Müller (I. A.)
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schon beinahe ein ganzes Jahr gekränkelt hatte, gestorben sey.„Ich eilte, sagt Müller, was ich konnte, und schon waren dieLeute beschäftigt, den Todten umzukleiden, als ich sie verdrängte,mich über meinen Vater hinwarf, und Gott innigst bat, ihn nurnoch vier Jahre leben zu lassen. Hierauf schlug mein Vater dieLugen wieder empor, und neues Leben kam in seine Glieder.Lange nachher war ich einst im begriff, auf den Acker zu fahren,da kam mein Vater auf dem HoH zu mir, und sagte: Leb wohl,mein Sohn, wir sehen uns lebend nicht wieder, ich habe dich red-lich und christlich erzogen, bleibe so, und sorge für deine Mutterund Geschwister, ich werde sterben. Ganz sonderbar ward mirhierbei zu Muthe, und ich fragte meinen Vater, ob ich zu Hausebleiben sollte; doch er hieß mich fortfahren und mein Geschäft be,sorgen. Noch nicht lange war ich auf dem Felde, als ein Botemir die Nachricht brachte, mein Vater sey gestorben, und so blieber auch todt. Es siel uns nun allen erst auf, daß es wieder einPsingstdienstag und gerade vier Jahre waren, seitdem ich ihn vomTode erweckt, und Gott um Verlängerung feines Lebens gebe-ten hatte. — Nach meines Vaters Tode ging ich als Knechtzu meiner Mutter Schwester, wo ich acht Jahre diente, und michdann auf den Malsbacher Hof (zwei Stunden von Heidelberg) ver-heirathete, wo ich mich anfangs mit meiner Frau sehr plagenmußte, und der vielen Arbeit wegen nur des Sonntags Nachmit-tags, wenn andre,in den Wirthshäusern spielten , zu Hause einigeCapitel in der Bibel las. Bei der Arbeit sang ich meine heiligenLieder und verehrte Gott allenthalben." Die erste seiner Erschei-nungen hatte Müller in der Neujahrsmacht von igog. In dersel-ben weckte ihn mehrmal eine lange weiße Gestalt in einem langenWeißen Kleide, welche ihm sagte: Dies Jahr entsteht ein Kriegzwischen Frankreich und Österreich, und wenn letzteres nicht Frie-den macht, so wird es alles verlieren! Hierauf sey die Gestalt un-ter einem Blitz am Himmel verschwunden; Müller aber sah amHimmel einen dreiviertel Stunden langen Aug Artillerie von Frank-reich nach Österreich zu fahren, dessen feurige Gestalten er deutlicherkannt haben will. Als der Krieg ausbrauch, und die Bauernam Rheins eine Retirade der Franzosen fürchteten, offenbarte ih-nen Müller seine Prophezeihung. Aber die Bauern sagten, ihnauslachend: nun, Müller, wenn's wahr ist, sollst du unser Pro-phet seyn. Im I. izo6, sagt Müller, halte ich die nämliche Er-scheinung, und der Krieg zwischen Preußen und Frankreich wardmir eben so verkündet. Bis daher hatte ich aber noch keinen Auf-trag erhalten, die Monarchen zu warnen. Im Jahr 1807 erschienMir ein bejahrter Mann in glänzender lichter Gestalt, und befahlMir, eilends zu dem Kaiser von Rußland und dem Könige'vonPreußen zu gehen. Ich wußte gar nicht, wo ihre Länder lagen undwas ich da machen sollte, und sagte dies der Erscheinung, die mirerwiederte. Gort werde mir die Worte schon in den Mund legen,worauf sie verschwand. Ich saß wachend im Bette; da fiel mirMoses ein, wie ihm von Gott alles eingegeben worden sey, standßuf und knieetc an das offene Fenster, indem ich Gott bat, imNamen Jesu Christi mir alles zu offenbaren und mich zu leiten.Nach diesem Gebete legte ich mich wieder zu Bette und schlief ein;
erschien mir der nämliche Mann von glänzendem Lichte um-strahlt, ihm znr Seite zwei Gestalten, die kaum zu erkennen wa-