Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
926
JPEG-Download
 

§26

Hrbel

halt auf der Universität ward er 178z Secretär bei dem herzogl.

1 geheimen Cabinet, stieg 1794 zum geheimen Secretär, ünd-nfürdk1317 zum königl. Hofrath und-Bibtiothekar ernannt. In diesinseiner Neigung entsprechenden Amkttn lebt tr glücklich im Kreiseseiner FaMilie und seiner-Freunde , und erfreut sich auch derBlt-bindung mit trefflichen Männern des Auslandes. Sein« Mußehat er stets der Poesie und Literatur zugewendet. Er arbeitetean mehrern- gelehrte» Zeitungen, Journalen und Taschenbüchern-nimmt seit 1807 an der Redaction des Morgenblattes Theil, undhat mehrere theils größere, theils kleinere Gedichtsammlungen hettausgegeben, worüber wir auf Meufel verweisen, Wrr dürfenbald einer vollständigen Sammlung seiner Gedichte entgegensetzn.

Hebel (I. P.), Conststvrialrakh und Professor zu Gart«,ruhe, hat sich durch seine allemannischeu Gedichte eine»eigenen Platz auf dem deutschen Parnaß erworben. Sein Tqlentzsagt Göthe, neigt sich gegen zwei entgegengesetzte Seiten. Lnder einen beobachtet er mit frischem, frohem Blick die Gegenständeder Natur, die in einem festen Daseyn, Wachsthum und Bewe-'gung ihr Leben aussprechen, und die wir gewöhnlich leblos zunennen pflegen, und nähert sich der beschreibenden Poesie; dockweiß er durch glückliche Personifirationcn seine Darstelstingn aufeine höhere Stufe der Kunst herauszuheben. An der anbetn Skkte°neigt er sich znm sittlich-Didacttschen und zum Allegorische»/«bor auch Hier kommt ihm jene Personisicatio» zu Hülfe, und lyre-er dort für seine Körper einen Geist fand, so findet er hier füLseine Geister einen Körper. Webst antike oder andere durch pla-stischen Kunstgeschmack gebildete Dichter da« sogenannte Leblose'durch idealische Figuren beleben, und höhere Naturen, als Nym-phen, Dryaden u. s. w. an die Stelle'der Felsen- Oueflefi miifBäume setzen: so verwandelt dieser Dichter hergegen diese Natur-gegenstänbc zu Landleulm, und verbauert, auf die naivste anmn-rhigste Weise, durchaus das Universum, so daß die Landschaft, Eher mau denn doch den Landmann immer erblickt, mit ihm in un-serer erhöhten und erheiterten Phantasie nur eines auszumachen'/scheint. Dar Local ist dem Dicht«: äußerst günstig.' 'Er hält sichbesonders in dem Lanbwinkel auf, be» der bei Basel gegen Kör-ben sich wendende Rhein macht. Heiterkeit des Himmel«, Frucht-barkeit der Erde, Mannichfaltigkeit der Gegend, Lebcndiattit des 'Wassers, Behaglichkeit der Menschen, Geschwätzigkeit,'Darstel-lüngSaabe, uns neckische Sprechweise, so viel steht ihm zu Gebot, -um das, was ihm sein Talent eingibt, auszuführen. Wendenwir von der Erde unser kluge an den Himmel, so finden wir die ,großen leuchtenden Körper gnch als gute wohlmeinende, ehrlicheLandkeute. Die Gönne ruht hinter ihren Fensterläden, der Moiid,ihr Mann, kommt forschend herauf, ob sie wohl schon zur Ruhe"sey, daß er noch eins trinken könne; ihr Sohn, der Morgenstern-steht früher auf, als die Mutter, um fein Liebchen aurzmuchen.Hat der Lichter auf Erden seine Liebesleute vorzustellen, so weißer etwas Abenteuerliches drein zu mischen. Sehr gern verweilter bei Gewerb und häuslicher Beschäftigung, Jahres - und Ta-geszeiten gelingen ihm besonders. Hier kommt ihm zu gute, daßer ein vorzügliches Talent har, die Eigenthümlichkeiten der Zu-stände zu fassen und zu schildern. Eine gleiche Nähe fühlt er zuPflanzen und Thieren. Andre Gedichte leiten -mit großer ein-