Band 
Zweyter Theil D - L.
Seite
151-152
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DIRUTA

151 DIPPIUS

nenhero wiederum nach Deutschland , da er denn dieübrige Zeit seines Lebens bald zu Licbensburg imHil-deshximischen und andern Orten, bald aber, und zwarmcistenkheils zu Berlcburg und auf den witgenstcini-schen Schlössern zugebracht. Weil man ihn 11m dieseZeit zu unterschiedenen mahlen, wiewohl fälschlich,vor todt ausgegeben) stellte er An. 1733 einen Berichtin Form eines Patents an das Licht, worinne er mel-dete, daßer vor An. 1808 nicht sterben würde. In-dessen lebte er doch nicht lange mehr, immassen er den25 Apr. An. 1734 auf dem Schlosse Witgenstein gantzunvermuthet früh in seinem Bette todt gefundenwor-den. ' Ausser den bereits crwehnten Schrifftcn hat erauch heraus gegeben : Gespräche über die Frage:wie weit Ver lebendige Gott bey den Götzen ge-sucht und gefunden worden; Anfang, Mittel undEnde der Orthodoxie und Hétérodoxie; der vondem Thron der Wahrheit angeklagte, verhörte undverurtheilte Beicht - Vater ; Christenftadt auf Er-den ohne gewöhnlichen Lehr-Wehr-und Nehr-stand; summarische aufrichtige Bekenntniß überdie-jenigen Lehr-Punct», so bisher in seinen Schriftenerörtert worden; illuminircer Grundriß der aca-demischen Gottesgelahrheit; Wegweiser ;um ver-lohrnen Licht und Recht; ein-Hirt und eine Heer-de ; berlinische Arrest-Gedancken; k-turn katnnm,das ist,thörigte Nothwendigkeit, welches auch vor-her» Holländisch an das Licht gekommen; hell polir-ter Sectcn-Spiegel ; vera demonstratio evangelica,oder gegründeter Beweis derLehre und des Mittler-Amts Christi; Vertheidigung dieses Tract, nebsteiner Zugabe von der Gottheit Christi ; analysiscontra systemata Cartesii, Spinoza; & Leibnitii;-Hauptsumme der theologischen Grund-Lehren;Christ. Democritus ein aufrichtiger Protestant;VOdn und (Del in die Wunden des gestäupten Pabst-thums der Protestanten; wahre Waffertauffe derChristen ; eröffnete Muth Mästungen und merckwür-dige Gedancken über Joh. a Atelle commentariumde simulacris aureis qu* in Borringsholmire agriseruuntur ; Nachricht was mit einem schwedischenStudios« ;u Halle im Waysenhause paßiret : analy-lis cramatis harmonici hyper-metaphylico-logico«mathematica ; predigt wider die nürnberger Pre-diger; Defenstons-Schriften gegen Gerhard, Kracke-witz und verschiedene andere mehr. So sind auchnoch nach seinem Tode zwey gantz verschiedeneSchrifften, welche beyde Christ. Democritus betitelt.sind, ingleichcn eine andere unter der Aufschrifft:

' Chr. Democriti redivivi, umständliche ErzcHluug, wie

es mit seinem vermeinten Tode zugegangen rc. her-ausgekommen, welche aber ohne Zweifel iemand an-ders zum Verfasser haben. Ein grosses Theil seinerSchrifften ist 1709 unter dem Titel: eröffneter Weg;um Frieden mit Gott und allen Creaturen zusam-men in 4 gedruckt worden. Leb.

© I P P I U S. .(Levinus), ein Schulmann und Magisterder Philosophie , gebohren 1563 den 17 April zu

DISTELMEIER r;r

Egeln im Stiffte Magdeburg, ward Nector zuGar-delegen und Stendal, starb i6n den 4Febr. und ließ

Programmata oratoria ichol« stendalienlis; de diffi-cultate Icholasticorum ejusque conjunftis miseriis.Leb.

DIRUTA (Augustin.), ein Augustiner, Baccalau-reus THeologia, und Director der Music im Augusti-ner-Kloster zu Rom,war von Perugia, lebte um 1646,und schrieb 19 musicalifche Bücher, welche zu Romin crmeldetem Jahre in 4 gedruckt worden. Ja. Ol.

DISCALCTUS (Ottonellus), ein JCtus zu Padua,und Comes palatiuus, hat bey 42 Jahren zu Paduadie geistlichen und weltlichen Rechte gelehret, verschie-dene Tractate verfertiget, die aber nicht edirt wor-den, und ist 1607 im Decembr. im 7isten Jahr ge-storben. Kayfer Rudolphus II machte ihn zum Co-mite palatins, und die Stadt Venedig zum Ritter.

Tom. Panz.

D I S C I P U L U S, siehe Heroltus (Joh.).

DISCOPIUS (Bened.), siehe Benedictus.

DISSALDEUS (Francisons), ein geschickterfrantzö-stfcher Poet und Criticus, lebte l 6 n zuSaumur, undschrieb animadverüones in Plauti comcedias See.

DISSE (Walter), siehe Walter.

DISSEN (Henricus), ein frommer und gelehrterCarthäuser zu Cöln, von Oßnabrück bürtig, hat 22 un-terschiedene Tractate verfertiget, und ist 1484 gestor-ben. H, HL.

von DIST ELMEIER (Christian), ein Sohn Lam-berti, Erbherr auf Malsdorf und Radesleben, ge-bohren den 23 May 1552 zu Magdeburg, studirte zuLeipzig, ward 1577 bey Churfürst Johann Georgenzu Brandenburg Hof-und Cammer-Gerichts « Rath,r;88 an ftinesVatersStelle Cantzler und dabey viel-fältig in Gesandtschafften gebraucht, 1609 aber gehei-mer Rath. war von 1605 bis 1606 stockblind, wardaber im September 1606 durch einen berühmten Ocu-listen, Leonh. Arcmpe, glücklich vom Staar befreyet,richtete ein ansehnlich Gestiffte vor etliche Stipendia-ten auf, besaß eine treffliche Bibliothek, die öffentlichzum Gebrauch diente, und starb den 26 Oct. 1612 zuBerlin an der Schwindsucht. Er hat unter dem Nah-men einer verbündeten Person, ein Gebetbuch nebstetlichen Liedern herausgehen lassen, auch ein weitläuf-tig lateinisch Gedichte auf MarckgrafLhristian Wil-helm von Brandenburg geschrieben, als er 1608 po-stulirter Administrator des Ertz-Stiffts Magdeburgward, welches letztere man beyD.PHil.Hahns Land-Tags-Predigt Magdeb. 1608, 4 findet. Man hatüber dieses von ihm: Erinnerung von den neu aus-gegangenen Gtatutis und Gewchnheitcn derChur-Marck Brandenburg. Leb. Seidelii icônes.

DISTELMEIER (Lambertus), ein JCtus, gebohrenzu Leipzig 1522 den 22 Febr., legte sich allda anfangsauf die Erkenntniß der griechischen und hebräischenSprache, hernach aber auf die Rechte, hielte stchchicr-

auf