Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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ii88 Pradt Precy

Rücksicht auf seinen Willen, nicht nur zu Glück oder Unglück,sondern auch zu Tugend und Laster voravSbestimmt (prädetermi-nirt). (Bergl. auch Determinismus.)

Pradt (Abbe Dominique de), Erzbischof von Mecheln, Groß-kreuz des Ordens äe 1 a rennion, Offizier der Ehrenlegionu. s. w.berühmt als Verfasser mehrerer politischen Schriften. Er ist 1759in Allanches, Departement von Cantal, geboren, war vor derRevolution Groß-Vicar seines Oheims, de« Cardinal Erzbischofivon Reuen, 17x9 Deputirter bei den Genergiständen, wo er un-bemerkt blieb, die Protestation vom igten September 1791 mitunterzeichnete, und sich nach Aufhebung der Sitzung nach Ham-burg begab. Dort arbeitete er an der Redaction verschiedenerJournale, und schrieb einige Werke, die sich durch Scharfsinn undKühnheit der Ideen auszeichnen. Nach dem igten Lrumaire kamer nach Frankreich zurück, Und gab 1802 seine Schrift: Oos rroiiLA0S lies oolonies, heraus, die mit Raynals besten und gescheu-testcn Gedanken übereinstimmt. 1804 ward er Napoleons Beicht-vater, und versah dies Amt bei dessen Kaiserkrönung, so wieauch später bei der Krönung zum Könige von Italien. Er er-hielt da« Erzbisthum von Poitiers, wozu ihn Pius VII. ordi-nirtc, das er aber hernach gegen das Biülhum von Mecheln ver-tauschte. Woll Ehrsucht und Begierde nach Glanz und Einfluß,bew rl> er sich anbaltend um Napoleons und seiner nächsten Um-gebungen Gunst, mit einer so geschmeidigen Hingebung, daß, trotzseiner spätere» Protestationen, sein eigentlicher Charakter nichtzweideutig bleiben kann. Vergebens trachtete er, Minister desCultus, oder gar der auswärtigen Angelegenheiten zu werden,ward vielmehr plötzlich zurückgesetzt, und erst dann wieder gebraucht,a!S der Kaiser gegen Rußland murschrren wollte, um als Abge-sandter eine Revolution in Polen zu organisiren. Sein Unter-nehmen batte mit oder ohne seine Schuld «inen schlechten Erfolg.Der Ausgang der russischen Campagne machte seiner Ambaffateein Ende, und er verfiel bei Napoleon in gänzliche Ungnade. Erlebte darauf einsam in seinem Kirchensprengel bis nach NapoleonsSturze, wo er auf eine kurze Zeit provisorischer Großkanzler derEhrenlegion ward, sind dann während der kurzen Regierung Na-poleons 1315 in den vorigen Schatten zurücktrat, bis er, naädessen letzter Catastrophe, seine vorgeblichen Memoiren überseine polnische Gesandtschaft herausgab. Neuerdings hater durch seine Schrift: snr 1 e Oongres elo Vienne, und Leinöl-ckcs sur I« Kevolnrion st'Ospagne, die Aufmerksamkeit des lesen-den Publikums sehr auf sich gezogen. Eine nicht günstige Schil-derung von ihm findet sich im Oictionnaire üos Oiionoi les.

Präjudiz (xraejnüloiuin), eigentlich eine vorgefaßte Mei-nung, Vorurthetl; in der Jurisprudenz eine nachrheiliztFolge, welche einer Partei daraus erwächst, daß sie einer arses-lichen Vorschrift oder richterlichen Verordnung nicht Genüge lei-stet,- daher auch oft Nachtheil einerHandlung überhaupt; prä>judicirlich, nachtheilig, und p räj u d icire», benachtheiligen.

Precy (P-rrein Ccmtc de), der für alle Zeiten berühmteVertheidiger Lyons gegen den National-Convcnt und dessenPioeli, nln. war Oberst der konstitutionellen Garde Ludwigs XVI.,aing nach deren Auflösung auf sein Landgut Precy bei Lyc», undward zum Gencralcommando dieser Stadt berufen, als 1793 die