die Figuren «».«er einem großen Theile seiner Bilder sind sie aber v-n Säurtund Francesco Allcgrinz. Am liebsten und daher auch am öfter«sten wählte er angenehme, gränzenlose Aussichten, in deren tau?icheyher Ferne das Auge sich verliert.

Gemüthsbewegungen, Affekten, nennt man gewissevorübergehende Stimmungen d«S Gefühlsvermögens, welche, so langesie herrschend sind, das Gemüth gleichsam aus seine« ruhigen Gleich-gewtcht (Gemüthsruhe) heben, die Fassung stören, und mithin ste»tzÜberlegung und Selbstbestimmung durch Grundsätze unmöglich ma?qen. Sie sind theils angenehme, theils unangenehme, reine odeygemischte. Freude, das angenehme übermannende Gefühl ubep«n erhaltenes Berguügen: Traurigkeit, hat unaagenehmtz Htz»-