Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
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Mroicin

den Säften des Körper« den Vorzug vor den festen Theilen einund es entstand so die Hu Moralpathologie, die unter denmannichfaltigstcn Formen von Hippokrates bis auf unsre Zeitenauigestellr morden ist. — Auf solche Weise nun entstanden im Wer,lauf von 2000 Jahren ein- große Menge verschiedner Systeme.Wurde aber eins oder das andre an die Erfahrung gehalten, undin derselben unbefangen geprüft, so mußte sich jederzeit das dop-pelte Resultat ergeben, es sey durch das System nur ein Theilder Erscheinungen erklärt worden; und wer vorhereinem System ge-huldigt hatte, und zu dieser Überzeugung kam, der behielt wohldas Gute und gab die größer» Anspräche des Systems auf. Soentstand der Eklekticismus, der auf dem Standpunkte derEmpirie die dogmatischen, durch den Verstand geschaffenen Syste-me betrachtet und benutzt. — Höher aufstrebend erblicken wir denSkepticismus, aber auch noch befangen in der Region derVerstandes. Da» Unbefriedigende jeder Wissenschaft, die in demVerstände allein wurzelt, erkennt er, und wagt eS nicht, sich überdieselbe zu erheben, zweifelt daher lieber an der Wissenschaft über-haupt und ihrer Möglichkeit. Luch hat er sich unter den philoso-phischen Ärzten bisweilen, obwohl seltener, al« jede andere Be-trachtungsweise, gezeigt, c) Wohl hat sich in manchem Kopf«schon «ine Vernunftansrcht (Rationalismus) der Naturwiffenschaftund Medicin geregt; wohl öfter sind Ideen aus dem Schooße derVernunft genommen, unter verschiedenen Namen ausgesprochen,mit mannichfaltigen Bildern ausgeschmückt und verglichen worden.Aber die Nachfolger blieben beim Worte und Bilde stehen, und er-hoben sich nicht zu der Idee, zu dem, was bezeichnet werde«sollte; oder man trug die Vecnunftidee unmittelbar und nicht überdie Brücke der Deduction und Abstraction auf die Erfahrung, diesich wohl fügen mußte, über, und stellte so religiöse und mystischeSysteme auf, die noch nie auch nur um ein Haar breit die Wis-senschaft erweitert und bereichert haben; oder man begnügte sichwohl gar mit der erreichten Höhe und war stolz genug, nicht wie-der herabzufteigen in das Gebiet der Empirie, und es wurde diegepriesene Lllseitizkeit eine wahre Indifferenz gegen alle Mannich-faltigkeit. Die alte und neue Zeit liefert Belege zu diese» Be-merkungen und federt uns auf, auch gegen den zuweit gehende«Rationalismus auf unsrer Hut zu seyn, und es geschieht dies nur,wenn wir dem Verstände und der Beobachtung ihre wohlbegrün-deten Rechte einräumen. Nur wo Beobachtung, Reflexion, Ab-straction, Deduction und Construction sich durchdringen und wech-selseitig unterstützen, nur da kann und wird auch die Wissenschaft»nd Klinik in lin-er nnnie» Glorie vranaen. — So ist denn die

und Kunst in ihrer ganzen Glorie prangen. — So ist dennWissenschaft und Kunst der Medicin seit mehr als 2<icki Jahrenbearbeitet worden und hat endlich eine solche Ausdehnung erhalt-»,daß eS nothwendig wurde, diese in mehrere Theile oder Zweige,Doktrinen genannt, zu theilen. ES ist jetzt unser Geschäft, diewzu bestimmen, oder die Theile anzugeben, aus welchen die Medicinbesteht. Ist diese nun aber, wie wir oben bestimmten, die Wis-senschaft von der Idee der Lebens, so wird er die höchste Aufgabefür die Medicin seyn, diese Idee, auf welche alle ihre einzelnenTheile beruhen, zu bestimmen. Und eS kann dies nicht genügendgeschehen, »hne sie in ihrer größten Allgemeinheit, ja in ihrerAhsvkutheit aufzufassen. Die- aber zu thu» ist die Aufgabe t. der

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