898 Gneiftnau
Böhmen fiel, wurde hkeher ein kaiserlicher Commandant 'gelegt,der zugleich den militärischen Oberbefehl in Schlesien führte. Z«blieb es, bis nach dem Tode Carls VI. an der Maria TheresuBesitzthümer mancherlei Ansprüche gemacht wurden, und unter ihnen von Friedrich II. in Preußen auf vier schlesische FürstenthS-mer, die seinen Vorfahren durch Erbrecht oder Erbverbrüderungngehörten. Hieraus entspann sich der schlesische Krieg, in welch»Friedrich am 9ten Mai 1741 Glogau eroberte, das ihm auch notdem Friedensschlüsse von 1742, so wie ganz Rirderschlesien, vwblieb. Seitdem wurde es noch stärker befestigt. In dem Brandt1758 verlor es das beste Drittheil seiner Häuser; eine noch hüttere Prüfung stand ihm in den letzten sranzösttchen Kriegen beym.Am 2ten December 1806 übergab der preußische General v. Reis«hard die Festung an den General Bandachme und den wirtembwzischen General v. Seckendorf, nachdem erst Tages vorder diiBatterien ihr Feuer geöffnet hatten. Bon dieser Zeit an Msie in französischen Händen. Nach Stipulatione» von ifloz sallktGlogau an Preußen überliefert werden, sobald die Hälfte duContributionen abgetragen seyn würde, allein Frankreich hielt dü-sen Lractat so wenig als den späteren von ign, vermöge deff»die Berproviantirung dieser Festung vom Tage der Unterzeichnn«;der Convention auf Kosten Frankreichs geschehen sollte. Nicht ganug, daß keine Vorstellung bewirken konnte, was die Gerechtig-keit und der buchstäbliche Inhalt des LractatS erheischten, ma»konnte nicht einmal erlangen, daß die umliegende Gegend keinen ge-zwungenen Requisitionen mehr ausgesetzt worden wäre. Ungeach-tet der Kaiser der Franzosen dies versprochen hatte, erhielt d«Commandant die förmliche Erlaubniß, auf zehn Stunden in di>Runde alles wegzunehmen, was er für nöthig hielte, und diswurde denn mit nicht geringer Gewaltthätigkeit ausgeführt. Al-ler französische Druck lastete auf dem unglücklichst. Orte, und Mzweifelt, daß dieser bis zum Peinlichen vermehrt ward, als Preu-ßen strn Jahr igiZ gegen Frankreich sich aüf Rußlands Seite wei-dete, und Glogau nun belagert ward. Die entscheidende Schlagan der Katzbach und Neiße befreite Schlesien, Glogau aber bl«in feindlichen Händen, und erst am i.gte» April 1814 ging es wie-der an die Preußen über. Die Geschichte dieser Leidenszeit »a»Glogau haben Benkowitz und Goupp beschrieben.
Gn eisen« u (Graf Neidhart von), königlich preußischerneräl der Infanterie, wgrd 17g . bei Lauer in Schlesien geborc«.Ein Sohn des Kriegs bezeigte er schon früh Lust zum Soldatei-stande. Wißbegierig erlernte er als Knabe und Jüngling das Mseine künftige Bestimmung Nöthige, vernachlässigte überdies»- .dern Wissenschaften, besonders Physik und Ökonomie, keineswep !Er diente unter der schlesischen Fü-elrer-Brigade als OsWb !und ward gegen das Jahr 1M2 HaustÜnonn. Im Feldzug -wurden'eine Talente bemerkt; sein Monarch scndeteihn als Obess-lieutenant im April 1307, von Königsberg aus, denn bedrängt " lColberg zu Hülfe. Er übernahm dort, an der Stelle des au >ganz unfähigen Generals Lucadou, den 'vosten alS Commanvaw- ^vereitelte die Folgen der fchlervollen Maßregeln seines Vorgangdurch ein kräftiges und kluge« Benehmen, schlug durch SweckmNi S'Anstalten alle wüthenden Angriffe des Feindes zurück, und? -trotz eines fürchterlichen Bombardements, die kleine Festung,
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