Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
1083
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Münzumkauf log«

h«, «rßnnlichen Drangsalen heimsuchenden, Krieg« viel Münz», in Um-:rr- lauf und dennoch sinkt der Nationalwohlstand von Lag zu Lagin tiefer herab, während in den glücklichen Zeiten der Friedens, wenn.end derWohlstand im Wachsthum begriffen ist, wenigstens stillsteht, weidint, weniger Münze umläuft. Die Zunahme des MünzumlaufS kaumsta, zwar eine Folge des erhöhten Nationalwohlstandcs seyn und ist eSenl minder That auch gewöhnlich,-aber sie kann auch in ganz andernob ^ Ursachen ihxcn Grund haben. Der Irrthum, als oh die Lebhaftig--roß > keit des MünzumlaufS an sich wohlthätig auf den Nationalreich»ogs > thun, wirke, hat öfters die Regierungen zu den verkehrtesten und,em : abgeschmacktesten Maßregeln verleitet.- Man wähnte, die Ratio».al> ! schon bereichern zu können,, wenn man nur den Rünzumlauf ver->em ! sÜrkte, und diesen Zweck sucht« man insbesondere dadurch zu er»,agr reichen, daß man die ländlichen und städtischen Gewerbe und die

asi- verschiedenen Gewcrbsarten selbst scharf von einander trennte und

fü- auf solche Weise die Bürger zu häufigen Ausgleichungen mittelst,eS . Münze, nöthigte. Auch meinte man, die Finanzüberschüffe nichtin,: , Nützlicher verwenden zu können, als auf öffentliche Bauten undih-, Anstalten ähnlicher Art, wobei eine große Masse von Münz« i«

ize Umlastf gesetzt wird, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, in wie fern

is die Anstalten selbst nothwendig, wenigstens nützlich, waren oder

ch, Nicht?. Selbst Friedrich der Große wähnte den National»

im Wohlstand in dem lebhaften Umlaufe der Münze HU finden und ver-

!de wendete einen großen Theil des Staatsejnkonimens auf Errichtung

Hit ! öd» Pgläste und andere nutzlose Bauten. Der Rationalreichthun,'ug ! kann a-uf .keine andere Weise erhöht werden, als durch Vermehrung,n, - d^r Güter, von der Vermehrung der letztern aber, ist die Belebung,ich ^ des Münzümlauk« stets die unmittelbare und natürliche Folge.M Denn je mehr Guter oder Genußmitkel vorhanden sind, desto stür-ze' ^ ker ist auch der Reiz zum Genuß, desto mehr Ausgleichungen undest ^ Äeräußerungen müssen Statt finden. Auf diesem Wege wird daher,ü'l j ünmer der Zweck, den Münzumlauf zu verstärken, am sicherste»er Yvd schnellsten erreicht. Aber Auflagen erheben, also den StaatS»,

er : bürgern einen Theil ihres Privateigenthums entziehen, um, es ihnenh» fgr. Müßiggang oder werthlose Arbeit wieder zurückzugeben, ist

n« eure Laschenspielerei, durch welche die werthschaffcnde Arbeit ge»

» lahmt wird und bei der auf joden Fall die Erhebungs- und Wer«

w waltungskosten für den Natlonalreichthum verloren gehen. Besser,

w wäre es, wenn der Staat dergleichen Auflagen gar nicht erhöbe^

sondern die Münze in den Händen der Bürger ließe, welchen esu Wohl nie an Gelegenheit fehlen wird, davon einen für den Ratio»

ie valwohlstand nützlichern Gebrauch zu machen, als der Staat. Mit,

o« der Lebhaftigkeit oder Stärke des MünzumlaufS ist jedoch

k, nichtidre Schnelligkeit oder Raschheit desselben,zu verwechseln. ES

n kann nämlich bei einem Wolke wenig Münze im Verkehre seyn,

!« aber sie kann schnell umlaufen, und umgekehrt kann viel Münzn

? m Verkehre seyn, aber sie kann langsam umlaufen. Die Lebhaf»

>/' ritz keil des MünzumlaufS richtet sich nach der Menge und de»t

Umfange der Veräußerungen überhaupt, welche mittelst Münze' vorgenommen werden, die Schnelligkeit desselben hingegen

° beruht auf der Menge von Veräußerungen, welche während

s nnes gewissen Z eitraumS mi ttelst rkneS und d esset»

t den MünzstückS geschehen. Wenn, wie oben gezeigt wor»

» : den, die Lebhaftigkeit oder Stärke deß WLnzumlaufä «»