Band 
Erster Theil A - C.
Seite
1309-1310
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1309 ßOURITIUS BOURLE BOURNE BOURSAULT 131fr

«us nach Hamburg/ damit sie vor den bisherigen Nach-stellungen gesichert seyn mochte/ fönte aber auch hiernicht lange bleibe»/ indem sie von ihren Feinden be-schuldiget wurde, daß sie ein 9 jähriges Mädgen, beydessen Eltern sie wohnte, durch ihren Präceptor überdie Gebühr disciplinircn lassen, daß solches in der ge-richtlichen Klage darüber nicht anders als eine forma-le Tortur und «sis eine scharssverpönte Sache ausge-geben wurde. Ob nun gleich das Madgen in dermit ihr angestellten Untersuchung nichts erheblicheswider diese Bourignon vorbrachte, so traute sie den-noch der Uebcrlistung ihrer Kläger nicht, sondern mach-te sich 19 Sept. i68v über Hals und Kopff aus ei-nem Wage», den sie mit Hausrath und Betten, indenen sie sich verborgen hatte, füllen lassen, »ach Ost-Frießland, und starb zu Franecker 1680, 30 Octobr.Sie hat sich göttlicher Ossenbarungcii ohne Unterlaßgerühmet, die heilige Schrisst geringe geachtet, undaus das rocchahrige Reich gehoffet. Ihre Schrisstensind insgesammt in holländischer Sprache geschrieben,und zu Amsterdam 1686 in 19 Volniuinibus in 8 zu-sammengedruckt, auch allesamt ins Frantzöstsche und.jum theil ins Deutsche übersetzt worden, unter welchensonderlich merckwürdig sind: die hohe Schule derGottcsgelehrtcn; vas Fengmß der Wahrheit; dieerkannte Unschuld und geoffenbarte Wahrheit; dasGrab der falschen Theologie; das Licht scheinendim Finsterniß; der entdeckte widcrchrist; der neue-Fimmel und die neue Erde; das heilige PerspectifGMktcs; der Ruf GGttcs und Weigerung derMenschen; /' appel de dieu, confusion de Babel ; War-nungwider die Rotte deriUvacker; die lerne Earmrhcryigkeit GGttcs; /'ttveHgkment des hommes demaintenant ; averpjsentent contre les Tremhlcurs ; Vcr-neurung des evangelischen Geistes, so auch lateinischheraus ist; von der wahren Tugend in 2 Theilen, soman auch lateinisch hat; Probicr-SteiN/so gleichfalsins Latein übersetzt worden. Vollkommenheit desGerechten; .Steine des neuen Jerusalem; der Mor-genstern; heilsame Rathgebungen über allerhandMaterien; ocugniß der wahren Liebe; rc. IhrLeben ist von ihr selbst und Perro Poiret, der ihr sehrangehangen, beschrieben, und ins Deutsche auch Fran-zösische übersetzt worden. B. Am. Mol.

Bouritius (Hector), ein JCtus von Licuwardenin Frießland, studirte zu Franecker und Lövcn, be-suchte darauf die Universitäten zu Douay und Dole,rcisete sodann nach Paris, und nahm zu Orléans dieDectcwWürde an, that zu dem Lasaubono eine Rei-se in Engelland, wurde nach seiner Zurückkunsst 1620zu Franecker Professor Juris, und 1626 ein Mitglieddes frießländischen Raths, schrieb dislertariones aca-demicas, deren verschiedene 1622 zusammen gedruckttvorden, und starb 3 Jan. 1636. Winsemiusin orat.parentali, 1651 Lugd. B. impressa. Vr.

«Ourle (Jàc.), ein Dvctor Theologiä zu Paris undberühmter Philosophus, von Longmcsnil, lehrte zuParis 1584, lind schrieb /’ aßlicHon du Corps pour ré-

créer l esprit; congratulation au Roi pour s edit deJanvier rompu ; exhortation an peuple de Paris de setenir sur les gardes ; prier e à J. C. fur le mariage deCharles IX; la mejse de St. Denys ; discours fur la pri-se deMendepar les hérétiques, und andere kleine Wcrck-gc» in gebundener und ungebundener Rede. Cr.

BOURNE (Immanuel), gcbohren den 27 Dec. 1598,war ein englischer presbyterianischcr Prediger, in Pa-tribus wohl-belesen, schrieb im Englischen eine Ver-theidiguilg der heiligen Schrisst, wie auch des Predi-ger-Amts, Predigten und. andere Wercke, und starb1672, 27 Dec. wo.

BOURREE (Michael), Herr de la Porte, ein vorneh-mer Consulent in Iranckreich, lebte zu Mans 1584,war ein guter lateinischer und frantzösischer Poete, undhinterließ viele poetische Schrissten. Cr.

BOURSAULT (Edmund.), ein frantzösischer Scri-bent, gebohren zn Mussy-l'Eveqve, einer kleinenStadt in Bourgogne, im Anfange des Octobr. 1638,wurde von seinem Vater so schlecht erzogen, daß erihn auch nicht einmahl die lateinische Sprache lernenließ. Als cr An. i6;r nach Paris gekommen, konteer kaum seine Mutter-Sprache mittelmäßig reden;fassete aber nach wenig Jahren selbige nach chrerRei-nigkcit, und allen Schönheiten so vollkommen, daß 19111wenige von seinen Landsleuten darinne gleich gekom-men. Er war nachgchends Secretaire des Commcn-demens bey der Hcrtzogin von Angoulcme, und bekamum diese Zeit Befehl eine wöchentliche Zeitung in Ver-sen vor den Hof zu schreiben, davon die Probe dem'Könige so wohl gefiel, daß cr ihm dafür freye Tafelan dem Hofe, und eine Pension von 2000 Livres gab.Als er aber einst darinne wegen Mangel andererNeuigkeiten einestächerlichenStreitsErwähnung that,den ein Capucincrmit einer Sciden-Stickcrin vordemguisischen Pallast gehabt, brachte es der KöniginBcichtoatcr so weit, daß der Verfasser, nicht alleinsein Privilegium und Pension verlohr, sondern auchnoch zur Gefängniß-Strafe in der Bastille verdam-met wurde, wiewohl die Vollziehung dieses letzternunterblieben. Er erhielt auch in dem folgenden Jah-re wiederum Erlaubniß, eine monatliche Zeitung vorden Dauphin unter dem Titel Muse enjouée nach ebendieser Art zu schreiben, die ihm aber ebenfalls verbo-ten wurde, nachdem cr den Printzen von QranicnWilhclmum, mit dem man damahls in Traktatenstand, allzu empfindlich in derselben angestochen. Erstarb als ein Steuer-Einnehmer von Montlueon den15 Sept. An. 1701, im 63 Jahre feines Alters. Imübrigen wird ohne Grund gemeldet, daß seine theatra-lische Gedichte fast alle wenig Beyfall gefunden; ob-er schon auch nicht mit allen gleiche Ehre eingeleget.Seine Comedte sans titre,, die er sonst auch Mercuregalant und Poison betitelt, wurde unter andern sowohl aufgenommen, daß mau sie hinter einandermehr als 80 mahl aufführen müssen. Mit demBsi-le.au Despreaux hatte er eine Zeitlang einen. Streit.-

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