rv44 Milttärschulen
und der mechanischen Fertigkeiten darin erlernen; Z. als Krieg t>schulen, indem die Zöglinge vom Knabenalter, gewöhnlich schon vornrolen, I2ten Jahre an, als Soldaten reglementsmäßig verpflegt,gekleidet, und an militärische Ordnung gewöhnt, dann aber auchbis zum i7ten, i 8 ten Jahre in allem, was der Subalternofsicier,vorzüglich bei der Infanterie, nothwendig wissen muß, unterrichtetwerden. Dieser dreifache Zweck erschwert ihre Einrichtung: den»pädagogische Grundsätze und militärische Formen lassen sich nurunter einer sehr einsichtsvollen Leitung zweckmäßig verbinden, ssdaß jene nicht im Zwange eines nothwendigen Mechanismus ersti-cken , diese nicht für die Jugend einen Maßstab aufstellen, der nurfür Erwachsene berechnet ist, oder,, im entgegengesetzten Falle selbstin ein bloßes Formenspiel ausarten, wo der Jüngling leicht dirAußenseite als Hauptsache ansieht und den Ernst seiner Bestim-mung über das Soldatenwesen im Kleinen vergißt. — Eine zweit«Echivierigkcit betrifft die intellectuelle Bildung. Jünglinge, diesechs bis sieben Jahre in Einem Hause, unter denselben Verhält-nisse», von den Elementen der allgemeine» Schulbildung an biszu den wissenschaftlichen Grundsätzen ihres männlichen Berufs, nachEinem Mechanismus unterwiesen werden, fühlen gewöhnlich i»den obern Classen Ermüdung, und blicken nicht mit frischem Geistein die Begriffswelt, welche dort vor ihnen'sich öffnen soll; siebringen in dieselben mehr die Sehnsucht nach baldigem Verlasse»des Hauses und nach der Offiziersuniform mit, als den lebendi-digeo Sinn für neue, tiefer begründete Erkenntniß. Auch wirbi»diesen Classen entweder alles auf eigentlichen militärischen Unter-richt, der oft nur GedächtniKwerk ist, beschränkt, oder der unge-duldige Jüngling macht ihn zu seiner Hauptsache, weil der höhereSprach - und Sachunterricht ihm zu schwer, d. i. die Denkkraftzu sehr in Anspruch nehmend, oder als unnütz zu seinem Ossic-ers-avancement erscheint. — Die dritte Schwierigkeit ist moralischerArt. Die Mehrzahl der Jünglinge in diesen Freischulen bestehtaus armen Knaben, oft aus Waisen, deren erste Erziehung nichtselten vernachlässigt war, oder es den Umständen nach seyn mußte.Unter ihnen bewegen sich daher wenig Vorstellungen von geistig'edler Bildung, die ihnen früheres Beispiel oder Unterricht einge-flößt haben könnten. Einzelne, die solche Vorstellungen empfange» ;haben, verlieren sich unter der Menge, oder stehen zu einzeln,»« ^auf den Geist der übrigen einzuwirken; noch können sie selbst du«? -vielseitig edlere Anrcizung von andern erregt und erhoben werde»- jMit einem Worte: in solchen Schulen herrscht nicht selten ein be-schränkter Bück und ein gemeiner Ton, in jeden, Falle aber meinseitige Bildung, welche Standesvorurtheil« oder KastenMzur Folge hat, nicht zu verkennen: daher war sonst der Ofsiciebwenn er nicht nach dem Cadetlcnhause eine höhere Lehranstalt be-suchte, oder sonst in günstigen Verhältnissen lebte, in der forma-len geistigen Bildung gewöhnlich hinter dem gebildeten bürger-lichen Mittelstände zurückgeblieben. Der v'ieljährige Mechanisnw«des Soldatenlebens, von früher Jugend an und im lange dauern-den Subolterndienste erlernt, lähmt nämlich bei inittclmaßigs»Anlagen die geistige Sclbstthätigkeit, auf welcher die edleredüng mit beruht. Jene Einseitigkeit aber entfremdet dender bürgerlichen Welr, in welcher er zu den gebildeten oder hehrrStänden gehört. Aber eben diese Entfremdung ist ander»