Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Meursius Meycrn ivzy

tischen Schule, ist 1615 in Leyden geboren, Und lebte in Amster-dam, seiner Geschicklichkeit wegen in großem Ansehen. GeintMuster waren Douw, Terbury und M i e r i S, SeinSryl ward aber bald noch edler. Er mahlte Gegenstände aus demgewöhnlichen Leben,, Frauenzimmer mit Früchten, Chemisten inihren Laboratorien, Arzte bei ihren Kranken rc. Seine Manier istfrei und gefällig, und er ist ein vorzüglich treuer Nachbildner derNatur. Er wußte die Harmonie der Farben so gut zu behandeln,daß man z. B. ein rothes Kleid, und hinter demselben einen ro-then Vorhang in Ansehung der Stoffe leicht unterscheiden konn-te, ohne in den Farben einen großen Absatz wahrzunehmen. —Eine Dame, die ihre Laute stimmt, und eine andere, welche dieHände in einem silbernen Becken wäscht, das ihr von der Kam-merjungfer vorgehalten wird, gehören zu seinen vorzüglichstenStücken. Seine Werke sind selten, weil er langsam arbeitete,abir sehr geschätzt. Seine Lebensart war regelmäßig, und dem zuanhaltenden Arbeiten schreibt man seinen frühen Tod zu. Er starb1658 in Amsterdam.

Meursius (Johann), geboren zu Utrecht 1579, Professor zuLeyden 1610, im folgenden Jahre Historiograph von Holland, dann,um den Anfeindungen und Bedrückungen zu entweichen, denen erals treuer Anhänger Barnevelds und der patriotisch Gesinnten viel-fach ausgesetzt war, Professor der Geschichte und Politik zu Soraund königl. dänischer Historiograph seit 1625, starb am2vstenSep-temb. 1639. Seine zahlreichen, meist die griechischen Alterthümerbetreffenden Schriften zeugen von seinem ausgezeichneten Sammler-fleiße und seiner ausgebreiteten Belesenheit, sino aber übrigensbloße Materialienmagazine, ohne Geschmack, Geist, oft selbst ohneOrdnung zujammengehäuft, welche erst unter den Händen kritischerund geschmackvoller "Bearbeiter wirklichen Nutzen schaffen können.Gleiches gilt von seiner Geschichte von Dänemark. Scinearchäolo-gischen Schriften finden sich gesammelt in Grävs und Gronovs lllie-Siliriis -li>rigi,ir»t,rrii; eine Sammlung aller seiner Werke besorgteLami zu Florenz 1741—1763. Xll. Vol. kol.

Meyern (Wilhelm Friedrich), gegenwärtig kaiserl. österrei-chischer Hauptmann im Generalstabe. Dieser Mann ist seinen ge,nauern LebenSumständen nach wenig bekannt. Um das 1 .1760 in Fran-ken geboren, erhielt er früh eine Erziehung, die seiner Neigungzum Soldatenstande, wie zum gelehrten Denken und praktische» For-schen gleich günstig war. Nachdem er eine Zeit lang in der Artil-lerie gedient, nahm er den Abschied, machte große Reisen in Eng-land, Schottland, Deutschland, Polen, Ungarn, ganz Italien undGriechenland, und hielt sich längere Zeit in Constanlinopel und inSicilien auf, über welche Länder er die richtigste und tiefste Kundeerwarb, indem er eben so sehr die Lebensart, den Charakter, dieGesetze und Verfassungen der Völker, als die Natur in ihren man-^ichfachften Beziehungen erforschte. Nicht geringer- Aufmerksam,reit widmete er den Anstalten des Verkehrs, dem Kriegswesen,ber Staatswirthschaft, der Geschichte und besonders der bildendenKunst. Aus solchen Anschauungen und Forschungen schuf sein reg--wmes, tief ergriffenes Gemüth, das eben so geistreiche als originelleWrrk, Dya-Na-Sore in fünf Theilen- das in der deutschen Li-teratur nicht geringe Sensation erregte. Leidenschaftlich sind die»ideen von Vaterland, Areihsit und Tapferkeit in diesem Luche