1072Eantor, A.
Müller (Joh. Friedr. Wilh.)
Müller, nach Leipzig, und wirkte besonders allVorsteher d-P Concerts zur Verbreitung des musikalischen Ge-schmacks. Eden so sorgte er für die Gesundheit und das Vergnü-gen der Einwohner Leipzigs hauptsächlich dadurch, daß ed die alt»Stadtmauern an mehreren Orten abtragen, die Gräbck aussüMund an deren Srelle blühende Anlagen, mit vielen schönen BÜNmen und Gewächsen geziert, entstehen ließ, welche den Geschmaüihres Stifter« in der Gartenkunst beurkunden, und Tausende vö«Einheimischen und Fremden ergötzt haben. — Warum ein solch«Wohlwollen gegen die Nachwelt nicht von dieser mit einem würißgen Kunstdenkmale ausgezeichnet worden ist, wollen wir nicht Oantworten; aber gewiß ist es, daß ein solches in jenen Anlagstselbst den schönsten Platz finden würde, die des Mannes selbst Kstiftetes Denkmal sind. Bei seinem Tode — er entschlief den -MFebr. iMr — haben ihiz die seltne Trauer seiner Bürger, und dieThränen aller derer, welchen er Gutes bereitet hatte, oder die seil»Wirksamkeit dankbar anerkannten, ehrenvoll ausgezeichnet. '»Müller (Johann Friedrich'Wilhelm), Johann Gotthard'iSohn, königl. würtembergischer Ho fkupferstech er und ProfeWan der königl. sächsischen Akademie der Künste in Dresden, wafgeboren zu Stuttgart den Uten Dec. 1732. Schon in seine«zweiten Lebensjahre untergruben die bösartigsten Pocken sein« Ge-sundheit und ließen den Keim einer unheilbaren Kränklichkeit«»rück, die sich schon in seinen Jünglingsjahren als Hypochondrie Nüßerte. Aber diese Hindernisse hemmken keineswegs dir frühe EnhWicklung seines tiefgreifenden lebendigen Geistes. Er besuchte WGymnasium zu Stuttgart bis zu seinem achtzehnten Jahre, ümempfing nebenher von seinem Vater Unterricht in der GeomeMund Perspective. Immer mehr neigte er sich aus freiem "TriAder Kunst zu. Seine Versuche mit dem Grabstichel gelangen WErwarten, wie eine Copie nach Edelink und eine zweite nach Wcret bezeugt. Gleich darauf stach er bereits das bekannte PorNMvon Hufeland, nach Tischbein. Aber nicht auf das kunstgereWEingraben in Kupfer beschränkte er sich, er hatte nach seines VateyAnweisung und Vorgang das Zeichnen für den noch wichtigern TWseiner Kunst erkannt und wandte allen Fleiß an, sich immer nickdarin zu vervollkommnen. Zwanzig Jahre alt ging er nach Pan«,stm dort den akademischen Unterricht zu genießen. Sein brennen-der Eifer für die Kunst verleitete ihn schon hier zu übermäßig!"Anstrengungen, deren Folge eine sehr bedenkliche Erschlaffung seilstGeistes und Körpers war. Ein wackerer Freund, der, Mahle"Kymli, rettete ihn damals, indem er ihn theils d'utch ländlichFreuden zerstreute, theils ihm durch leichtere Beschäftig""'gen mit der Ölmahleri Unterhaltung verschaffte. Müller mahl»zu jener Zeit drei Bildnisse nach der Natur und darunter sein eig-nes, und hatte den für seine Kunst so unschätzbaren Vortheil da-von» die Eigenthümlichkeit der Ölmahlerei gründlich und praktilßkennen zu lernen. So gestärkt und an Kenntniß bereichert, kehrner nach Paris zurück und stach für das iVlnsäe ckslarls dieVe»n>ä'Arleo, Und für Robillard eine moderne Statue, mit der Unter-schrift 1.3 ssounesse. Bei der letzter» erfand er eine höchstliche Manier, das Eigenthümliche des Marmors in Kupfer nach«"'ahmen und auszudrücken. Im I. 1805 mahlte und stach erBild 'des Kronprisizen, jetzt Königs von Würtemberg, fing
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