Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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1070
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Müller (Karl Wilhelm)

umsichtSvolke Mrwaltung des letztern AmteS, als Stifter und Mgründer trefflicher Volkserziehungsanstalten, und als Verschönen-Leipzigs unvergeßlich, wurde in Knauthayn, einem Dörfchen M!Stunden von Leipzig, wo sein Vater Gchöffer war, den igniE-pt. 1723 geboren» Er verlebte unter vielen Geschwistern ei«glückliche Jugend im Schooße einer heitern Natur, kam dann alldie Landschule Pforta, welche seine Liebe für die classische Literaturerweckte, und bezog in seinem achtzehnten Jahre die Universifllzu Leipzig, wohin sein Vater, der hier unter dem Titel eine« königl.poln. Gteuerprocuratsrs practicirte, gezogen war. Natürlich sauter dadurch manchen Antrieb, die Rechtswissenschaft zu studiren. Eibenutzte zu diesem Behufe fleißig den Unterricht der damaligen bi-rühmten Rechtsgelehrten, Hammel, Menke, Sammet, Franke, unddes Pkilosophen Crusius, begann 1752 gls Sachwalter zu practm-ren und erhielt durch Vertheidigung der trefflich gearbeiteten, sei«Kenntniß der Rechtsgeschichte beurkundenden Dissertation, 60 cri-niins termini inori, die juristische Doktorwürde. In dem ver-trauten Umgang der trefflichsten Geister, welche damals in Leipztzlebten, bildete er seinen Geschmack in der Poesie und Kunst aul>Im I. 1755 gab er einen Versuch in Gedichten, ohne seine«Namen heraus, worin auch einige Übersetzungen römischer Gedichteenthalten sind,, und trug zu den göttingischen Musenalma-nachen mehrere Epigramme bei. Ferner unternahm er, unterstütztvon einigen andern Gelehrten, seit 1756 die brittische Bibli-othek (von 1767 an, 6 Bände), Beurtheilungen und Auszögtausgewählter Schriften der neuen englischen Literatur enthaltend,und lieferte dazu selbst die meisten Verträge. Im I. 1759 würd!er Mitglied des Raths zu Leipzig, und hatte das Unglück, im sie-benjährigen Kriege, nebst mehreren seiner Amtsgenossen, in das d«sige Schloß als Geisel von den Preußen geworfen zu werden, wetzihm auch eine sehr unangenehme Krankheit zuzog. Außer einige»schriftlichen Arbeiten über den Prozeß, gab er 1768 eine Übersetzungder LiiAenie des Leaumaroliais > und 1776 von Greys Gedichten,alles anonym, heraus. Von 1771 an erhielt er die höher» Wür-den des Magistrats, und wurde endlich 1773 Bürgermeister undWeisitzer des Gchöppenstuhls; das erstere in der Regierung abwech-selnde Amt hat er zwöifmal mit dem größten Beifall verwaltet.Wald nachher erhielt er den Titel eines churf. sächs- geheimen KriegsrathS; den ehrenvollen Antrag aber, als wirklicher Hofrath nachDresden zu gehen, lehnte er ab, weil er in Leipzig einen weiter»und freieren Wirkungskreis für seine Kräfte fand; doch blieb erstetk seinem Landesherr» mit Ehrfurcht ergeben. Er erwarb kerntMeichthümer, sondern blieb in mäßigen GlücksumstänLen, dem ho-ben Ziele einer thätigen Beförderung des Menschen- und Burger-«ohlt- s» wie der Kunst und Wissenschaft gctress, und unterstützt-eifrig würdige Arme. In Fleiß und strenger Pünktlichkeit sei»"Arbeitet, so wie in der Genauigkeit und Schnelligkeit der Gi-fchäftsver'.waltung übertraf ihn keiner seiner Subalternen. Er w«gewöhnlich fernste im Schöppenstuhle und in der Rathsversaw«luna, und soll jährlich 120 bis 14a Urtheile für den Schöppeni-,^ausgearbeitet haben. Sein Wahrheitssinn und.seine Gerechtigkeit'liebe nahmen, besonders wenn es Handlungen übermüthiger °°leichtsinniger Subalternen galt, oft den Schein despottichernU-S

0«, Die Anstalten, den«, er vscgesejt war Hz. B. die Stadtsq

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