Band 
Erster Theil A - C.
Seite
1605-1606
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CAMPANUS CAMPEGIUS 1626

1605

CAMP ANU S

faplentl® joco-seri» befindet, geschrieben habe, istUngewiß. Scbellhorn amcenir.liter. 1CAMP ANUS (Johannes), ein Anti - Trinitarius im16 Seculp, war nach der meisten Bericht, aus demJülichjschen bürtig; wiewohl andere Nachrichten gciden, daß er zu Maseyck, einem Städtchen in der Graf-schafft Loots an der Mosel, gebohren sey- Er studir-te anfänglich zu Cölln, wurde aber allda noch vordem Jahr 1520 aus unbekannten Ursachen relcgirck,und begab sich hernach um An. 1528 nach Wittenbrrg,allwo er nach einiger Vorgeben Lnthermn und Me-ianchthonem eine Zeitlang in der Theologie hörte;wiewohl andere behaupten, daß er vielmehr selberprivatim allda gclehret habe. Indem er aber von. dem heil. Abendmahl eine besondere und gantz eigeneMeinung hegte, that er An. 152,9 nach Marburg,und An. 1530 »ach Torgau eine Reise, um mitLuthe-rs persönlich zu disputiren, welches er doch niemahlserhalten konte. Er hielt sich daraufeine kurtzeZeit zuNiemcck bey Wicclio auf, allwo derselbe damahlsPfarrer war, lebte hernach in dem Hertzogchum Jü-lichund weil er den Bauern daselbst weiß machte,der jüngste Tag würde bald kommen, daher dieselbennicht mehr arbeiten woltcn, sondern ihre Güter ver-kaufften; so wurde er im Elcvischen ins Gefängnißgesetzt, und nicht ehe als nach 26 Jahren desselben er-lassen. Man hat von ihm, göttlicher und heiligerSchrifft, vor vielen Jahren verdunckclt, und durchunheilsame Lehre und Lehrer verfinstert, Restitu-tion und Besserung, darinne er, daß^ Vater undSohn, so wie Mann und Weib eins wären, daß derHeilige Geist keine göttliche Person sey, daß GOtt derVater eher als der Sohn gewrst, daß der Sohn desVaters Amtmann, Unterherr und Diener sey rc-rc.ge-

lehret. Scbellhorn in amoenitaribus literariis. T. Fa.CAMP ANUS (.loh. Anton.) > ein gelehrter Bischoffin stalten, gebohren 1427 von einer Bauers-Frauauf dem Felde unter einem Lorbeer- Baum zu Ca-vella ohnweit Capua. Er solle in der Jugend einSchaf-Hirte werden, legte sich aber nach diesem auf' das Studiren, trieb zu Neapolis, vornemlich aber zuPerugia die Rechte, und lehrte an dem letzten Orte,wie auch auf andern Universitäten die Literas huma-niores mit grossem Ruhm. Er wurde Bischoff vonCrotona und hernach zu Tcramo, Ertz - Priester vonSt. Eustachio und Gouverneur von Todi und Foli-sno. Allein Gixtus I V verbannete ihn aus dem Kir-chen-Staate, weil er etwas allzu frey in einem Briefe,der unter feinen Briefen Hh. IX der 4W ist, geschrieben,oder,weil er an der entstandenen Rebellion solte Theilgehabt haben, daher er zu Siena 1477 den i; Juliivor Verdruß gestorben. Er schrieb de ingratitudineI»gienda; de matrimonii dignitate; historiam belliC^ucis Andrei Braccii sive Brachii, Perusini, ab annoad 1424, libris 6. welche auch in Muratoriilcr iptor. reV. ital. T. XIX stehen; vitam Pii II ; der fgendo magistratu ; de thrafymeni lacus pnestan-

Wie auch verschiedene Orariones, Epistolas «od

Poümata, welche über die Massen angenehm zu lesen,und von D. Jo. Burch. N 7 enckcn 1707 wieder auf-gelegt worden; gab auch 1470 den Snetomum amersten zu Rom in fol. heraus. Sonst hat MichaelFernus seine Wrrcke nebst einer wcitläufftigen Be-schreibung seines Lebens 1495 zu Rom und 1502 z«Venedig in fol., seine Opera sclectiora aber Hr. Hof-rath l). Fried. Otto Mencke 1734 zu Leipzig in 8 her-aus gegeben. Er war von sehr lustigem Gemüthe,und wie er aus Deutschland kam, woselbst er bey dempäbstlichen Nuntio Secretarius gewest,zog er aufde«Alpen noch die Hosen herunter, «nd sagte gegen Deutsch-land: Alpice nudara; Barbara terra naree. Jov.Por-stev. 8. AI.To. Ol. Fa. Pap.

CAMPANUS (Livius), ein Poete von Spolcto,leb-te im 17 Seculo, schrieb il Mojlro pectico &c. Ja.

CAMPANUS (Matthäus), ein Makhematicus, sso-rirte UM 1678, «Nd schrieb: horoiogium ; Circinun»sp'iEricum pro lentibus teieicopiorum toruandis.

CAMPEGGI (Sigismond), siehe Mariales (Xantes).

CAMPEGIUS (Alex.), ein Sohn Johannm und Bru-der Joh. Baptistä und Laureneii, von Bologna, warCammer-Clericus bey Pabst Paulo III , Bischoff zuBologna, Dice-Legat zu Avignon, und endlich Eardi-nal; schrieb de aurorlrare romani Pontlstcis, undstarb 1554,25 Septembr. inr48Jahr. Seck. H. ol

CAMPEGIUS (Annibal), ein Poet zuPavia,schriebverschiedene lateinische Gedichte-, welche 1627 un-ter dem Titel: Tetrachordum , zusammen gedrucktworden.

CAMPEGIUS Symphorianus, oder Champ! er, ober Cam-pler, oder Champegius, oder Camperius, (BenedistusCurtius), ein berühmter frantz-Rittcr und Medicus,warzu Saint Saphorin le Chateau im lyonischen Gebietaus einer adelichen Familie gebohren, wird gemeinig-lich daher Symphorianus Champier genmnet. Weilihm aber sein Geschlecht nicht vornchm uud berühmtgenug geschienen, gab er vor, daß solches mit denCampeggi von Bologna, und den Lampisi von Pa-via, einerley Ursprung habe, weswegen er nicht alleindas Wappen der Campeggi mit dem seinigen verei-nigte, sondern auch zu eben diesem Ende eine neueGenealogie verfertigte, die von Guichenonnickst ohneGrund vor fabelhafft erkläret wird. Nachdem er dieHumaniora zu Paris und die Medicin zu Montpellierstndiret, gieng er nach Lyon, practicirte allda mitbesondcrm Zulaufs, und ward sodann des Hcrtzogs2lntonü von Lothringen Leib-Medicus, der ihn amchAn. 751; nach der Schlacht bey Marignano zumEqvite aurato machte. Hiernächst ward er auf ebendieser Reise in das Collegium der Medicorum zn Pa-via aufgenommen, kam aber nachmahls wieder nachLyon zurück, woselbst er, 1539 oder 1540 mit Todeabgicng. Er stund zu seiner Feit ineinemgrossen Rnff,und ward von vielen nicht allein vor einen vollkvm-menell Medicum, sondern auch vor einen vortrefflichenTheologum, desgleichen vor einen Philosophum vomJii ii 2 ersten