k-046 Militärwissenschaft«:»»
Wiener. Neustadt, 1737. Die russischen Militär-Erziehung»«»-!stalten haben unter der Leitung des berühmten GeneralmajorsKlrnger wichtige Verbesserungen erhalten. D.
Militärwissenschaften, Ä rie gs w isse n sch asten.Dre Knegswissenschast, ober die Theorie der Kriegskunß,tst der Inbegriff von Kenntnissen, welche zur entscheidenden Füh-rung eines Kriegs in jeder Lage erfodcrlich sind. Krieg heißnämlich derjenige Streit zweier Völker oder Staaten, den di!Waffengewalt entscheiden soll. Der. Streit betrifft entweder di«Koderung oder Abwehrung einer Zwangsleistung. In» erstern Fall-entsteht ein Angriffs-, im letzter!» ein Bertheidigungikrieg. Der Ubcrfallskricg, wo ein Theil den andern ohne voraus. gegangene begründete Erklärung angreift, kann beides seyn. -Ursache und Zweck des Krieges gehören dem Staatsrecht und dmStaatskunst an. Der Gang des Krieges gehört der Staats- uni!Kriegskunst an. Beide setzen 1. Gtreitkräfte und Streit-»nittek voraus, 2. Grundsätze für die allgemeine und bese»-jtere Führung des Kriege». Es gibt dahcreine Kriegsverwal-tungskunst, und eine Kriegskunst im engern SinneDie letztere leitet, jene erzeugt, unterhält und vermehrt die Streitkräfte des Staats, um hinlängliche Streitmittel schon im Fried«in Bereitschaft zu halten. Im Kriege ist ihr Hauptaugenmerkauf die Erhaltung derjenigen Quellen gerichtet, aus welchen dasHeer seine Lebens- und Kriegsbedürfnisse schöpft. Aus dem Obi-gen ergibt sich für die kriegführenden Parteien ein doppelter Zweck,je nachdem der eine oder der andere Theil angriffs- oder ver-theidig un g S w eise verfährt. Der angreifende Theil suchtNämlich seinem Gegner die Kräfte zu entziehen, auf welchen dessenStreitmittel beruhen. Da nun jene Kräfte zunächst in dem Best»von Land und Leuten bestehen, so muß der angreifende Theil >h»beides zu entreißen suchen. Der sich vertheidigende Theil hingegenwird aus demselben Grunde die Behauptung von beiden als dasunmittelbare Ziel seiner Verthcidigungöplane ansehen. Der Haupt-zweck und alle Nebenzwecke eines jeden KricgeS vereinigen sich als»darin, daß man ein gewisses Terrain, oder das Feld, gegt»seinen Feind behauptet, indem man ihn davon entweder abhält,oder dasselbe selbst zu besetzen (erobern) sucht. Terraingewinn walso dasjenige, was den Streit entscheidet. — Da die Gegenständedes Terrains so unendlich verschieden sind, und oft den kriegerischenBewegungen an sich schon entscheidende Hindernisse entgegensetzen,so macht die Terrainlchre einen wesentlichen, und beim un-terrichte in der Kriegswiffenschaft, den ersten Theil der Militär-wissenschaften aus. Sie lehrt das Terrain kennen und eintheilen,und bestimmt darnach, zu welcher Kriegshandlung und für welch»Art des Streites sich dieses oder jenes am besten eignet. H>Anächst kommen aber auch die Mittel und Werkzeuge in Betrach-tung, durch deren Gebrauch man den Feind, ungeachtet des nach-theiligen Terrains, dennoch an der Ausführung seiner Absich»,d. h. an der Vertheidigung oder Eroberung eines Terrains h«'dern kann. Man erfand i. Werkzeuge oder Waffen, derGebrauch gegen den Feind uns das an Kräften ersetzen soll, was wdurch nachtheiliges Terrain verliere»; — 2. Maschinen, dwelche wir unmittelbar die Nachtheile des Erdbodens bcneg 'Beide Mittel dienen uns zur Behauptung des Terrains, wah ^