Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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1041
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Michelson 1241

sprungS der französischen Abgaben mit sehr freimüthigen Bemer-kungen. Der Minister Cslbert stellte ihn darüber zur Rede. Me-zeray versprach Abänderungen in der nächsten Edition, welche abernur schwache Milderungen waren, und den Zusatz hatten, daß ersie gezwungen mache. Colbert entzog ihm deßhalb die Hälfte sei-ner Pension, und als er darüber murrte, auch die andre. Mezerayerklärte darauf, er werde seine Geschichte Frankreichs nicht weitet?fortführen, und damit man wisse warum, verschloß er das Ichbe-zogene Geld in ein Kästchen, und schrieb darauf: ,,Dies ist dasletzte Geld, das ich vom Könige erhalten. Er hat aufgehört, michzu bezahlen, und ich habe aufgehört, von ibm zu reden. Freie, oftderbe Äußerung dessen, was er für Wahrheit hielt, war überhaupteiner der vornehmsten Züge seines durch mancherlei Sonderbar-keiten nicht uninteressanten Charakters. Seine Lebensbeschreibungvon Laroque steht vor der ämsterdamer Ausgabe seines Ksi-äzäcI>roiioIoAlg>>le- Seine Schriften tragen seinen Charakter, ihrStyl ist gemein, unrichtig, aber was er sagt, steht bestimmt,klar und frei da. Ja in gewissen Augenblicken erhebt er sich zurHöhe eines Lacitus, und schildert mit einem starken Zuge einenganzen Charakter. Dagegen nahm er sich llngenauigkcit gar nichtübel, seine große Geschichte ist voll davon, weniger der Auszug.Unter seinen übrigen Schriften zeichnet sich sein li-aite äe l'orixi»«äes kraiihoig Lurch außerordentliche Gelehrsamkeit aus. Auchschreibt man ihm einige Satiren auf die Regierung unter dem Ra-inen Sandricourt zu, welche ein Gemisch von Laune, niedri-gen Possen, Quodlibets, zuweilen auch Witz und Gelehrsamkeitsind, Bon Ausschweifungen war sein Leben nicht frei. Er starbim izten Juli iü8Z.

Michelson (Johann von), ein ausgezeichneter rUff. General,Ritter mehrerer russischen Orden, ward i?ao, wahrscheinlich inkiifland, geboren, trat 1754 in russische Kriegsdienste bei der Garde,diente im siebenjährigen Kriege und ward in der Schlacht bei Zorn-dorf durch einen Bajonnetstich verwundet und zum Premierlieutenantbefördert, 175g aber in den Schlachten von Züllichau und beiFrankfurt an der Oder durch drei Kugeln blessirt und zum Capi-tän erhoben. In den Jahren 1769 und 1770 wohnte er als Ma-ior dem Türkenkricge bei, und ward in der Schlacht von Largaam Arm verwundet. Im I. 1771 commandirte er in Polen einbesonderer Detaschement, und zeichnete sich durch Mulh und Ta-pferkeit aus. Unter dem Helden Suwarow wohnte er der Einnah-me von Krakau bei, commandirte hernach bei Lublin, Und erwarbsich durch seine Bravour, Leutseligkeit und Uneigennützigkeit eineng>anzenden Ruhm. Bei Radom brachte er dem Marschall Pulawsky,b>r ganz Rußland bedrohte und der Kaiserin Catharina große Bc-AbPssc erregte, eine gänzliche Niederlage bei, und rettete den^bnig von Polen, SLanlslaus, aüs seinen Händen. Vorzüglichwichtig aber waren seine Dienste gegen den Rebellen Pugalschew^ 774 ), welchen er nach mehreren Siegen in eine Wüste trieb, worr von dem Reste seines Anhangs zur gerechten Bestrafung ausge-ufert wurde. Zur Belohnung wurde er Oberster. In dem rus-Mch-schwedischen Kriege commandirte er als Generallieutenant un-»r dmi Grafen Mußin Puschkin, nöthigte Gustav Hl- die Bela«geeung von Friedrichsbamm aufzuheben, eroberte i7c>9 die ganzeI--.wcd,sche Landschaft Sawvlax und wurde dann auf eigene» L«r-e»uv. r«x. (Svppl. Bd.) üü