Prrßburger Friede Priester nzy
Republikaner dieselbe belagerten. Er zog schnell eine kleine Ar-mee zusammen, die fast aus lauter Hausvätern bestand, erfochtauch anfangs einige Vortheile über den Feind, vertheidigte denPlatz mit der ausgezeichnetsten Tapferkeit 70 Tage lang,"mußteaber endlich, aus Mangel an Munition, und der Stimmung desVolks nachgebend, sich zur Vcrlaffung Lyons entschließen. Etwa-Looo Mann begleiteten ihn bei diesem kühnen Zuge. Seine Ab-sicht und sein Marsch waren ober schon turch Spione verrathenworden; die Republikaner überfielen ihn, und richttten ein schreck-liches Blutbad an. Precy entkam mit Wenigen, und entfloh indie Schweiz. 1801 ward er mit einigen Agenten der Vourbonsin Bayreuth, auf Verlangen der französischen Regierung verhaf-tet, aber doch endlich wieder in Freiheit gesetzt. Er lebte nunbis zur Restauration der Bourbons in England. Nach LudwigsXVIII. erster Thronbesteigung kam er nach Paris und ward mitder verdientesten Auszeichnung empfangen. Der König ernannteihn zum Generallicutenant und Commandeur des St. Ludwigs-Ordeiis, und gab ihm ein Kommando in den südlichen Pro-vinzen.
Preßburger Friede, s. d. Art. Friedensschlüsse undÖsterreich.
Priester sind die durch Wahl oder Geburt berufenen Erhal-ter und Pfleger der Religion, die das Göttliche symbolisch dar-stellen, und die Gottesdienste verwalten. Alles, was .groß undwürdig ist, was Ehrfurcht und Gehorsam gebietet, und demGöttlichen näher steht, als die Masse des Volks, vereinigte sichin der Idee dcS Priest erthum« bei den heidnischen Völkernder vorchristlichen Zeit; denn die Hausvätcr der Urwelt waren zu-gleich die Könige und Priester ihrer Familien, und wo der Staataus dem Familienbande hervorging, blieb die königliche Gewaltlange mit der priesterlichen Würde verbunden. Dagegen trenntesich die erstere von der letztern in den Staaten des Alterthums,die dem Glücke und der Übergewalt einzelner Helden oder erobern-der Horden ihr Daseyn verdankten, und neben der Macht derFürsten und Obrigkeiten bildete sich ei» bald durch Wahl und in-nern Beruf, bald durch erbliche Geschlechtsfolge fortgepflanztergeschlossener Priesterstand (Pricstcrcaste), dem höhere Weisheit unddie Magie einer gcheimnißvollen Gemeinschaft Mit deh Göttern(daher man die Priester auch als Zauberer und Ärzte ehrte) dieGemüther unterwarf. So zeigen sich in den vorderasiatischenStaaten, bei den Ägyptern, Griechen und Römern, die Priesterals Rathgeber, und, als aus dem Glauben an die alten Götterein politisches Gaukelspiel geworden war, als Mikvcrschworeneder Regierungen zur Leitung des Volks. Ihr ursprüngliches Ge-schäft aber war, das Göttliche zur Anschauung der Menschen zubringen (daher aus ihren Deutungen der Symbole und Bilder diemeisten Mythen hervorginge»), und die nationelle Verehrung derGötter in ben Handlungen des Cultus durch Opfer, Gebete, Auf-züge (Mysterien) auszudrücken. Jene« Deutln und Lehren hörtejedoch auf, ein Geschäft der Priester zu seyn, als die mythischenKeligionssysteme sich abschlössen; und als hie Dichter, Redner undPhilosophen sich des religiösen Lehrstoffs bemächtigten, blieb denPriestern nur die Handhabung der heiligen Gebräuche. Auf die-sen Standpunkt fetzte sie auch der Mosaismus, der zwar nach sei-
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