Medicin 1025
stnschaft, k>. Psychologie, o. Anthropologie, a. Natur-geschichte des Menschen und seiner Species, Hygie-nie, k. Mineralogie, g. Repetition der Anatomie in einemEraminatorium, K. Wiederholung oder Fortsetzung der Botanik.Im vierten Halbjahre, welches der Kenntniß des Lebens imkranken Zustande und der Mittel gegen denselben bestimmt ist,machen -> die Pathologie und l>. die Hcilmitrellehre dieHauptwiffenschaftcn aus. Dabei aber muß sich der Schüler c. imanatomischen Prüpariren üben und sich dadurch die Anatomie voll-ends aneignen; überdies kann auch s. die psychische Heil-kunde jetzt schon studirt und darüber gehört werden; - die Phy-siologie aber ist und zwar am besten in disputatorischer Formzu repetiren. Auch ein philosophisches oder historisches CoUegiumzu besuchen wird noch Zeit übrig seyn. Zm fünften und sechs-ten Halbjahre, die beide mit einander in der Betrachtungverbunden werden (weil die mehresten jetzt zu hörenden Collegiaein ganzes Jahr hindurch dauern und weil es von ander» gleichgül-tig ist, ob sie im fünften, sechsten oder siebenten Halbjahre gehörtwerden) und die der Betrachtung des Lebens im Zustande der Hei-lung vorzüglich gewidmet sind, machen s die allgemeine undspecielle Therapie, i>- die Chirurgie, c. die Lehrevon der Entbindungskunst (Accouchemcnt) die Hauptwis-senschaften aus. Damit ist aber auch ä das Studium der Phar-macie, -. die Lehre vom Formulare, Receptirkunst, t.die Staatsarznei künde, gerichtliche Medicin und medicinischePolizei; x. die Geschichte und Literatur der Medicin zuverbinde» und das D i sp uta to ri um, was sich jetzt auch aufpathologische Gegenstände ausdehnt, fortzusetzen; i. die Roso lo-gte und nosologischen Systeme; l;. Semiotlk und i. patho lo-gt sche Anatomie können wohl dem Privatstudio überlassenbleiben. Das siebente, achte und wenn es möglich ist, dieStudienzeit so lange auszudehnen, auch das neunte und zehn-te Halbjahr sind nun endlich der praktischen Übung selbst be-stimmt und es ist diese zu erhalten in einem Spitalcli-^ »icv; b. in einem Polyclinico (clinic. ambul-icor.) o. in ei-! »ein chirurgischen Clinico und ä. im Gebärhause. Überdieswird jetzt auch noch ein oder das andre Collegium, das früher^ nicht gehört werden konnte, nachgeholt, die Übungen im Schrei-ben und Dispuliren werden fortgesetzt und die Specimina ausge-i scheltet. So ist die Zeit des akademischen Lebens zweckmäßig ein-! getheilt, und wer sie gewissenhaft benutzt, wird aus derselben ge-hörig vorbereitet in das bürgerliche Leben eintreten. Er wird auchbier und zwar das ganze Leben hindurch immer noch mehr lernenkönnen und müssen; aber es wird ohne Nachtheil für die Krankengeschehen, welche Hülfe suchen. Hier, im bürgerlichen Leben,kommt denn der Arzt in ein Verhältniß »- mit dem Kranken selbst,
, bas sich auf Zutrauen und Achtung von der einen, und auf Wohl-i wollen, Lust zu helfen und zu erleichtern von der andern Seite,gründen soll. Ist Folgsamkeit und Offenheit, und einige Beloh-nung der ärztlichen Muhe vom Kranken zu erwarten, und dessenPflicht, so sind die Pflichten des Arztes noch größer und findennur in der eignen Brust desselben ihre Belohnung, wenn sie er-füllt, oder ihre Strafe, wenn sie vernachlässigt wurden; nur inflhr sehr seltnen und groben Fällen kann darüber von einem Ge-
Ccrm. g«x. (Suxp,. Dd.). ^