Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
1105
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Ney n 02

Clan'nette ober Oboe rc. (Seipz. ebonbas.) und mehrere kleiner«Stücke (;. B. Schäfers Klagelied von Gothe, nsst Begleitung desPianoforte, Leipz ebendaf) bekannt. Verschiedene Stücke für dasdeutsche Theater, z. B. eine sehr interessante deklamatorische Mu-sik zu den Chören in Schillers Braut von Messina, und eine großeOper Alexander, ferner mehrere Cantaten (z. B. eine CantateCirce), Psalmen, Arien, Stücke für Pianoforte und blasende In-strumente sind noch Manuskript. Allein seine Produkte find ebenso mannichfaltig und anmuthig, als originell-kräftig undgründlich behandelt; doch scheint er für die ernste Gattungdie meiste Neigung und Anlage zu haben. Sein neustes Meister-werk ist sein (Leipz. bei Peters) erschienenes Ilenuiein oder küssnpro äskisiieris. Neukomm ist zuletzt nach Frankreich und von da»ach Brasilien gegangen, wo er sich noch gegenwärtig befindet.

ffNey (Michel). — Er zog bei Napoleons Landung in Frank-reich eine beirächtliche Armee zusammen, eilte zum Könige, wardvon ihm an die Spitze derselben gestellt, und verließ ihn mit denwiederholten Betheurungcn seiner Treue und seines Eifers, denKronräuber zu vernicht.». Aber anstatt sich Napoleon entgegenzu werfen, führte er am iztcn April das ganze Heer ihm zu, undgab so das Signal des allgemeinen Abfalls. Als nachher die Feindestligkeiten eröffnet wurden, erhielt er das Commando des lin-ken Flügels der Armee, der bei Flcurus focht. Gegen feine Ge-wohnheit that er bei Watcrlvo nichts Außerordentliches, und eilt«gleich nach der Niederlage nach Paris, wo er in der Pairkammeedem Rapport des Kriegsministers Davcust, daß 60,000 Mann un«ter den Mauern von Euise angekommen wären, öffentlich wider-sprach, und geradezu erklärte, daß Alles verloren sey. Nachdes KZnigS Rückkehr traf natürlich auch ihn-die Verordnung vcmL4stcn Juli igig. Eine Zeit lang entging er glücklich den Verfol-gungen der Polizei, indem er sich in dem Schloß eines Freundesbei Uurillac in Ober-Auvergne versteckt hielt. Bei einem Gast-wahl aber, das sein Freund,' um keinen Verdacht zu erregen, wiegewöhnlich, gab, hatte Jemand einen vorzüglich prächtigen Säbelbemerkt, der, als die Beschreibung davon zu den Ohren des Unter-präfecten kam, für Rey's Säbel erkannt wurde, ugd nach einetHaussuchung des Marschalls Lrretirung veranlaßte. Er ward nachParis gebracht und vor ein Kriegsgericht gestellt, das sich aber fütinkompetent, ihn zu richten, erklärte. So ward sein Prozeß detKammer der Pairs übergeben. Seine Vertheidigung war schwach:die Tbat sprach zu laut. Am 6tcn December ward das Lodesur»theil über ihn gesprochen. ' Mit der besonnenen Ruhe und Uner-schrcckenheit, die er im ganzen Laufe derllntersuchung gezeigt hatte,und die ihn such im Tode nicht verließ, hörte er es an, und alsb-r Vorleser, Herr Couchy, an seine Titel kam. unterbrach er rh»«nd sagte: ä oiwi ioi oncoro ckes Uki es! küostel Kitzel erröt un ras äe xonclre! Da man ihm einen Geistlichen anbot,erwiederte er: >,ich bedarf keines Priesters, um zu sterben; ichhabe es in der Schule der Schlachten gelernt;" ließ sich aber doch»auf Zureden, durch den Pfarrer von St. Sulpice auf seinem letz-tkn Gange begleiten, den er mit den Worten in den Wagen no-lhigte: Steigen Sie nur zuerst ein, Herr Pfarrer; oben komme ich° 0 ch früher an als Sie." Am 7ten December Morgens um y Uhrward er im Garten des Luxemburg erschossen, Man wollt« ihm

k-x, (Suppl. Bd.)