Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
969
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P,n:ma Leopold (G. C. F.) >-^9

Legitimität? Dagegen fehlte ihm diese Legitimität gänzlich, alser sich nach seiner Rückkehr von Elba des Throns von Frankreich,wieder bemächtigen wollte. Denn hier stürzre er eint bestehendepolitische Ordnung um, und bewirkte selbst eine Art von Anar-chie; ein großer Theil von Frankreich'-war gegen ihn in förmli-chem Ausst'.nde begriffen, und schickte keine Devutirten zum soge-nannten Maifclde, wo er sich erst legitim mach n wollte; auch er-kannte ihn keine einzige auswärtige Macht an, weil man sich auslanger Erfahrung überzeugt hatte, daß mit ihm in kein dauer-haftes Rechtsverhältniß zu treten war. Was >'bcr geschehen seynwürde, wenn Napoleon bei Belle Alliancc gesiegt hätte, läßt sichfreilich nicht bestimme». Nur so viel ist gewiß, daß die neusran-zösische Theorie von der Legitimität dadurch sehr würde ins Ge-dränge gekommen seyn. Daß aber diese Theorie nie praktisch ge-golten hat, sondern einzig die hier aufgestellte, beweist die ganzeGeschichte, besonders die von England, wo jetzt auf dem Throneder EtuartS Herrscher sitzen, die alle Welt für legitim hält, wak-rcno sie, wenigstens bis zum Tobe des letzten Prätendenten, nachjener Theorie für illegitim gehalten werden müßten. Man vergl.übrigens Krugs Aufsah: Über bestehende Gewalt und Gesetzmä-ßigkeit (lexitimitö) in staatsrechtlicher Beziehung, in AdamMüllers 'deutschen Staatsanzeigen, Band i. Stück Z,Nr. r. O.

Lemma, ein aus einer fremden Wissenschaft entlehnter, dortbewiesener Satz, dessen man sich in einer andern Wissenschaft ohneBew-lS bedient — Lehnsatz, Hülsssatz.

Lento, gemächlich, langsam, zeigt das Zeitmaß und denCharakter eines Tonstäcks an. S. Adagio.

Leopold (Georg Christian Friedrich), Prinz von Sachien-Coburg-Saatfeld und'Gemahl der Prinzessin Charlotte von Wa-les, der präsumtiven Erbin des brittifchen Reichs, ist der zweiteBruder des regierenden Herzogs von Coburg, Ernst, und denlöten December i^yo geboren. Er empfing die sorgfältigste Er-ziehung, ward, als die Vermählung seiner Schwester Anna Feo-dorowna mit dem Großfürsten Constantin das coburgsche Hausmit Rußland innig verband, als General, im russischen Heere an-gestellt, und befand sich 1806 mit seinen Ältern in Saalfeld, alsder unglückliche Krieg sich über Norddeutschland bis an die Grän-zen Rußlands verbreitete. Als iMtz der regierende Herzog nachRußland reis'te, nahm für diese Zwischenzeit Prinz Leopold anden Regierungsgeschäften Theil; in demselben Jabre begleitete erden Kaiser von Rußland auf den Congreß nach Erfurt. Nur dieäußersten Drdhungen Napoleons konnten ibn dahin bringen, imJahre igio seine Stelle im russischen Heere niederzulegen. Mitso größeren Eifer widmete er sich von jetzt an den Angelegenheitenseines Hauses, den Kunst.n und Wissenschaften. Unter andernunterhandelte und schloß er ign zu München mit dem besten Er-solge einen Gränzvcrtrag mit Bayern. Inzwischen zogen sich neuePolitische Ungewiltor zusammen; der Prinz, seiner Unthätlgkeitmüde, bot dem russischen Kaiser seine Dienste aufs neue an, welchedseser jedoch wohlwollend bis auf bessere Zeiten ablehnte, undgsng rgiL, um sich' der Beobachtung der französischen Regierung«nigermaßen zu entziehen, nach Wien, Italien und der Schweiz,inzwischen hatte sich die Lage der Sachen plötzlich geändert.