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Liebhaber aller Schau-Spiele, und hatte sich durchderselben öfftere Besuchung eine so grosse Geschicklich-tät in der Déclamation und Recitirung erworben,daß er alle Ludenfchafften, die er vorstellen wolle, aufdas natürlichste ausdrücken konte. Man hat von ihmviel tragische und römische, auch andere Schrifftenund unter den theatralischen Stücken, die unter desRichelieu Nahmen zum Vorschein gekommen, sindunterschiedene von seiner Arbeit. Man hält auch da-vor, daß er an denen contes, die unter seines Brudersdes Herrn swvuvillc Nahmen gedruckt worden,gros-sen Theil habe, weil die meisten darinnen befindlichenErzehluugen aus des Beroald seinen moyen de par-venir genommen sind, welches Buch Boisvobert aus-wendig gekonnt. Er starb An. 1662, ohngefehr 70Jahr alt. Nie.
BOISSARD (joh.Jacobus), ein Antigvarius, geboh-
rcn zu Besançon An. 1528, studirte zu StraßburgundLövcn, gieng von dar nach Dantzig, und einige ZeitnachWitte»berg,aiiwoer unter andern den Mclanchrrhoncin, gleichwie nachgehcnds auch zu Leipzig Joach.Camerarium gehöret. All. 1551 reisete er nach Nürn-berg, und kam daraus nach Jngolstadt, wo ermit 'Vi-ra Amcrbachio und Philipps 2 lppi«no gute Freund-schafft machte, und sich bey dem lctztcrn drey Jahrlang aufhielt. Nachhcro gieng er An. 1555 nach Ve-nedig, und war willens mit nach Syrien zu schiffen,als ihn eben eine Kranckheit nöthigte sich nachPaduazu wenden, und daselbst die Wiederherstellung seinervorigen Gesundheit abzuwarten. Hierauf verfugteer sich ferner nach Bononien,durchrciscke sodennauchToscana und Neapolis, und troff endlich zu Nom denCardinal Larolum Caraffa, eine:! grossen Gönner an,immasscn ihn dcrselbigc durch seuicWohlthaten in denStand gesctzet, daß er seinem Trieb zufolge noch wei-ter reisen konte. An. 1 ;z9 langte er wiederum inseinem Vatc'rlande an, und ward sogleich hernach zumHosmcistcr bey einem jungen Baron von Rye bestel-let, wiewohl er um der protestantischen Religion wil-len, zu der er sich bekannte, nicht lange daselbst blei-ben konte, lind diese Stelle bald darauf mit einer an-dern in Metz vertauschte. Er brachte in Italien mitAbzeichnung der alten Monumenten und Jnscriptiorneu gantze 6 Jahr zu. Zu Rom gieng er einsmahlsmit etlichen Freunden in den Garten des CardinalsLarpi, verlohr sich aber von ihnen, und versteckte sichan einem verborgenen Ort, da denn der Garten ge-schlossen wurde, Boiffard aber Gelegenheit bekam,diebarinne befindlichen Alterthümer zu copiren. Er wardes Morgens mit dieser Arbeit noch bcschäfftiget, alsihn der Cardinal selbst antraff, und sich sehr verwun-derte, wie ein fremder Mensch zu so ungewöhnlicherZcit'sich in seinem Garten antreffen liesse. Als eraber auf seine Frage die gantze Sache von Boissardenvernommen, gefiel ihm dieser Eifer so wohl, daß erihm nicht nur ein Frühstücke geben ließ, sondern ihmauch vcrgönnete, alles mit Müsse in seinem Gartenabzuzeichnen. Weil es bekannt war, daß er einegrof-
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se Collection von römischen Antiqvitätcn herausgebe»wolte, wurden ihm von allen Orten viele Abrisse vonalten Monumenten zugeschickt, so daß er zu Frauck-furt am Mayn in 6 Theilen und 4 Tonus in fol. dieantiquitates ro minas publicité» tonte, wvrzu Theo-vorus Oe Brp und nach ihm seine beyden Söhne dieKupffer gestochen. Er starb zu Metz, woselbst er sichniedergelassen hatte, den zo Octobr.An. 1602. SeineSchrifften sind recentioris Roms topographia; defuneribus & lepeliendi modis apud antiquos uiieatis ;welche beyderseits in feiner Collection der römischenAnkigvitäten mitzu befinden; bibliotheea chalcogra-phie! iilustrium virorum, da er unter jedes Bild ei-nige das Leben desselben Mannes in sich fassende Ver-se gesetzt hat; de divînatione Lc magicis prœstigiis;Carmina, welche in den deliciis poer. Gal. stehen;Parnalliis cum imaginibus Musarum ; theatrum vitaehumame, so auch ins Deutsche übersetzt worden; de
genealogia & imaginibus Deorum, so noch int Albe.lieget. L. Hend. Han.
de B O I S S A T, oder Boissac, (Petrus) , ein IN der grie-chischen Sprache, Jure und Historie wohl erfahrnerVice-Stadt-Vogt zu Vienne, wie auch Züchter in bür-gerlichen und peinlichen Sachen, schrieb histoire de Tordre de i>. Jean de stems ahm de Malthe ; le brillant de
. Ja Reine, ou bist. généalogique de la maifon de Medicis ;Recherches fur les duels ; de la prouejj’e & réputationdes anciens Allobroges, UNd starb x6ió Ut Vieillie.Bill
de EOISSAT (Petrus), ein Sohn des vorhergehen-den, gcbohreil zu Vienne An. 1603, hatte in seinemStudiren fast unglaublichen Fortgang, wie man dennberichtet, daß er in seiner Jugend, wenn inan ihmeine Materie in ungebundener Rede, und. in frautzö-sischer Sprache dictiret, dieselbe noch unter währen-dem Dleriren in lateinische Verse zn übersetzen im Stan-de gewest, und daher in seiner Provintz gemeiniglichBoistar l'Esprit getrennt worden. Nachdem er diephilosophische und andere Wissenschafften studiret,gieng er An. 1622 wider die Hugenotten in Mvare;mit zu Felde, that so denn auch eine Reise nach Mal-ta, wohnte unterschiedenen Feldzügen bey, und erhieltvon dem Hertzog Gaston von Mrlcans die Stelle ei-nes Cammerjunckcrs, da sich solcher zu Nancy auf-hielt. Als sich hierauf bcmeldter Hertzog mit demKönige wieder ausgesöhnet, war Boissac einer vonden ersten, so in die Académie francoise erwehlet wor-den. An. 1636 kehrte er in sein Vaterland zurück,und begab sich von dar nach Grenoble, allwo ihm vondem Grasen von Sankt ein grosser Schimpff wiedcr-fuhr, um dessen willen der gantze Adel in Dauphinedem Grafen so lange angelegen, bis derselbe demBoissat eine ausserordcntliche Gntigthunng geleistet,davon der gantze Verlauf bey Pelisson in der bist. dep acad. Franc, zu lesen ist. Indessen wolte Boissatdennoch nicht ferner bey Hofe erscheinen, und fiengdaranf eine solche Lebens-Art an, die man kaum von
einem
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