Band 
Erster Theil A - C.
Seite
621-622
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AUßIGNE

AUBIGNE

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Dialecte iit dem PinJaro nicht recht verstund/ indie niedern Schulen zuGcnev aufs neue gehen muste,bekam er überhaupt vor dem Studiren einen Eckel,und gieng nach 2 Jahren ohne Vvrwissen seiner An-verwandten nach Lyon, da er einige Zeit der Mathe-matik obgelegen. An. 1567 kehrte er in die ProvintzLaintonge zu den Seinigcn zurück, ward aber auchallda von seinem Vormund, der ihn auf keine Weiseüberreden konte, beym Studiren zu verbleiben, alsein Gefangener gehalten, und so gar seiner Kleider alleAbende beraubet, bis er sich in folgendem Jahre mitgröster Gefahr von den Fenstern herunter ließ, und imbloßen Hemde bis zu dem nächsten Sammelplatz eini-ger protestantischen Trouppen verfügte. Er wohntehierauf unterschiedenen Treffen und Belagerungenbtp, und erzeigte sich so tapffer, daß er gar bald eineFahndrich-Stellc davon trug. Nach diesen bekam erAn. 1570 von seinem Vormunde etwas Geld in dieHände, und gieng damit nach Blois , da er kurtzeZeit darauf erfuhr, daß ein Bedienter des Hertzogsvon Longveville unter dem Verwand, als ob er in ei-nem Treffen geblieben,seine Erbschaft mütterlichen An-theils an sich gebracht, wozu noch kam, daß ihn nichtallein derselbe, sondern auch sein eigener Pachter, undso gar seine Anverwandten, welche ihm wegen der re-formirten Religion insgesammt aussätzig waren, voreinen Betrüger erklärten, der sich wider jNlles Rechterkühnte, sich vor den v'Aubignc auszugeben. Wie-wohl er nun zu gleicher Zeit mit einem hefftigen Fie-ber behafftet war, that er doch deswegen eine Reisenach Orléans', und brachte es allda so weit, daß ihmsein Vermögen aufs neue zugestellet werden mujte.AIs dieses geschehen, ließ er sich mitLiebes-Gedanckenden Kopf einnehmen, wobey er zuerst auf die ftantzö-sische Poesie gericth, und ein Gedicht verfertigte, so da-mahls unter dem Titel le Printemps d' Aubigne, beikaunt, und wegen des darinne enthaltenen Feuersmir einem ziemlichen Beyfall aufgenommen worden.Jmmittelsi richtete er auch eine Compagnie Soldatenauf, mit welchen er dem König in den Niederlandendienen wolte, und führte dieselben nach Paris, da eraber, weil er einem seiner Freunde im Duell beygestan-den, und darauf den Gerichts-Diener, so ihn deswe-gen in Verhafft nehmen wollen, verwundet, sich mit derFlucht zu salviren genöthiget wurde; wiewohl solchesendlich in so weit zu seinem Glücke ausschlug, weil nurdrey Tage darauf die bcruffenc Massacre de St. Bar-thclemi vor sich gegangen. Doch begab er sich des-wegen nicht ausser Laiches, sondern hielt sich ingeheimbey einem Herr» twn Talcy auf. Henricus I V, derdamals nur noch König von Navarra war, verlangteihn An. 1574 m seine Dienste, welche er auch annahm.Bey der bald darauf erfolgten Eroberung von Archi-,court war er der erste, so in diesen Ort eindrang, be-fand sich auch des folgendenTages in der Schlacht beyDvrmans,und ward hiernachst von dcm-HcryogvonDuise einer sonderbaren Vertraulichkeit gewürdiget.In folgender Zeit war er entweder seinem Könige ur

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dessen Unternehmungen zur Seite, oder that demsel-ben in auswärtigen Orten wichtige Dienste; die ihmaber, wie er selbst berichtet, niemals belohnet wor-den. Er nahm also endlich seinen Abschied, und warwillens bey dem chur - pfältzischen Printzcn LasimiroDienste anzunehmen,würde es auch ohnfehlbar vollzo-gen haben,wenn er nicht eine ve Le;.ri,<ms dem Hausede Vivonne, von ohngefehr erblicket hätte, in welche ersichalsobald sosehr verliebte,daß er sie 158g geheyra-thrt hatte. Er ließ sich aufs neue bewegen,in des Königs-Henri« Dienste izu treten, ohngeacht daß er wohlwüste, daß die Königin von Navarra ihrem Gemahlstets in Ohren lag, ihn nicht mehr an seinen Hof zulassen, daher er sich auch eine zeitlang den Tag überverborgen halten, des Nachts aber allezeit bey demKönige in seinem Zimmer sich eiufinden muste. Nichtlange hernach beinächtigte er sich der Insel Oleron,und ward auf derselben zum Gouverneur bestellet.Wie aber der König selbige nach einiger Zeit wiederan die Catholicken verkauffte, verdroß es ihn derge-stalt, daß er deswegen zum andern mahl aus den kö-niglichen Diensten gieng. Weil er nun zu gleicher Zeitauch Zweiffel wegen der Religion bekommen, las ereinige Monate hinter einander Bellarmini Contro-versen nebst andern theologischen Streit -Schrifftcn,welches aber keine andere Wirckung hatte, als daß erin seiner bisherigen Religion von Tage zu Lage eifri-ger wurde; wie er denn auch nach der Hand die pro-testantische Religion in Franckreich mit der gröstenFreymüthigkeit und auf alle Weise zu vertheidigen ge-siichet. Er trat darauf abermahl in -Henri« IVDienste, und wohnte 1587 der Schlacht beyEoutrasabermahls als Ecuyer des Königs bey, ward auch indem folgenden Jahre Gouverneur von Niort undMaillezais. An. 1600 kam er wieder nach Paris,und-muste auf Befehl des Königes, weil nur 14 Lage vor-her das Religions- Gespräche des Herrn vu plestis-Mornap mit dem Cardinal vu Perron fruchtlos ab-gelauffen, mit dem letzter» eine neue Unterredung hal-ten, da er denn 5 Stunden lang, in Gegenwart 400meist vornehmer Stands - Personen, vo> nemlich ausdem Grunde disputirte, daß die Kirchen - Väter keineRichter in Religions- Sachen abgebe» könnten, weilsie selbst in ihren Meinungen nicht einig waren, undzum Beweise seines Satzes einen eigenen Tracrat dedissidiis Patrum verfertigte,der aber nie gedruckt wor-den. In den letzten Jahren der Regierung Heinri-ci IV war er Vice - Admiral in Poitou und Tain-tonge, und der König wolte ihn hiernächst als crtra-ordinair Ambassadeur nach Deutschland schicken, wel-ches aber unterblieben.. Als man nach dem Tode desKönigs der Garnison zu Maillezais und Daignon,über welche Orte er damals gesetzt war, keinen Sold-mehr reichte, übergab er endlich diese beyden Plätzegegen icoooo Pfund dem Duc ve Rohan , damitdieselbe nicht in der Catholicken Hände kommen möch-ten. Hierauf verfügte er sich nach St. Jean deAn-grli, und ließ allda etliche von seinen Wercken dru-