Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
1012
JPEG-Download
 

1012

Mu^mus Mazzola

denn er war selbst ein Kenner und Freund Lcr Wissenschaften.Vorzüglich unterstützte er die Unsverfltät Bonn, und erweiterte siedurch nützliche Anstalten; auch vermehrte er die Hofbiblivthek mitden kostbarsten und alksgezeichnetst-n Werken, deren öffentliche Be-nutzung er begünstigte. Und doch lebte er, obgleich seine Ein-künfte gegen 2h Millionen Gulden jährlich betrugen, in seinemHauswesen sehr einfach und haushälterisch, und war ein Feindalles zwecklosen Aufwandes. Er war ein theilnehmender und ge-liebter Bater seiner Unterthanen, und keiner» war der Zutritt zuihm verschlossen. Er sprach auf eine gleich interessante Weise mitLeuten aller Stände, und hatte in seiner Unterhaltung eine lie-benswürdige Offenheit; seine gute Laune und sein Scherz äußertensich oft sehr originell und naiv. Er sprach mehrere Sprachensehr fertig, las die besten Schriftsteller der neuern Zeit, liebtesehr die Musik, und spielte selbst einige Instrumente. Die Ge-schäfte eines jeden Tages hatten ihre bestimmte Ordnung. SeineEZlust soll ungewöhnlich groß gewesen seyn; doch trank er mirWasser. Seine körperliche Masse wog 477 Pfund. Seinen Sinnfür schöne Natur bezeugien seine Anlagen zu Godesberg, Poppelö-dorf und Augustsburg. Doch leider sollte er die Früchte seinerväterlichen Regententhä-igkeit bald zerstört, und sich von seinengeliebten Unterthanen losgerissen sehen. Der französische Revolu-tionskrieg brach aus. Mit weiser Vorsicht, aus Sorgfalt für dasBeste seines Landes hatte er immer die strengste Neutralität beob-achtet, und an der Sache der Emigrirten keinen Theil genom-men. Sobald aber der Ncichskrieg erklärt war, erfüllte er alsdeutscher Fürst seine Pflicht. Als im Herbst 1794 die Franzose»in Bonn einzogen, sah er sich genöthigt, seine Residenz zu ver-lassen, die er nun nicht wieder sah. Er floh zuerst nach Münster,von da noch Meraenthsim und Ellingen, wo er (unter dem Schutzeder preußischen Neutralität) sicher war. Im Frühling iZoo be-gab er sich nach Wien, und starb am Listen Juli Igor zu Hetzen-dorf. Über ihn s. auch Dohms Denkwürdigkeiten rc. ir Band,Nr. 4; und Maximilian Franz, letzter Churfürst von Cöln, voinFreiherrn von Seida, Nürnberg 180Z, 8.

Marimus Tyrius (aus Lyros), ein platonischer Rhetor(100 nach Ehr. Geb.) durch 41 noch vorhandene Abhandlungenverschiedenen Inhalts (meist aus der praktischen Philosophie) be-kannt — ex aec. Davlsü c. riotis lVI.e r o 1 a n <l i, Donä.1740, 4-: cura lsteiskli, lbxs. 1771, 2 Voll. g. Der Styl der-selben ist nicht ganz rein.

-j-Maynz (Stadt), wurde im Juli 1816 von Hessen-Darm-stadt in Besitz genommen.

Mazzola (Francesco), oder Mazuola, Mazuolr, auchMazzuoli, genannt il V-olnsAluno oder ??.,ineAi»niiio (ausBarina), aus einer Familie, welche mehrere Mahler hervorge-bracht hat, einer der berühmtesten Mahler der lombardischenSchule. Nach Fiorillo war er lfloz geboren, ein Sohn des Mah-lers Filippo Mazzola, mit dem Beinamen -lall'Li bcrrs. SemTalent, Naturaegenstände abzuzeichnen, soll zwei seiner Oheims,welche ebenfalls die Mahlern ausübten, bewogen haben, ihn mihren Unterricht zu nehmen. Später mag er seines LandmannsMarmitta Unterricht genossen haven. In lei'nsm sechzehntenvollendete er schon die Taufe Christ-, ein Gemählde, das