Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Müller <I. A.)

ren und wieder verschwanden. Der Geist trat darauf vor michhin, und harte unter seinem Arme zwei Bücher, die vor Alt»ganz unkenntlich waren, worüber ich mich nicht genug verwun-dern konnte. Da sagte mir derselbe: „So alt wie Gott ist, ist seinWort, das hicr-n enthalten ist." Eö war das alte und neue Te-stament. Das alte schlug er auf und befahl mir: gehe zum rus-sischen Kaiser und zll dem Känige «wn Preußen, und sage ihnen:sie sollten thun, wie in dem Propheten Jesaias Eap. 53 — 6;stünde. Frankreich, sprach er ferner, muß vertheilt werden; vierMonarchen sollen es beherrschen, und Preußen will ich so groß ma-chen, als es noch nie gewesen war; dann werben Heiden und Tür-ken sich taufen lassen, und zuletzt die Juden, und cS wird nur«ine Religion seyn, und ein tausendjähriger Friede werden. DieGestalt führte mich hierauf nach Stettin, Königsberg und Memel,und sagte mir alles, was mir auf der Reise begegnen würde.Hierauf kam ich wieder zurück an den Rhein, wo ich mich in eineneue Stadt versetzt sah, die zwischen Philippsburg und Nußlocherbaut war. Sie war von großem Umfange; in der Mitte wareine Kirche, die vier Thore hatte; an den vier Ecken der Stadtwaren vier Schlösser, die für die vier Monarchen bestimmt waren,welche hier alle Jahre einmal zusammenkommen sollte», und vondenen die Straßen gerade nach den Thoren der Kirche gingen. Hei-den, Türken, und Christen lebten hier in ein er Religion und wa-ren gottgefällige Menschen. Nach meinem Erwachen fragte ichmeine Frau, was sie machen würde, wenn ich ein Vierteljahr nichtbei ihr wäre? worauf sie mir sagte: sie wisse sich dann nicht zuhelfen, der kleinen Kinder wegen; und ich entschloß mich zu blei-ben und alles geschehen zu lassen, wie es wolle. Da kam mir inder siebenten Nacht die Erscheinung wieder vor, und rief mir zu:wenn ich nicht ginge, so solle alles Blut über mich kommen, undalles von meinen Händen gefodert werden. Nun dachte ich, daßich doch gehen müsse, und nachdem ich einem Bauer, Namens Lämm-ler, in meiner.Abwesenheit Frau und Kinder empfohlen hatte, steckteich eine Semmel, etwas Fleisch und 24 Kreuzer zu mir, nahmthränend Abschied und trat so im Vertrauen auf Gott meine weiteReise an. Ein Stückchen von meiner Hcimath sah ich mich nochmalsnach dieser um, da packte michs bei den Schultern und drehte mich nachdem Wege. Wo ich hinkam, begegnete mir alles, wie es wir i«Geiste vorgekommen war, was mein Vertrauen stärkte. Allent-halben erhielt ich Kost und Nachtlager unentHeldlich, und in derNacht kam mir immer wieder vor, wohin ich den.andern Taggehen sollte. So kam ich bis Prenzl-u, wo die Franzosen M'ben und ich um meinen Paß befragt wurde; da ich keine» hakte,so ward ich als verdächtig zum Commandanten gebracht Der Man«,der mich dahin führte, war ein Bürgersoldat und bedauerte mich,baß es schlimm wegen der Pässe sey; ich betrachtete ihn genau unfand, daß er auf ein Haar der mir erschienenen Gestalt gleich -Nun war ich außer Sorgen. Der Commandant fragte »

ich herkäme und hin wollte? worauf ich ihm sagte, .daß ich einBruder in Stettin besuchen wollte. Er hieß mich uacy dieser ruzen Abhörung geh» und zusehen, wie ich hinkomme. Der Burgwunderte sich darüber und sagte: ich müsse , eine besondere wvon Gott haben. Er brachte mich hierauf auf den Weg '

tin. An der Oder ward ich allenthalben zurückgewiesen, -va

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