Band 
Zweyter Theil D - L.
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149-150
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lein selbst in den Wissenschafften unterwies, sondernauch auf seine Kosten nach Padua schickte, daselbst dieRechte zu eckernen. Diesen lag er bis 1489, da seinWohlthäter starb, mit allem Ernst ob, kehrte sodannwegen Mangel der bcnöthigten Mittel nach Rom zu-rück, und unterwies die Jugend in der Physik undgriechischen Sprache. Von dar wurde er an dasGymnasium zu Neapolis beruffen, und als KönigCarl vm diese Stadt einnahm, mit gefangen, kamaber wieder los, und gieng darauf in das Lager Kö-nigs Alphonsi über, der ihm nach Wiedereinnehmungerwehnter Stadt ein Canonicat gab, lind ihn zumBibliothecario regio ernennte. Er verließ aber sol-che Station, weil ihm die Aufführung der Spaniernicht gefallen wolte, und starb zu Rom 1534, über90 Jahr alt. Seine Schrifften sind de Claris JCtislib. 2; vita Innocenrii IV; annotationes inPoly-bium; descriptioPeloponnesi; de Placone & Aristo-teledifT. 2; compendium vitarum Plutarchi ; synopsisjuris grasci ; notse ad sententias synodales ; ecthesiscanonum apostolorum; explicatio regularum Nice-phori CPL. & nota: ad epillolam orthodoxam Bejsa.rionis; vita Bartoli, welches in Fabricii bibl. grsec.siehet; rr. depraestanria dostorum & clariffimis JCti*libri 12. Fa. Pap.

DIPPEL (Johann Conrad), ein Mcdicus, nennte sichin seinen Schrifften LhriKiamim Democrirum , undwar auf einem ohnweit Darmstadt gelegenen Schlos-se, Nahmens Franckenstein, den ioAug. An. 1672gebohren. Er gieng schon im r6 Jahre seines Altersnach Giessen auf die Universität, und nahmalldaAn.1693 die Magister-Würde an, that sich durch einedisputation de nihilo Herfür, begab sich aber, weil esihm an Mitteln fehlte, länger auf der Académie zubleiben, nicht lange hernach als Informator auf einSchloß indemOdenwalde. Allda legte er sich beson-ders auf die pictisiischen Streitigkeiten, und verfertig-te selbst eiu scripcnm antipietisticum, welches er her-nach zu Straßburg, als er nach aufgegebener Infor-mation diese Universität bezogen, öffentlich vertheidi-gen wolte. Da ihm aber solches fehl geschlagen,hielter einige sogenannte Collegia philosophico-chiroman-tica , und führte hiernächsi ein so übles Leben, daß erdeswegen endlich An. 1696 von dar entfliehen musie,nachdem er zuvor unter Zextgrafen de conversionerelapsorum btfpuitm hatte. Hierauf kam er wieder insein Vaterland, und änderte seine Lebens-Art derge-stalt, daß er sogar ein eifriger Anhänger der so genann-ten Pietisten wurde. Die ersten Schrifften, worinuerr solches an den Taggeleget, waren seine so betitelteorthodoxia orthodoxorum > ingleichen axioma yete-ris Adami detectum Scdiicussum, davon er dieses letz-tere besonders wider -Hanncckemum gerichtet hatte.Hierauf fieng er an, der gautzen evangelischen Kirchezu spotten, und gab unter dem Nahmen Fbristiani De-tnocriti seinen papisinum protestantium vapulaijtemheraus, wodurch er seine Sicherheit zu Giessen, woV damahls seinen AufrLthalt gehabt, verlohr, Seh

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diesen Umständen ergriff er An. 1698 das studiuntmedicum, fiel aber dabey so gleich auf die Alchymie,und soll auch wircklich nach 8 Monaten eine Tincturerlanget habe», womit er so viel Gold gemacht, daß erein vor 50000 Gulden erkaufftes Landgut bezahle»können. Nachdem aber dieses vorgegebene chymtscheGeheimniß wieder verschwunden, er auch besagtesLandgut nicht behaupten konte,verfngte er sich An. 1705nach Berlin, wo er zwar viel gute Artzeneyen machte,an dem Stein der Werfen aber mit so schlechtem undunglücklichen Erfolg arbeitete, daß er darüber An.1707 in Verhafft gezogen wurde. Er kam aufVor-

bitte eines angesehenen Manneswieder los, machtesich alsbald darauf aus dem Staube, daman ebenimBegriffwar, ihn von neue» in Arrest zu nehmen, undverfügte sich nach Franckfurt an dem Mayn, wo er dieWürde eines königlich-dänischen Raths annahm,welcheerzwar schon einmahl abgeschlagen. Darauf gienger 1707 nach Amsterdam, setzte allda seine alchymi-sche» und medicinifchen Studien beständig fort, undward zu Leiden An. i?n Medicinä Doctor, nachdemer vorher eine Disputation de virae animalis morbo Lcmedicina, die nachqehends auch ins Deutsche überse-tzet worden, öffentlich gehalten hatte. Da er aberauch inHolland sich nicht nur mit Reden allzuftey undunbesonnen aufgeführet, sondern auch noch eineSchrifft unter dem Titel: alea belli muselmannici,heraus gegeben, welche viel Aufsthns machte, so mu-sie rr auch hier entweichen, und hielt sich folgends inAltona auf, da er denn den Titel.eines könjglich-dä-irischen Cantzley-Raths führte. Weil er sich auch hierübel aufgeführet, wolte er sich über Hamburg an ei-nen andern Ort wenden, wurde aber 1719 von demRath zu Hamburg ausgeliefert, und nach angestellterrechtlichen Untersuchung, nicht nur seiner Würde einesköniglichen Cantzley-Raths verlustig erkläret, sonder»auch, nachdem er zuvor dke öffentliche und durch de»Scharffrichter bewerckstelligte Verbrennung, seinerSchrifften mit ansehen müssen, von Altona geschlossennach Coppenhagen, und von bannen weiter nach derInsel Bornholm abgeführet , wo er seine Zeit in ewi-ger Gefangrnschafft zubringen solte. Nachdem ersich sieben Jahre daselbst befunden, wurde er aufVor-bitte der Königin vonDannemarckAn. 1726 auf freye»Filß gestellet, und gieng darauf nach Schonen über,in der Absicht, in sein Vaterland zurück zu kehren. Erhielt sich aber in Christianstadt eine Weile bey einemKaufmann auf, und wurde sodann nach Stockholm,um den König selbst an einer zugeflossenen Kranckheikzu euriren, eingeladen. Ob nun gleich die schwedischeGeistlichkeit bey dem damahligen Reichstage auf alleWeife zu verhindern suchte, daß ihm, als einem öffent-lichen Religious-Spötter in das Reich zu kommen,uicht gestattet werden möchte; so kam er dochzuAn-fange des Jahres 1727 zu Stockholm an; wiewohles der geistliche Stand doch endlich noch so weit brach-te, daß er im Dee. des bemrldten Jahres die königli-che Residentz verlasse» müsse. Er wendete sich dan-K » ««r